In der Zeitarbeitsbranche gibt es von Juli 2006 an Mindestlöhne.
Ein entsprechender Tarifvertrag wurde zwischen der Tarifgemeinschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Arbeitgeberverbände am Dienstagabend vereinbart, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten. Ab 1. Juli gilt ein Mindestlohn von 7,00 Euro. Aber nur in den alten Ländern. In den neuen Ländern und Berlin gilt nur ein Mindestlohn von 6,10 Euro. In den Jahren 2007 und 2008 sollen die Stundensätze auf 7,15 Euro und 7,31 Euro im Westen und 6,22 Euro und 6,36 Euro im Osten steigen. Die Gewerkschaften sind damit deutlich unter ihrer allgemeinen Forderung von 7,50 Euro geblieben, aber feiern die Vereinbarung als Erfolg. Die Ungleichbehandlung von Ost und West ist vollkommen unverständlich oder kostet ein Liter Milch oder ein Liter Benzin in Berlin weniger als in München? Dieser Abschluß ist als Niederlage der reformistischen Gewerkschaften zu bewerten.
Jetzt werden sich sicherlich wieder die Kritiker eines Mindestlohns zu Wort melden und massenhaft Widerspruch erheben. Doch den sich Amerikafahnen in die Fenster hängenden Neo-Liberalen sei gesagt, daß es in den USA seit 1912 Mindestlöhne gibt. Der erste Bundesstaat der einen Mindestlohn einführte war Massachusetts, weitere Staaten folgten, und 1938 wurde mit dem Fair Labor Standards Act sogar ein landesweiter Mindestlohn eingeführt. Den gibt es bis heute – obwohl die einzelnen Bundesstaaten, wie etwa New Jersey, auch höhere Löhne festlegen dürfen. 14 Staaten und der Disctrict of Columbia haben das getan. Seit 1998 gilt ein Mindestlohn von $5,15. Selbst dieser Mindestlohn führt dazu, daß ein Vollzeitarbeiter mit einer vierköpfigen Familie, der für den Mindestlohn arbeitet und keinen Urlaub nimmt, etwa die Hälfte der Summe verdient, die in den USA offiziell als Armutsgrenze gilt. Eine Erhöhung des Mindestlohns muss vom Kongress in Washington beschlossen werden, was allerdings recht selten passiert. So kommt es, daß der reale Mindestlohn – wenn man also die Inflation herausrechnet – heute 40 Prozent niedriger ist als im Jahr 1968. Dass ein höherer Mindestlohn bei der Armutsbekämpfung hilft, gilt inzwischen als nachgewiesen. Kosten höhere Mindestlöhne womöglich Arbeitsplätze? Wie Kritiker oft behaupten? In den Vereinigten Staaten erschien zu Beginn der 90er Jahre eine Studie die für Aufsehen sorgte. Sie stellte fest, daß nach einer Mindestlohnerhöhung in New Jersey keine Jobverluste festzustellen war. Seither sind zahlreiche Untersuchungen mit ähnlichem Ergebnis erschienen. Manche Forscher mutmaßen, daß die besseren Löhne durch eine höhere Arbeitsmoral, geringere Fehlzeiten und Rekrutierungskosten wettgemacht werden.
Fazit: Ein Mindestlohn in Deutschland hätte wahrscheinlich mehr positive, als negative Effekte. Wir sollten uns die USA in diesem Punkt ruhig einmal zum Vorbild nehmen und im deutschen Arbeitsmarkt einen gerechten Mindestlohn implementieren. In anderen europäischen Ländern wie Frankreich (8€) sind durchweg gute Erfahrungen gemacht worden.















Naja, es gibt schon gewaltige Unterschiede in den Lebenshaltungskosten zwischen Ostdeutschland / Berlin und z.B. Süddeutschland.
Die Mieten im Landkreis Tübingen z.B. sind exorbitant hoch.
Man findet eigentlich keine 3-Zimmer-Wohnung unter ca. 450 Euro KALTmiete, also noch zzg. im Schnitt 100 Euro Nebenkosten.
Und wenn meine Informanten nicht lügen, bekommt man in Berlin nen Döner schon ab 1,50. Ein halbwegs anständiger Döner in Tübingen ist für unter 3 Euro nicht zu haben, nur so als Beispiel.
Allgemein ist Ausgehen, bzw. Essen ausser Haus in Süddeutschland aber auch in Westdeutschland eine sündhaft teure Angelegenheit.
Döner gibt es in der Flughafenstr schon für 1 €. Aber das liegt hauptsächlich am momentanen Döner-War. Dieser tobt hier schon einige Jahre.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2002/1104/lokales/0084/index.html Dieser ist aber ruinös und die Qualität leidet extrem darunter. Ich kann eigentlich nur vier bis fünf Dönerläden empfehlen und die liegen vom Preis bei 2,50 €. Aber der Mensch lebt nicht von Döner allein. Es gibt zwar viele leere Wohnungen in Berlin, aber nicht genügend preiswerten großen Wohnraum und welcher alter “West-Berliner” zieht schon gerne nach Marzahn oder Köpenick? Ich will jetzt nicht in das sinnlose West-Ost Spaltungsgefasel verfallen. Diese Trennung in West-Ost sollte im Jahr 16 nach der Wiedervereinigung doch längst überwunden sein. Wenn es wirklich um die Höhe der Lebenshaltungskosten als Definitionsgrundlage geht, dann sollte der Lohn von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich sein. Von Stadt zu Stadt. In Berlin sogar von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich.
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel/de/wk_gross.shtml
Die Trennung in Ost und West scheint mir fahrlässig zu sein. Es kostet gesellschaftlich gesehen viel mehr als es einbringt. Das Selbstwertgefühl vieler Menschen in Ostdeutschland ist ohnehin schon arg angeknackst und Frustration kann Menschen in die Arme von Rattenfängern treiben. Ob von links oder rechts. Von der grundgesetzlich geforderten Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse ganz zu schweigen.
da geb ich dir natürlich recht.
der effekt, dass der osten immer mehr ausdünnt weil alle in den westen ziehen, und man dann dort die probleme “gestochen scharf” anschaut, und dies dann den “mann-ist-der-osten-krass-drauf”-effekt noch verstärkt, scheint offensichtlich zu sein.
das mit der definition der lebenshaltungskosten je nach landkreis bzw. stadtbezirk halte ich für eine sehr gute idee.
sollte man mal den verantwortlichen politikern vorschlagen.
aber deren interessen scheinen ja ganz woanders zu liegen.
wenn ich jetzt roland koch tönen höre, “mit harz4 gehe es vielen arbeitslosen jetzt besser als zuvor”, dann bekomm ich echt plack….
“Lustigerweise” wollen sich die MdBs ja ihr Gehalt um schlappe 700 Euro erhöhen. Das doppelte des Hartz IV Regelsatzes. Politiker sollten auch nach Leistung und vor allem Anwesenheit bezahlt werden. Wenn ich dann noch an den NRW-Bauminister und seinen CDU-Kollegen denke, die während einer Hartz IV Debatte im NRW-Landtag Panini-WM-Sammelbilder tauschen, dann wundert einen nichts mehr. Dann stellt sich eigentlich nicht mehr die Frage warum es nicht aufwärts geht.
Zu Ostdeutschland: ist doch klar, daß die Menschen lieber in den Westen gehen, weil sie dort nicht nur Arbeit finden, sondern auch noch besser bezahlt werden. Manchmal, nein oft, denke ich, daß die Politiker glauben die Menschen wären wirklich so dumm, wie die Politiker hoffen. Oft ist es ja so. Aber die Menschen stimmen weiterhin mit den Füssen ab. Wer würde das nicht so machen. Und nun macht sich eine Art Torschlusspanik breit: die letzten werden wirklich die Dummen sein.
Lebensmittel sind in Deutschland fast überall gleich teuer. Ich hatte an Pfingsten Besuch aus Stuttgart und der meinte, daß z.B. bei Lidl bestimmte Dinge in Berlin billiger sind als in Stuttgart, aber andere wiederum teurer. Einen grossen Unterschied gibt es halt bei den Mieten. Ein Vergleich von Berlin und München ist sehr interessant.
Aber das halbwegs gute Wohungsangebot in Berlin ist halt auch eine Folge der schleichenden Entvölkerung und ein Zeichen für den Niedergang.
Vertragliches Lohndumping im Osten
Das ist ja schön für alle Putzfrauen und Putzmänner, dass sie ab sofort einen Mindestlohn erhalten. Aber warum erhalten die Gebäudereiniger im Osten nur 80% des Lohnes im Westen? Das gleiche Spiel mit den unterschiedlichen Lohnh&oum…
Wie der Unterschied zwischen Ost und West, so auch der gesamtdeutsche Unterschied zwischen Festangestellten und Zeitarbeitern. Gibt es einen Unterschied zwischen der Arbeitsleistung eines Angestellten gegenüber einem Zeitarbeiter? Ein Zeitarbeiter hat sich generell nach den Arbeitszeiten des Einsatzbetriebes zu richten. Oft heisst es, dass die Leistung eines Zeitarbeiters nicht so genau unter die Lupe genommen wird, wie die eines Angestellten. Dem ist nicht so. Ein Zeitarbeitsunternehmen ohne Kompetenz und Qualität wird keine Kundenaufträge erhaschen. Die logische Folge ist die Verzeichnung von Auftragsrückgängen, was in letzter Instanz zu wirtschaftlichen Konsequenzen führt.
Alles in Einem leistet ein Zeitarbeiter dieselbe Arbeit, die ein Angestellter leistet. Worin liegt das Problem, den Ersatzmitarbeiter genau so zu entlohnen, wie den eigenen Angestellten? Ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass ein Zeitarbeiter mindestens 30% weniger Gehalt erhält, als eine sich im Mutterschutz befindliche Mitarbeiterin? Was kann ein Zeitarbeiter für einen Umstand, den er nicht zu vertreten hat? So viel zum Thema Gerechtigkeit.
Diese Ungerechtigkeit ist wohl systembedingt, denn ein Zeitarbeiter soll ja nicht mehr Kosten als ein “normaler” Arbeiter und die Zeitarbeitsfirma will ja auch ordentlich was verdienen. Deshalb werden dem Zeitarbeiter diese Kosten faktisch in Rechnung gestellt.
Was im Grunde nicht hinehmbar ist, aber leider vorkommt. Das ganze Konzept der Zeitarbeit/Leiharbeit ist imho recht bedenklich, weil dort Menschen verschoben werden wie Waren. Ich weiß jetzt nicht, ob und wie viele durch Zeitarbeit in feste Arbeitsverhältnisse reinrutschen.
Die Untertarifierung der im Osten arbeitenden Menschen bringt mehr als nur Frust. Nachvollziehbar dass bei gleicher Arbeit und Zeit für weniger Geld weniger Leistung erzielt wird, von dem Frust der Betroffenen ganz zu schweigen.
Ich erlebe zur Zeit dass Unding schlecht hin.
Als Angestellter des Magentaladens wurde ich in den Osten versetzt, im Westen werden Standorte abgebaut. Dort verdient ein Mitarbeiter in der gleichen Position etwas über der Hälfte, verglichen mit meinem Gehalt.
Die Firmenpolitik hat nur noch ein Ziel: feste Arbeitsplätze abzubauen und bei Bedarf durch Leiharbeiter / Zeitarbeiter zu ersetzen.
Der Durchschnitt der im Büro oder Call Center tätigen Zeitler erhält 1.100,– bis max. 1.300,– Euro Brutto monatlich (Westen = 2.100,– EUR). Da in einer 40 Stunden Woche gearbeitet wird kommen wir auf ~ 7,50 bis max. 8 EUR pro Stunde. Die Zeitarbeitsfirma kassiert pro Stunde 21 Euro.
Nimmt man die Faustregel und zieht 1/4 des Brutto ab könnte man für 15 Euro / Stunde die Leute beschäftigen.
Armes Deutschland
P.S.: Und was glaubt Ihr wie gut ein Wessi da drüben behandelt wird? Wer glaubt man habe dort Vorurteile, der täuscht…. (Ironiemodus wieder aus)