Linke Doppelstandards
August 29, 2007 von telegehirn
Sowohl die Bundeskanzlerin Angela Merkel, als auch der Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Oskar Lafontaine, befinden sich momentan auf Auslandsreise. Angela Merkel beendete am Dienstag ihre Reise nach China und flog weiter nach Japan und Oskar Lafontaine ist seit Dienstag in Kuba.
Angela Merkel thematisierte, im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Schröder, während ihres Staatsbesuchs in China, die schwierige Menschenrechtslage im Reich der Mitte. So traf sie sich, im Rahmen eines inoffiziellen Treffens in ihrem Hotel, mit vier regimekritischen Journalisten. Sie traf Zhao Mu, der Chefredakteur einer chinesischen Bloggerplattform bei Yahoo ist und Blogger haben in China ja bekanntlich einen schweren Stand. Bei dem Treffen waren auch der bekannte Fotoreporter He Yanghan, der Journalistikprofessor Zhan Jiang, der sich seit Jahren für eine Reform der chinesischen Medienlandschaft einsetzt, sowie der Ex-Herausgeber der Beilage “Gefrierpunkt” der “China Youth Daily”, Li Datong, anwesend. Li Datong verlor seinen Job, weil er die offizielle Geschichtsschreibung des Boxeraufstands in einem Artikel kritisch beleuchtete.
Alle vier Medienvertreter lobten das Treffen mit der Bundeskanzlerin, da diese der Demokratie und Meinungsfreiheit in China große Bedeutung schenken würde. Ganz im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, der sich bei seinen Besuchen in China mehr für Geschäfte, als für Menschenrechte interessierte. Von daher hat Angela Merkel neue Maßstäbe gesetzt, auch weil sie gegenüber der chinesischen Regierung die Wichtigkeit der Presse- und Meinungsfreiheit betonte, was ich ausdrücklich begrüße. Weniger Freude werden die kubanischen Menschenrechtler am Besuch von Oskar Lafontaine haben, denn laut offizieller Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE, wird sich der Fraktionsvorsitzende bei seinem Arbeitsbesuch nur mit Vertretern des kubanischen Regime treffen:
Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Oskar Lafontaine, beginnt heute einen dreitägigen Arbeitsbesuch in Kuba. Er wird begleitet vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Klaus Ernst, und der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion, Nele Hirsch. Im Rahmen seines Aufenthaltes sind politische Gespräche u.a. mit Parlamentspräsident Ricardo Alarcan und Außenminister Felipe Peres Roque geplant. Oskar Lafontaine wird sich während seines Arbeitsbesuchs auch mit Vertreterinnen und Vertretern von deutschen Unternehmen treffen, die in Kuba tätig sind.
Wie in China, so werden auch in Kuba massive Menschenrechtsverletzungen begangen. Beide Länder stehen am Ende der Rangliste der Pressefreiheit, die jedes Jahr von “Reporter ohne Grenzen” herausgegeben wird. Während Angela, als Regierungschefin ein gewisses Risiko einging, als sie ganz offen den Mangel an Presse- und Meinungsfreiheit gegenüber Vertretern der chinesischen Regierung ansprach, fällt Oskar Lafontaine, der als Oppositionspolitiker ja viel freier agieren könnte, durch das Verschweigen der prekären Menschenrechtslage gegenüber dem kubanischen Regime auf. In Kuba sitzen über 300 politische Gefangene im Knast, weil sie von ihren unteilbaren Menschenrechten wie Presse- und Meinungsfreiheit Gebrauch machten. Ungeklärte Todesfälle von politischen Gefangenen in Kuba, bei denen man mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen kann, daß es sich um kaltblütige Morde handelt, häuften sich in den letzten Monaten. All das wird Oskar Lafontaine bei seinem Besuch im sozialistischen Bruderland nicht ansprechen und es interessiert ihn wohl wahrscheinlich auch gar nicht.
Oskar Lafontaine und DIE LINKE haben in der Tat ein gestörtes Verhältnis zu den Menschenrechten und messen bei diesem Themenfeld oft mit zweierlei Maß. So werden die USA und Israel wegen angeblicher oder eingebildeter Menschenrechtsverletzungen unverhältnismäßig stark kritisiert. So wird von diesen „Linken“ nur das amerikanische Guantanamo lautstark angeprangert und über das kubanische Guantanamo wird kein Wort verloren. Als Israel sich vor einem Jahr, gegen die Angriffe der islamischen Faschisten der Hisbollah, verteidigte, gehörten Vertreter der SED-Nachfolger zu den heftigsten Kritikern Israels. Große Teile der SED-Nachfolgepartei haben auch heute noch ein gestörtes Verhältnis zur Realität und den Menschenrechten.
So leugnete Lothar Bisky unlängst die Existenz eines Schiessbefehls an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und Oskar Lafontaine verteidigte das demokratiefeindliche und totalitäre Vorgehen der beiden südamerikanischen Diktatoren Hugo Chavez und Evo Morales. Das geschieht einerseits auf Grund ideologischer Verbohrtheit und andererseits sympathisieren viele „Linke“ auch heute noch mit totalitären Lösungen und haben immer noch nicht den Fetisch (eines starken) Staat(es) überwunden und bewundern daher auch, meist vollkommen kritiklos, alte und neue sozialistische Diktatoren, wie Fidel Castro, Evo Morales und Hugo Chavez. Solche deutschen „Linken“ sind daher eine Gefahr für die Freiheit und die Demokratie. Sie waren es in der Vergangenheit und werden es auch noch in der Zukunft bleiben und deshalb sollte deren Verhalten genau beleuchtet werden.
















oskar l. ist doch ein politischer amokläufer. aber seine partei wird wohl noch in den einen oder anderen landtag einziehen… populismus kommt gut in d-land. wen kümmern hier schon die menschenrechtsverletzungen in china. hingegen cuba wird auch immer noch mit cuba libre, karibik, havana-rum und dem knuffeligen fidel in verbindung gebracht…
Pofalla [1] rät an “die Linke” genauso zu beobachten wie die NPD. Vielleicht meint er, dass man beide Idiotengruppen nicht beobachten lassen sollte?
Die dann freigemachten Ressourcen könnte man auf die Bärtigen konzentrieren, die in ihren Zielen und Methoden noch nicht so klar definiert sind wie Laffo oder Udo und Konsorten.
[1] Ich erlaube mir einfach mal diesen alten Kohl-Freund zu zitieren.
[...][Edit: Hier werden keine Trackbacks von pseudolinken Hassbloggern und Sexisten akzeptiert] [...]
eine Villa in Havanna wäre für einen Lafontaine eigentlich viel angemeßener als eine Villa in Saarbrücken. Den sollten die gleich behalten.
Sein Ex-Genoße Schröder hingegen sollte langsam mit den Bauarbeiten seiner neuen Datscha fertig sein.
“Linke” beim nächsten Mal ohne Anführungszeichen, bitte.
Grün-Linke und viele SPD-Linke sind da übrigens einen Tick schlauer: Sie drücken ihre Sympathie für Totalitarismen fast nie offen aus, sondern ignorieren entweder einfach deren Existenz, oder, wenn man sie dann doch bspw. auf den Iran hinweist, gehen sie einfach auf Äquidistanz - “Die Politik der USA ist in gleichem Maße eine Bedrohung wie die des Irans”, etc…
@ Hamster: glaubst Du ernsthaft, dass bei der “öffentlichen Hand” irgendwann, irgendwo, irgendwelche Mittel frei werden?
Die “Bärtigen” werden hier ohne Zweifel “gut” überwacht, von “Betriebsunfällen” mal abgesehen. Sie sind hier ein klar umgrenztes Problem. Das wirkliche Problem liegt bei unseren Linken.
@rational
Wenn man die Ermittler und Sachbearbeiter der Rechten freimachen würde hätte man noch immer keine Ermittler und Sachbearbeiter für Bärtige, schon klar.
Ich wollte eben provozieren.
Allerdings nehme ich die Linken nicht sonderlich ernst, die haben jetzt grösstenteils [1] eine pol. Heimat, und diese wird sich nur schwerlich gegen die integrative Kraft der deutschen Demokratie wehren können.
[1] Wer noch mehr spielen will, muss m.E. aber dann doch in den Knast.
[...] hat Angela Merkel aber Zeit zur Klimaschutz-Flucht. Denn wenn der Taifun Japan überhaupt trifft, was bisher [...]
@ Telegehirn
“Oskar Lafontaine verteidigte das demokratiefeindliche und totalitäre Vorgehen der beiden südamerikanischen Diktatoren Hugo Chavez und Evo Morales.”
Markige Worten ersetzen nicht sprachliche Genauigkeit. Chavez und Morales gehören NICHT in die Castro-Klasse, auch wenn sie unverholen mit ihm flirten. Denn sie wurden demokratisch gewählt, und die Wahlen sind auch nach internationalen Standards fair und frei gewesen. Da es sich um Präsidialdemokratien handelt, sind sie (noch) keineswegs Diktatoren, sondern Präsidenten. Ich gebe allerdings zu, dass ihre Demokratieauffassung einigen Anlass zur Sorge gibt…
@Chewey
Das ist eigentlich richtig. Das dortige Volk will ganz anscheinend die Demokratie langsam entsorgen und durch das Führerprinzip ersetzen, da spielen vermutlich Neid der in grossen Teilen indianischen Bev. gegen grösstenteils “weisse” Reiche eine wichtige Rolle.
Darum ist es ja auch so interessant zu sehen, dass die dortigen Demokratien stückweise abgebaut werden. Sollten dort zweifelsfrei demographische Ursachen vorliegen, dann dürfen wir auch ahnen was in Europa auf uns zu kommt.
BTW - bis wann genau war Adolf “demokratisch”?
@ El Hamster
“BTW - bis wann genau war Adolf “demokratisch”?”
Nie, wie du weißt. Wie man auch damals hätte wissen können. Die Weimarer Republik ist ja nie formell beendet worden, aber nach Ermächtigungsgesetz und Reichstagsbrand usw. usf. Braucht nicht weiter ausgeführt zu werden, denke ich.
Durchaus möglich, dass Chavez einen ähnlichen Weg nehmen wird (wenn auch der Hitler-Vergleich wenig zielführend sein dürfte). Mich würde z.B. überhaupt nicht wundern, wenn der sich demnächst zum Staatspräsidenten “auf Lebenszeit” ausruft. Aber solange es noch nicht geschehen ist, sollte man bei den Etikettierungen Sorgfalt walten lassen, finde ich. Sonst hat man ja bezeichnungsmäßig kaum noch Eskalationsmöglichkeiten
“Sollten dort zweifelsfrei demographische Ursachen vorliegen, dann dürfen wir auch ahnen was in Europa auf uns zu kommt.”
Kannst du diesen Gedanken noch etwas weiter ausführen?
>>
> Kannst du diesen Gedanken noch etwas weiter ausführen?
Ungerne, es geht ganz grob um die fehlende oder mangelnde Demokratie-Kompatibilität bestimmter Gruppen. Sollte die tatsächlich gegeben sein - und der Verdacht liegt nahe - dann viel Spass!
@ El Hamster
“Ungerne”
Schade, denn irgendwie schwimmt jetzt vor meinem geistigen Auge der fragwürdige Vergleich “fehlende oder mangelnde Demokratie-Kompatibilität = islami(sti)sche Gruppen = indianische Bevölkerung”. Aber vielleicht liege ich ja auch ganz falsch.
“dann viel Spass!”
Danke. Ich finde, den sollte man auch bei größter Unübersichtlichkeit immer noch versuchen zu haben.
Die Wahlen vom 5. März 1933 waren doch, nach internationalen Standards, demokratisch, oder? Ok, die KPD konnte ihre Mandate im neuem Reichstag nicht ausüben und einige SPDler waren auch schon inhaftiert, aber das chavistische Ermächtigungsgesetz ist durchaus vergleichbar mit dem Hitlerischen. Chavez stellt sich ja relativ schlau an und gibt vor, daß er basisdemokratische Elemente einbauen würde, aber das ist der selbe Humbug wie mit der angeblichen Mitbestimmung auf Kuba. Das funktioniert nur solange, wie nicht gegen die Leitlinien der Diktatur gehandelt wird.
Der Brüller ist sicherlich, daß Oskar Lafontaine auf einer Pressekonferenz in Havanna sagte, daß man das Thema Menschenrechte nicht “instrumentalisieren” sollte. Wie schön, daß er das in Bezug auf die USA und Israel ja noch nie getan hat und seine Genossen auch nicht. Bravo!
“Schade, denn irgendwie schwimmt jetzt vor meinem geistigen Auge der fragwürdige Vergleich “fehlende oder mangelnde Demokratie-Kompatibilität = islami(sti)sche Gruppen = indianische Bevölkerung”.”
Huch, könnte das vielleicht sein? Siehst Du etwa diese Korrelation “Ethnie->Demokratiekompatibilität”?
Das kann, darf doch nicht sein, oder?
Wobei - es ist ja schon ein Unterschied, ob eine Gegend, die bspw. grosse Jahreszeitenunterschiede kennt (und damit entsprechende Vorsorge der Gegend-Teilnehmer und dementsprechende soziale Gruppeneigenschaften herbei konditioniert), Humankapital bewirtet oder eine tropische Gegend mit permanenten Temeperaturen um die 30-40 Grad Celsius, in der vielleicht der Stärkste, die Macht hat?
Aber ganz schön frech dieser Ansatz! Komm da mal bloss nicht an den Falschen!
(Wenn das der Staatstrojaner wüsste.)
@ El Hamster
Na ja. Wenn jetzt schon Temperatur und Jahreszeitenunterschiede als Kriterien für Demokratiefähigkeit herangezogen werden, dann hätte sich im südamerikanischen Raum ja nie eine etablieren können. Oder in Indien. Zumal die Voraussetzungen auch nicht gerade die Idealsten waren.
Nee, das ist mir zuviel Bauchgefühl. Ich habe auch mit der angeblichen Demokratieunfähigkeit von Moslems meine Schwierigkeiten. Allerdings sind die schon eine harte Nuss, und ein endgültiger Beweis steht da noch aus. Wenn der überhaupt zu führen wäre. Andererseits: Die Türkei ist eine Demokratie, sicher keine perfekte. Und die Deutschen hatten bis zu Kaiser Wilhelm mit westlicher Demokratie auch nicht allzu viel am Hut.
@ Telegehirn
Wichtige Unterschiede zwischen beiden Wahlen hast du schon selbst genannt. Entscheidend ist aber die rücksichtslose Machtergreifung der Nazis nach der Wahl und die sofortige, umfassende Gleichschaltung der Gesellschaft. Das hat es bei Chavez so (noch) nicht gegeben. Aber ich will den guten Mann gar nicht zu sehr in Schutz nehmen. Er ist sicher kein waschechter Demokrat, eher schon ein “lupenreiner”. Aber bis zum Diktator muss er m.E. noch ein Stück Weg zurücklegen. Und - wer weiß? - vielleicht haben die Venezuelaner da doch noch was dagegen.
@Chewey
Wenn Demokratien abgebaut werden - das ist bekanntlich ein ausserordentlich seltenes Ereignis - dann ist es wichtig die Ursachen zu erkennen, auch wenn diese versteckt scheinen und zudem auch “nicht sein können oder dürfen”.
Bzgl. Chavez gibt es Statistiken, die Aufschluss darüber geben wer ihn wählt und warum er gewählt wird. Diese sind erschreckend.
Es findet ja auch eine Massenflucht aus Venezuela statt. Die Leute stehen Schlange vor der spanischen Botschaft und nicht nur dort. Das Klima im Land ist vergiftet und so flüchten viele Menschen, solange sie noch können.
http://derstandard.at/?url=/?id=2753156
Mensch Hamster, jetzt nenn’ doch mal Roß und Reiter! Oder hängen hier die Herren mit den Schlapphüten in der Leitung? Wer zum Teufel sagt denn ständig, dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Also ich nicht.
Bitte um eine Statistik aus seriöser Quelle, wer Chavez aus welchen Gründen wählt unter besonderer Berücksichtigung der sozio-ethno-kulturellen Besonderheiten.
@ Feuervogel:
“Linke” habe ich mit voller Absicht in Anführungszeichen gesetzt, denn es gibt nicht nur solche Linke, die sich links nennen und eigentlich jede Menge Schnittmengen mit der NPD besitzen, sondern auch andere Linke, zu denen ich mich zählen würde, auch wenn andere “Linke”, die sich links nennen und das vielleicht sogar in ihrem Wahn glauben, daß sie links sind, mir diese Identität absprechen. Neben der überwältigenden Zahl der etatistischen Linken, gibt es eben auch eine gewisse Anzahl von anti-etatitischen Linken, zu denen ich mich zähle. Wobei diese Links-Rechts Debatte eigentlich recht hohl ist, denn entscheidend ist doch, welche Ziele man verfolgt und für welche “Werte” man eintritt.
Ugolino macht den “Armen” versprechen, die er nie und nimmer halten kann und wird. Warum investiert er den Milliarden in Waffen und in sozialistische Bruderbewegungen und nutzt dieses Geld nicht in einer Weise, der er versprochen hat? Ich denke da auch an die Zwangverpflichteten Ärzte aus Kuba, die Fidel verliehen hat. Das ist Augenwischerei.
@ Telegehirn / Hamster
Gut. Wenn man dem Standard glaubt, woran ich keinen Grund habe zu zweifeln, dann ist Venezuela auf dem Weg in den Sozialismus. So weit so schlecht.
Aber wo ist der Beleg, dass demokratieunfähige Indianer gar nicht anders können, als diese oder eine andere undemokratische Staatsform hervorzubringen?
Ich berufe mich da auf das, was ich gelesen habe, die indianische Bev. wählt den Mann, und Indianer vermehren sich fleissig. Schau Dir mal die Videos an mit Chavez.
Recherchier einfach mal selbst im Web, da gibts genug, der Zweifler sollte m.E. als erster in die Recherche gehen, aus Gründen der Diskussionskultur, das ist m.E. auch Usus.
@ Telegehirn
“sondern auch andere Linke, zu denen ich mich zählen würde”
na schön, dann stellst du ne Ausnahme dar.
Wenn ich aber mit ‘Mittelwerten’ arbeite und frage, wofür standen Leute, die sich als “links”, “mitte”, “rechts” bezeichnen (mit Übergängen ..), dann sind mir “durchschnittlich” Leute, die sich als “rechtsliberal” bezeichnen am sympathischsten. Also eine rein subjektive “Statistik”, die keineswegs persönlich zu nehmen ist
@ Chewey
hatte ich nicht unlängst irgendwo gehört, Chavez wolle “Präsident auf Lebenszeit” werden? Bei Evo Morales bin ich mir noch nicht ganz so sicher …
Nun, das mit “auf Lebenszeit” sollte man ihm nicht verübeln, schliesslich ist ja auch bspw. Telegehirn oder El Hamster auf Lebenszeit nominiert.
Zu den “Linken”, also wie die “Linken” ticken wird ja immer deutlicher, lese gerade folgenden schönen Artikel:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EC53B595C466E43528906F667B80EE75D~ATpl~Ecommon~Scontent.html
“…dann sind mir “durchschnittlich” Leute, die sich als “rechtsliberal” bezeichnen am sympathischsten…”
Dann stimmt irgendetwas mit Dir nicht, für Psychoanalyse steht El Hamster bekanntlich nicht z.V., aber an dieser Stelle darf ohne weiteres festgestellt werden: Du saugst.
Ich will mal etwas ketzerisch sein: weniger Politik und Religion, sondern Wirtschaft.
Chavez kann sich seine Spielchen nur erlauben, solange der Ölpreis hoch/noch höher ist (bleibt sehr wahrscheinlich). Aber, davor hat der liebe Gott so ein paar technische Schwierigkeiten gesetzt:
- das Öl muss gefördert werden, mehr und mehr, um Chavez Versprechungen und Korruption zu finanzieren. Bei der derzeitigen Fachkräfteflucht aus Venezuela sehe ich da temporäre Probleme.
- Das venezolanische Öl kann bislang nur in dafür eingerichtete und vorbereiteten Raffinerien in Venezuela (geringe Kapazität) und in den USA verarbeitet werden, und nirgendswo anders (wg. miserabler Rohölqualität). Technologie und know-how dafür liegen fast ausschließlich in den USA und etwas in Europa. Chavez ist nolens volens auf die USA als Kunde angewiesen. Drehen die den Hahn ab, oder ein rein zufälliges Großfeuer trifft die venezolanischen Raffinerien, dann ist blitzartig hängen im Schacht.
Gleiches gilt übrigens auch für den Iran zu. Dessen Raffineriekapazitäten sind noch schwächer. Gut, die können international verkaufen. Aber, ein ebenso zufälliges Großfeuer bringt die Militärapparatur des Irans, samt Pasdaran und Bassidsch sofort in absolute Ruhestellung. Kein Fahrzeug kann bislang auf der Basis von Rohöl fahren.
Pardon, in Eile getippt.
@ arrumiwordpresscom
Fachkräfte könnte Chavez da wohl zukünftig aus China kriegen. Die helfen da gerne …
aber kein know-how, und vor allem keine Anlagen. Das dauert Jahre.
@ arrumi
ok, stimmt. die chinesische öl-industrie soll ja nicht gerade groß sein …
@ Feuervogel: so ist es. Mein Kommentar bezog sich auch weniger auf den Operettenhelden Chavez, der ist ein latino mit viel Begabung zum Theater, sondern vielmehr auf den Iran. Gestern las ich bei PI den Threat “Bush warnt vor nuklearen Holocaust”. Da scheinen sich ja alle “Atomkriegsfachleute” Deutschlands und anderweitig ein Stelldichein zu geben. Na ja, via PC-Tastatur zu atomisieren ist ja auch so einfach. Falls es hart auf hart kommen sollte (möglich ist es), gehts auch anfangs anders. Irgendwie leiden die meisten Kommentatoren da unter “absence mentale”.
Ich bin der Meinung, daß die USA (und vor allem zusammen mit Europa) es beim Iran schon 1979 “hart auf hart” hätten kommen lassen sollen. Ok, da war noch der Ost-West-Konflikt, der sowas erschwert hätte, aber schon die Geißelnahme der US-Bürger nach Machtübernahme der Mullahs hätte der Westen eigentlich nicht hinnehmen dürfen.
Schwierige Frage. Ich vermute, dass kein entwickeltes westliches Land, aber auch Rußland oder China bereit sein werden, eine herkömmlichen territorialen Krieg mit dem Iran zu führen. Dafür wären die Opfer zu hoch und die Ergebnisse zu mager. Ein weiteres Problem wäre, welches Land wie auch immer sich auf eine militärische Konfrontation mit dem Iran einlässt, damit rechnen kann, dass die anderen nach aussen Solidarität zeigen, nach innen sich die Hände reiben werden: ein Konkurrent wird militärisch und finanziell geschwächt. Das wissen auch die USA, deswegen m.A. ihre Abstinenz in dieser Frage. (Das Säbelrasseln von Bush ist beginnender Wahlkampf).
So, was bleibt übrig?
- der alles vernichtende atomare Schlag? Eher unwahrscheinlich.
- die inneriranische Revolution? Ein Spiel mit “open end”.
- Der überall so beliebte Stellvertreterkrieg? m.A. die wahrscheinlichste Lösung: die (vom Iran) bedrohten Golf-Araber, die Türkei (dabei kommen die Kurden wieder unter die Tretmühle), möglicherweise mit Unterstützung Israels. Diese Länder könnten (wenn wir alle bezahlen) mit logistischer Unterstützung des Westens den Iran militärisch so beschäftigen, dass er einlenken muss, auch hinsichtlich seiner atomaren Rüstung. Um diese ist es in letzter Zeit so ruhig geworden. Ist das, was wir gehört haben doch mehr Theaterdonner als Wirklichkeit?