Das ist eigentlich eine rhetorische Frage, aber seit ich in einem Blog, der den Namen eines Massenmörders trägt, (obwohl der Blogger dort, sich angeblich nicht wirklich nach dem Massenmörder benannt haben will, sondern der betreffende Blogger, ein alternder Ex-Revoluzzer, der gerne mal zur Sabotage aufruft und dabei sicherlich selber keine solche Sabotage betreibt, hat den Namen des Massenmörders mal als Spitzname von seinen “Genossen” verpasst bekommen.) von einem Kommentator als “philosemitischer Schleim” beschimpft wurde, der seine “mutmasslich arische Klappe” halten soll, lässt mich diese Frage nicht mehr los. Ich werde mich diesem Thema mit gewohnter Sachlichkeit widmen.
Um den Begriff Philosemit/Philosemitismus zu definieren schaue ich erst einmal in den Duden. Dort heißt es: phi|lo|se|mi|tisch: den Philosemitismus betreffend, judenfreundlich. Wenn der Begriff judenfreundlich bedeutet, dann bedeutet das Gegenteil von philosemitisch also judenfeindlich. Hmmmm. Wenn man es so betrachtet, dann sollte das eigentlich ein Kompliment sein. Bedenkt man dann noch, daß der feige und anonyme Beleidiger nicht einmal den Mut hat, für diese “Beleidigung” die (rechtliche) Verantwortung zu übernehmen… Geschenkt. Mir wäre das wohl auch peinlich und vielleicht hatte die betreffende Person private oder berufliche Probleme. Geschenkt.
Bei Wikipedia, der *Hüstel* stets “zuverlässigen Quelle”, steht, das, laut Hans-Joachim Schoeps, fünf Typen des Philosemitismus existieren würden:
- christlich-missionarischer Philosemitismus
- biblisch-chiliastischer Philosemitismus
- utilitaristischer Philosemitismus
- liberal-humanitärer Philosemitismus
- religiöser Philosemitismus, der letztlich zur Konversion zum Judentum führt
Da ich Atheist bin, fallen 3 Punkte schon von alleine weg und auch Punkt 3 und 4 treffen auf mich eher nicht zu. So lautet jedenfalls meine bescheidene Selbsteinschätzung. Eigentlich wollen jene, die andere als Philosemiten bezeichnen, damit sagen: “Du bist eigentlich ein Antisemit.” Das ist meist der einzige Zweck und man will damit Menschen mundtot machen, die sich mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten solidarisieren. Man wird, meist von “pseudolinken Israelkritikern”, in die rechte Ecke gestellt und diffamiert. Das funktioniert heute wie gestern immer noch sehr gut. Der Gedanke hinter solchen Insulten ist, daß man damit einen bestimmten Vorwurf abwehren will. Denn der neo-linke deutsche Sozialismus steht in seinem Hass auf Israel den rechten Hetzern von heute und gestern in nichts nach. Der Vorwurf des Philosemitismus wird gerne erhoben, um von der eigenen “Israelkritik” abzulenken. Was die “Israelkritiker” eigentlich sagen wollen ist, daß nicht sie und ihre arabischen “Brüder” die Antisemiten sind und es gerne sehen würden, wenn Israel ausgelöscht oder “verlegt” wird, sondern jene die sich mit Israel solidarisch erklären. In den Augen dieser “Israelkritiker” und ihrer neo-linken Freunde muss jemand, der das “zionistische Regime” gegen die edlen und unterdrückten Palästinenser unterstützt, ein Philosemit (NeoconNazi, Fascho, faschistoider Antideutscher, Antisemit etc.) sein.
Am Rande bemerkt: Jener Blogger, vom dem oben die Rede ist, bezeichnete Israel als Apartheidstaat, zwar “nicht zwingend seinem Wesen nach, aber wie es sich zur Zeit darstellt: Ja.” Damit befindet sich der Blogger in bester Gesellschaft mit den Hetzern des Muslim-Markt und anderer sinistrer Gestalten wie Werner Pirker.















Das sind die gleichen Typen, die ein Eintreten für “westliche Werte”, für Demokratie & Menschenrechte regelmäßig als “antideutsch” bezeichnen. Wie eine gute Freundin sagte “Menschen, die den Juden und/oder Israel gegenüber feindlich eingestellt sind, vertreten auch zu anderen Themen meist dümmsten und gefährlichsten Ansichten”
Der Philosemitismus -vorwurf ist ja sehr in Mode. Er entlarvt sich selbst als antisemitisch, weil er zwanghaft davon ausgehen muss, dass der, der den vorwurf empfängt, garantiert kein Jude sein könne. denn gute Juden haben keine antideutsche Meinung.
Darin versteckt ist eine völkische Absicht, die es Menschen außerhalb des Judentums abspricht, sich mit diesem aus rationalen Gründen zu solidarisieren.
Der Philosemitismus-Vorwurf, zutreffend bei einigem 50-er Jahre Artikeln i.bez auf Blitzkrieg Israels und Rommelvergleiche, ist in Bezug auf die Antideutsche Konfrontation in seinem Wesen antisemitisch. Ausnahmen sind nicht die Regel, vereinzelt hat man auch von Antideutschen gehört, die das Lager wechselten…
vereinzelt hat man auch von Antideutschen gehört, die das Lager wechselten…
Verständnisfrage an nichtidentisches: Zu den Philosemiten, den Antisemiten oder anderen?
Super! Das mit “mutmasslich arische Klappe” erinnert mich an ein Erlebnis was ich demletzt bei ein paar Linkspartei-Spinnern hatte, die uns bei unserer politischen Meinungsäußerung mit dem originellen Spruch “deutsch und weiß” bedachten. Das war sehr lustig.
aber herr okmmunist, da haben sie wohl in ihrem suff wohl etwas falsch verstanden, die nationalen sozialisten von linkspartei und linksruck riefen “antideusch, weiß und deutsch”
Die Anti-Imperialistische Volksfront liest hier ja fleissig mit.
Die Sektenjünger von Linksruck haben bei mir für ein lustiges Deja-vu gesorgt.
http://myblog.de/nichtidentisches/art/89785568/Le_dernier_cri_Die_Philosemitismuskeule
Ich verfasste flugs eine Analyse mit der Bitte um Ergänzung…
[...] Guevara wegen der Hinrichtung von 156 Marionetten des gestürzten Batista-Regimes zum monströsen Massenmörder erklären, während ihnen gleichzeitig die Installation von Demokratie und Handelsfreiheit im Irak [...]
Die Frage hab ich mir selbst auch schonmal gestellt. Keinen Plan genau. Zwar Christ (der _richtig_ lesen kann *g*), aber jetzt nicht so Ned-Flanders-mäßig. Aber allein daher kann ich’s mir nicht erklären. Vielleicht ist das auch das Interesse oder einfach weil wir inzwischen eine Generation sind, (die zwar nie vergessen sollte), aber doch soweit vom Holocaust entfernt sind, dass wir vielleicht es einfach draufanlagen wollen, den jüdisch-deutschen Dialog zu fördern oder in welcher Form auch immer zu gestalten.
Ohne viel Kopfzerbrechen würd ich einfach sagen “Philosemit (ob jetzt Modewort, Vorurteil, oder berechtigt) – und das ist auch gut so!”
Ich würd sagen, “Philosemit” ist ein Kompliment.
Ob Philosemiten jetzt aber Juden/Israelis nerven oder nicht, kann ich nicht sagen. Zuviel Freundlichkeit ist ja auch so ne Sache. Also ich glaub es wäre jetzt auch falsch zu sagen, nur weil ich Deutscher bin, muss ich alles was Israel macht, total phänomenal finden. In dem Fall wäre “Philosemit” dann eher peinlich, aber besser als andersrum.
Mein Schluss, kann mehere Bedeutungen haben. (Sorry, nicht wirklich Mühe gegeben, da gerade in Eile)