Da wollte ich in aller Ruhe das WM-Spiel Australien – Japan (Die Japaner führen, dank des ägyptischen Schiedrichters. Mein Vorsrung auf Statler droht zu schmelzen. Go Aussies!) geniessen und kurz bevor das Spiel anfängt lese ich bei Statler & Waldorf etwas haarsträubendes: Udo Vetter von Lawblog hat einen Hinweis der grünen Jugend erhalten, daß sich auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums lustige “Verlinkungsregeln” finden lassen. Udo Vetter schrieb daraufhin eine Mail an Ulla. Man wird, nach Auffasssung des BMG, “Vertragspartner” des BMG wenn man deren Site verlinkt.
Desweiteren heisst:
“Der Vertragspartner teilt dem BMGS innerhalb von 24 Stunden nach Setzen des Links durch eine E-Mail an die Adresse info@bmg.bund.de das Setzen des Links bzw. die Freischaltung der betreffenden Seite mit.”
Bei so kompetenten Zitaten von Ulla Schmidt wundert einen gar nichts mehr:
“Das Ganze muss im Ganzen stimmen.”
Dieses Zitat bezog “uns Ulla” auf die Verhandlungen zur Gesundheitsreform. Nicht nur bei der Gesundheitsreform stimmt so einiges nicht Frau Schmidt, auch auf der Website ihres Ministerium ist der Überblick verloren gegangen.
Udo Vetter fasst er wie immer sehr treffend zusammen:
“Vertragspartner bin ich also nicht. Und wie kommen Sie ansonsten darauf, dass Sie die Verlinkung zu Ihrer Homepage kontrollieren und regulieren können? Dass ich, wenn Sie die Zustimmung zum Link widerrufen, diesen wieder entfernen muss?
Falls Ihnen dieselben Leute, die Gesetze für das Gesundheitssystem machen, diese Ansicht eingeflüstert und den Text zu Ihrer bemerkenswerten Seite geschrieben haben, wissen wir wenigstens, warum das Ganze den Bach runtergeht.”
Auch ein Blick in das Impressum des BMG ist sehr aufschlussreich:
Adresse:
Bundesamtadresse
Musterstrasse 42
Postfach 1234
12345 Musterstadt
Deutschland
Kontakt:
Telefon: 1213-14151617
Fax: 1213-14151620
Mobil: 1111111111111
E-Mail: somebody@domai 1026 10;.example
Raum: 103
Webseite: ExternerLink1 – Titel
In Raum 103 also? Musterstrasse 42 in Musterstadt… Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. Ist die Vorwahl 1213 so eine kostenpflichtige Nepp-Nummer?
Inzwischen ist diese Geschichte auch schon zum Weblog des Handesblatt durchgedrungen. Aber das BMG ist nicht die einzige Organisation die glaubt solchen Unsinn treiben zu können. Auch der ADAC glaubt kontrollieren zu können wer seine Website verlinken darf und wer nicht. Googlen Sie doch mal nach “Einverständnis zur Linksetzung”. Sie werden überrascht sein.
P.S.: Natürlich werde ich das BMG nicht um die Erlaubnis anbetteln deren Website bzw. deren Verlinkungsregeln zu verlinken.















Wie bist du denn auf das Impressum dort gestoßen? Über Ministerium –> Impressum bekomm ich jedenfalls das richtige angezeigt… *grübel*
Im Kommentarbereich von Lawblog findet sich ein Kommentar von Elmar (12. 6 .2006 um 14:27) (Nr.20) Er schreibt: “Schaut euch mal das Impressum vom BMG an (nicht sichtbar verlinkt, über den Seitenquelltext ist der Access-Key (Alt+7) durchaus findbar:…”
Wirklich schön sowas zu lesen; jetzt weiß ich, dass ich nicht der einzige Verrückte im Lande bin
Wenn man daraus nun auf die geplante Reform der Gesunheitsreform schließen darf, dann bin ich gespannt, was hinten rauskommt, wenn man sowas vornereinsteckt.
Gutwillig könnte man behaupten das alle “Fachleute” an der Gesundheitsreform arbeiten und daher ein paar Praktikanten von einer Sonderschule dran gesetzt wurden…
Exakt die selbe Formulierung findet sich ja auf zahlreichen Webseiten. Scheint mal wieder so ein Copy&Paste Fall zu sein. Wie bei den Disclaimern.
Aber ich bin nicht gutwillig.
Der Urheber dieser Verlinkungsregeln könnte ordentlich an Abmahngebühren verdienen. Nur leider weiß (bis jetzt) niemand wer das ist. Also, lieber Unbekannter Verfasser: bitte melde Dich!
[...] Jedenfalls habe ich, wie zu sehen ist, nach dem Wort “Impressum” gesucht, Firefox hat es anscheinend gefunden und ausgewählt (sonst wäre das Feld rot), und mit einem Druck auf “Enter” wurde das Impressum auch geöffnet. Inzwischen scheint es auch ein Impressum zu enthalten, was jedoch laut einem Blogeintrag auf Telegehirn, über den ich auf die ganze Sache erst aufmerksam wurde, nicht immer der Fall war. UPS, jetzt weiß ich wo das Impressum ist: Versteckt unter “Ministerium”. Wunderbar. Dass kein offensichtlicher Impressumslink vorhanden ist, ist auf dem Screenshot dennoch sichtbar. Und ein versteckter Link gilt glaub ich nicht. Wer jedenfalls noch nicht mal ein richtiges Impressum hat, sollte nicht auch noch Links zu verbieten versuchen. [...]
[...] Das BMG hat noch immer seine Verlinkungsregeln online. Was aber schon geändert wurde, ist das "geheime" Impressum, über das ich berichtete und das über das auch Jan Schejbal in seinem Blog schreibt. Einen Screenshot habe ich nicht sofort gemacht, aber die entsprechende Seite wurde gespeichert, um mich nicht dem Vorwurf der "Verleubnung" auszusetzen. Auf der Website der grünen Jugend lässt sich eine beeindruckende Zusammenfassung der Reaktionen der Blogosphäre finden. Andy69 stellt in seinem Blog unter dem Titel "Die Versuchung des rechtsfreien Raums" eine Reihe von interessanten Fragen zu dem Thema auf. Interessant ist auch, daß sich auf der Website des BMG diese Verlinkungsregeln nur in deutscher Sprache finden lassen. Weder auf englisch, französisch, spanisch, italienisch noch auf türkisch gibt es diese Verlinkungsregeln. Jedenfalls konnte ich keine finden. Welche Schlüsse kann man daraus ziehen? Das dem eigenen Volk nicht getraut wird? Oder wie darf man das verstehen? [...]