Schon am Freitagnachmittag ist der große Entertainer Rudi Carrell in Bremen gestorben. Er wurde 71 Jahre alt. Der als Rudolf Wijbrand Kesselaar geborene Carrell begann seine Karriere im Alter von 17 Jahren, als er in die Fußstapfen seines Vaters trat, der sein Geld im Showgeschäft verdiente. Zunächst trat Rudi Carrell in den Niederlanden als Zauberkünstler, Bauchredner oder auch als Entertainer auf. Im Jahr 1959 konzipierte er seine eigene Fernsehshow, die ihn mit einem Schlag bekannt machte: Die „Rudi-Carrell-Show“, mit der er später er nach der Übernahme durch Radio Bremen auch in Deutschland große Erfolge feierte
Traumhafte Einschaltquoten von mehr als 60 Prozent erreichte er ab 1974 mit der Quizshow „Am laufenden Band“, die seinen endgültigen Durchbruch markierte. Eine Filmmontage in seiner „Tagesshow“ sorgte 1987 für diplomatische Verwicklungen, als der Eindruck erweckt wurde, der damalige iranische Terrorschef Ajatollah Chomeini werde von seinen Anhängern mit Damenunterwäsche beschenkt. Daraufhin hatte Carrell Mordrohunen erhalten und musste durch Leibwächter geschützt werden. Später entschuldigte Carrell sich.
Ich werde Rudi Carrell sehr vermissen. Der Kettenraucher Carrell setzte bis heute unerreichte Maßstäbe in der gehobenen Fernsehunterhaltung. Mit ihm ist der letzte vollkommende Entertainer gestorben. Er war Sänger, Schauspieler, Komiker, Produzent und vieles mehr. Heute um 22:45 Uhr sendet die ARD im Gedenken an Rudi Carrell den Beitrag „Rudolf Wijbrand Kesselaar genannt Carrell – Fast ein Selbstporträt“.
















Damit ist wohl einer der letzten Vertreter des alten „Live-Fernsehens“ von der Bildfläche verschwunden. Was bleibt, das sind jene unpersönlichen „Persönlichkeiten“, die so glattgebügelt sind, dass sie recht bequem ausgetauscht werden können, ohne dass sie jemand vermissen würde — eben das, was die derzeitige Content-Industrie hervorbringt.
Und deprimierenderweise geben sich die Menschen damit zufrieden…