Barack Obama und der Iran
März 30, 2007 von telegehirn
Die führenden Präsidentschaftskandidaten der Demokraten unterscheiden sich in ihrer Haltung zu einem Militärschlag gegen den Iran nicht sonderlich von der jetzigen US-Administration. Wahrscheinlich haben das viele europäische Peaceniks und Appeaser noch gar nicht mitbekommen. Sicherlich unterscheidet sich die Haltung von z.b. Barack Obama zu dem Einsatz im Irak, von dem Standpunkt der Regierung Bush und das scheint auch der einzige Punkt zu sein, denn man in Europa wahrnehmen möchte, wobei Barack Obama auch keinen vollständigen Abzug aus dem Irak vorschlägt. Anfang März hielt Barack Obama eine Rede auf einer Veranstaltung des AIPAC (American Israel Public Affairs Committee). Folgend einige Auszüge der Rede:
My plan also allows for a limited number of U.S. troops to remain and prevent Iraq from becoming a haven for international terrorism and reduce the risk of all-out chaos. In addition, we will redeploy our troops to other locations in the region, reassuring our allies that we will stay engaged in the Middle East. And my plan includes a robust regional diplomatic strategy that includes talking to Syria and Iran – something this Administration has finally embraced.
The U.S. military has performed valiantly and brilliantly in Iraq. Our troops have done all that we have asked them to do and more. But a consequence of the Administration’s failed strategy in Iraq has been to strengthen Iran’s strategic position; reduce U.S. credibility and influence in the region; and place Israel and other nations friendly to the United States in greater peril. These are not the signs of a well-paved road. It is time for profound change.
As the U.S. redeploys from Iraq, we can recapture lost influence in the Middle East. We can refocus our efforts to critical, yet neglected priorities, such as combating international terrorism and winning the war in Afghanistan. And we can, then, more effectively deal with one of the greatest threats to the United States, Israel and world peace: Iran.
Iran’s President Ahmadinejad’s regime is a threat to all of us. His words contain a chilling echo of some of the world’s most tragic history.
Unfortunately, history has a terrible way of repeating itself. President Ahmadinejad has denied the Holocaust. He held a conference in his country, claiming it was a myth. But we know the Holocaust was as real as the 6 million who died in mass graves at Buchenwald, or the cattle cars to Dachau or whose ashes clouded the sky at Auschwitz. We have seen the pictures. We have walked the halls of the Holocaust museum in Washington and Yad Vashem. We have touched the tattoos on loved-ones arms. After 60 years, it is time to deny the deniers.
In the 21st century, it is unacceptable that a member state of the United Nations would openly call for the elimination of another member state. But that is exactly what he has done. Neither Israel nor the United States has the luxury of dismissing these outrages as mere rhetoric.
The world must work to stop Iran’s uranium enrichment program and prevent Iran from acquiring nuclear weapons. It is far too dangerous to have nuclear weapons in the hands of a radical theocracy. And while we should take no option, including military action, off the table, sustained and aggressive diplomacy combined with tough sanctions should be our primary means to prevent Iran from building nuclear weapons.
Iranian nuclear weapons would destabilize the region and could set off a new arms race. Some nations in the region, such as Egypt, Saudi Arabia and Turkey, could fall away from restraint and rush into a nuclear contest that could fuel greater instability in the region—that’s not just bad for the Middle East, but bad for the world, making it a vastly more dangerous and unpredictable place. Other nations would feel great pressure to accommodate Iranian demands. Terrorist groups with Iran’s backing would feel emboldened to act even more brazenly under an Iranian nuclear umbrella. And as the A.Q. Kahn network in Pakistan demonstrated, Iran could spread this technology around the world.
Hervorhebungen von mir.
















klingt besser als ich dachte ..
time for a regime change:
-> ein paar bomben, hohe iranische militärs, die nicht religiös sind, etwas einseifen und dann Putsch gegen die Faschisten.
Dem Iran gebe ich mehr Chancen auf schnelle Demokratisierung als dem Irak.
Obama hat diesen Standpunkt nicht erst seit kurzer Zeit. In einem Interview mit der Chicago Tribune im Jahr 2004 sagte Obama:
“The big question is going to be, if Iran is resistant to these pressures, including economic sanctions, which I hope will be imposed if they do not cooperate, at what point are we going to, if any, are we going to take military action?“I hope it doesn’t get to that point. But realistically, as I watch how this thing has evolved, I’d be surprised if Iran blinked at this point.”
antiwar.com nennt Obama O-bomb-a.
http://www.antiwar.com/justin/?articleid=10181
Alle anderen bedeutenden Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, inklusive Hillary Clinton, haben sich ähnlich geäußert. Darüber soll sich mal hier in Deutschland niemand Illusionen machen. Sicherlich trägt der Wahlkampf auch dazu bei, denn die Demokraten wollen die jüdischen Wähler dauerhaft zurückgewinnen, die 2004 mehrheitlich Bush gewählt hatten und bei den mid-term Elections im November 2006 wieder mehrheitlich die Demokraten wählten. In den USA haben die Insulte von A. aus T. genauso so stark Furcht erzeugt wie in Israel. Der Rest der Welt hat ja keine logischen Schlüsse aus diesen Angriffen gezogen. Wie wir ja gerade durch die Forsa-Umfrage erneut erkennen konnten.
Kann es sein, dass die iranische Führung darum bettelt, bombardiert zu werden? Vielleicht weil Achmadinedschad glaubt, dann würde der Mahdi ihm schon zu Hilfe kommen? Oder hat er die Bombe schon fertig, und wir wissen es nur noch nicht?
@Thatcher
die superbombe des iran ist heute so existent wie seinerzeit (2003) die des irak…
Noch verfügt der Iran über keinerlei Kernwaffen. Ob es noch ein, zwei oder drei Jahre dauern wird, ist eher nebensächlich. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Iran bald in der Lage sein wird Kernwaffen zu konstruieren. Der Iran ist mehrfach beim Lügen ertappt worden, hat meldepflichte Anlagen verschwiegen und Kontrollen be- und verhindert usw. Der Iran hat jedenfalls alles getan, damit die Welt ihm misstraut. Vergessen wir nicht die antisemitschen Insulte und die offen geäußerten Vernichtungsphantasien. Wer liefert Waffen und Geld an Hamas und Hisbollah?
@Thatcher
Das absolut irrationale Verhalten Irans wird so manchem verantwortlichen Politiker/Analysten einiges an Kopfzerbrechen bereiten.
Eigentlich mach das ganze nur Sinn wenn man von iranischer Seite von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff ausgeht, aber selbst dann sieht das alles ja eher nach Verzweiflungstat aus.
Angeblich gibt es Anzeichen eines bevorstehenden Angriffs im April, diese Gerüchte könnten die Amis aber auch nur gestreut haben um Iran nervös zu machen.
In jedem Fall hat der Iran einen grossen Fehler gemacht und allen die für ein härteres Vorgehen sind, einen Gefallen getan.
In jedem Fall hat der Iran einen grossen Fehler gemacht und allen die für ein härteres Vorgehen sind, einen Gefallen getan.
Gut, betrachten wir mal mögliche Motive:
- steigender Ölpreis
- Befriedigung niederer Interessen der so genannten Hardliner im Iran, also der nicht zu unterschätzende “Spassfaktor”
- die internationale Gemeinschaft (die aus mindestens 50% Schurkenstaaten zu bestehen scheint) soll an die “Besetzung” des Iraks erinnert werden und “aufgerüttelt” werden
- innenpolitische Gegner des Irak-Kriegs und des Afghanistan-Engagements in westlichen Ländern sollen motviert werden, vielleicht sogar zum “Widerstand” (Gegner des US- und UK-Vorgehens gibts im Westen genug, eigentlich verwunderlich, dass nicht mehr gebombt wird)
- Ideologisches, es geht um den Krieg des Islams gegen den Rest der Welt
Den Gefallen, den der Iran den westlichen Fürsprechern für ein härteres Vorgehen getan hat, sehe ich übrigens nicht. Was soll man denn machen? Den Iran besetzen? Bomben vielleicht, aber auch das hätte Nachteile, die Widerstände im Westen gegen militärische Ansätze sind beträchtlich. Man muss sich ja nur einmal die Kommentarbereiche der üblichen Medien durchlesen um zu verstehen wie politisch krank der deutsche Durchschnittsbürger ist.
Mir erscheint es ziemlich zwingend, dass erst ein Einsatz von Massenvernichtungsmitteln in Europa statfinden muss, damit es zu einer robusten Reaktion kommen kann. “Kann” wohlgemerkt, wenn die Islamisten clever Bomben, dann glauben die europäischen Bürger vermutlich, dass der Mossad oder die CIA die Täter waren bzw. wollen es glauben.
@ Hamster
Mir erscheint es ziemlich zwingend, dass erst ein Einsatz von Massenvernichtungsmitteln in Europa statfinden muss, damit es zu einer robusten Reaktion kommen kann. “Kann” wohlgemerkt, wenn die Islamisten clever Bomben, dann glauben die europäischen Bürger vermutlich, dass der Mossad oder die CIA die Täter waren bzw. wollen es glauben.
Naja, wenn Europa getroffen werden sollte, ist Israel schon weg, der Mossad kanns dann also nicht gewesen sein. Aber vielleicht ist dann Europa mittlerweile schon im dar-al-islam (zuerst sind die Niederlande dran - die Tolerantesten trifft es nämlich zuerst), womit sich Massenvernichtungswaffen wiederum erübrigen würden.
@ Tuotrams
solche Gerüchte halte ich für sehr sinnvoll. Man sollte das Land so lang wie möglich unter Spannung setzen ohne dabei Bomben fallen zu lassen - das erhöht die Putsch-Chancen!
blair sollte in teheran anrufen und fragen ob sie tube alloys kennen.
[...] ist in der Politik so rosig wie das Latexkostüm der Fürther Landrätin. Wie uns der Iran und Barack Obama momentan [...]
[...] wirds doch dieser andere da, dieser junge Schwarze!“, der wendet sich vertrauensvoll ans Telegehirn. Von Bonde, 22. April 2007, 20:31 [...]
[...] während ihnen die Installation von Demokratie und Handelsfreiheit im Irak mit den Mitteln imperialistischer Kriegsführung auch schon mal gut und gern die Opferung von einer halben Millionen Menschen wert ist. Wie soll man [...]
[...] Drecksarbeit” erledigen. Obama liegt natürlich richtig und auch zum Iran hatte er schon sehr interessante Äusserungen getätigt. Liest man dann die Kommentare (“die USA sind zuerst in Afganistan eingefallen. [...]