Es gibt keine Bedrohung…
November 26, 2007 von telegehirn
…und deshalb ist auch keinerlei antifaschistische Engagement notwendig. So sieht das wohl der eine oder andere Liberale mit deutschnationalistischem Einschlag. Zum Glück sehen das dort nicht alle so, aber um sich noch einmal vor Augen zu führen, wie die Lage doch ist, habe ich mir einmal erlaubt jene Taten von “unpolitischen Einzeltätern” aufzulisten, die der Berliner Polizei in der vergangenen Woche gemeldet und von dieser auch veröffentlicht wurden. Am 20.11. wurden in der Waldowallee in Lichtenberg zwei Stolpersteine geschändet. Am 21. 11. wurden in Neukölln zwei junge Männer fremdenfeindlich beschimpft, angegriffen und einen der beiden leicht verletzt. Am 22.11 wurden erneut drei Stolpersteine in der Waldowallee mit Farbe besudelt. Wahrscheinlich ist diese Frau, wenn man der Argumentation von bestimmten Liberalen folgt, wohl auch selbst schuld, daß sie von dem besoffenen Mob in der Straßenbahn am 24.11. in Lichtenberg angegriffen wurde. Wie kann es eine nicht arisch aussehende Frau auch wagen, in der Tram die Deutschen anzusehen. Das sie deren Bierkasten umkippte, ist für Boche möglicherweise wohl ein Zeichen für antifaschistische Gewalttätigkeit und deshalb ist das Opfer dann natürlich zu allererst Täter. Und wieder in Lichtenberg, wo die Staatsmacht, die nicht vorhandene neo-faschistische Bedrohung anscheinend blendend im Griff hat und deshalb jedes antifaschistische Engagement, das über Lichterketten (”Wenn Spießer mit dem Feuer spielen”) hinausgeht, als totalitäres Verhalten gebrandmarkt werden sollte, was ja einige anständige Deutsche auch jeden Tag eifrig betreiben, wurde ein junger Mann wegen seiner Hautfarbe rassistisch beleidigt.
Dann ist ja alles in Ordnung.
















Ja, alles ganz schlimm mit den rechten Glatzen. Ich selbst habe und hatte zu den Brüdern selbst nie Kontakt, aber man liest ja so einiges, gerade in Mitteldeutschland solls ganz schlimm sein.
Zur Antifa-Geschichte noch, also ich glaube, dass das Attribut “antifaschistisch” so zu sagen in jeder halbwegs vernünftigen Meinungsträgergruppe mit dem Wert “ja” belegt ist, problematisch wird es, wenn man aus einer singulären Eigenschaft selbst eine Meinungsträgergruppe bildet, “antifa” ist da eben ein bisschen wenig, Monothematik kann übel enden, vgl. auch PI (
) oder - Ja, betrachten wir doch mal diesen ungewaschenen Haufen (darum auch Antifa, lustig, gell?)! - die real existierenden Antifaschisten.
mal eine kleine Lektüreempfehlung. Durkheim wäre überhaupt für manchen couragierten Antifaschisten als Lektüre zu empfehlen!
Rechtsradikalismus in Deutschland muß in Schranken gehalten werden, es müssen Grenzen gesetzt werden, aber eine ernsthafte Bedrohung für die Zivilgesellschaft im Ganzen sind sie bis auf Weiteres zum Glück nicht.
Im übrigen erscheint es mir fast als Heuchelei, wenn tausende von Leuten, die sich den Grauen Wölfen verbunden fühlen, faschistische Parolen brüllen.
Solche “mutigen” Kämpfer gegen deutschen Rechtsradikalismus brauche ich nicht, wenn sie bei den Herausforderungen der Gegenwart schweigen.
Sechs, setzen!
Ich muss bei Antifa immer an den ungewaschenen Beck-Arbeitslosen “Henrico F.” denken, eigentlich ein cooler Typ, macht jetzt glaube ich Punkrock-DJ bei einem kleinen Radiolabel, aber doch eben Loser.
Vermutlich wird der Mann aber als FDP-Wähler enden.
jaja, die Ungewaschenen…, vor allem Unrasierten ! - aber einige der Nicht-Looser sehen auch nicht viel besser aus.
Im Übrigen wird das rechte Gedanken- und sonstige Fascho-Gut oft nur gegenüber der einen, bekannten Seite bekämpft, und die anderen, die alles prächtig vorleben, in Ehren, übersieht man.
Allerdings hätte ich mir auch gewünscht, dass die Antifa-Bewegten in der letzten, allgemein thematisch interressanten Zeit mit ihren Vorgängen mal Laut gegeben hätten.
Silvio Meier Gedenkdemo Berlin und die liberale Anti-Antifa
Was ich von den aktuellen Silvio Meier Demos so halte, habe ich den letzten Jahren hinlänglich beschrieben - für mich sind diese Demos dem Anlass schlicht nicht angemessen und ich gehe schon wegen der Palituchdichte und dem offen zur Schau gestellte…
O, je Feuervogel redet von “ernsthafte Bedrohung für die Zivilgesellschaft”. Das nenne ich Fehleinschätzung, bzw. Realitätsverlust. Denn das, was Telegehirn zsammenfasst ist wirklich keine ernste Bedrohung gür die Gesellschaft. Noch nicht. Aber es ist eine Lebensbedrohung für die einzelnen Personen. Dafür reicht es nur im Blickfeld von Nazis zu geraten. Deswegen spricht man von No-Go-Areas. Es bedeutet, dass man UM SEIN LEBEN fürchten muß, wenn man z.B. mit Kippa und Israel-Fahne schwenkend “scheiß ostdeutsche Nazis” ruft oder man einfach seine Hautfarbe nicht gut verstcken kann. Das ist keine Bedrohung für die Gesellschaft, nein, aber sie muss sich zumindest fragen, welche Konsequenzen sich daraus ergeben, dass der Staat sein Gewltmonopol und Kontrolle in weiten Teilen im Osten an die Nazi-Schlägern abgegeben hat. Weder diese Frage, geschweige denn noch eine Antwort darauf habe ich bis jetzt gehört. Und das Schlimmste dabei sind diese pseudoliberale Idioten von BLOG, die das ganze auch noch bagatelisieren, vertuschen und ignorieren.
@ Ostap Bender
Dass Menschen in gewißen Situationen um ihr Leben fürchten müssen, ist richtig. Bloß wie will ich Neonazis bekämpfen? Mit totalitären Mitteln, alle ohne Verurteilung einsperren? Oder mit ein bißchen Laternen und Händchenhalten, “gegen Nazis” und Buntsein? Ersteres lehne ich ab, letzteres ist politisch korrekte Selbstvergewißerung.
Es geht darum, Grenzen zu setzen, ein Rechtsstaat kann fast ausschließlich nur reagieren, würde er präventiv Leute, die er für Nazis hält, einsperren, wäre er kein Rechtsstaat mehr, das ist das Dilemma, das man bei Bedrohungen, die das Leben einzelner betrifft, nicht aber das Funktionieren der Gesamtgesellschaft, zu akzeptieren hat.
Ich bin durchaus für einen strengen Umgang mit Neonazis, evtl. auch über Sozialleistungen, Arbeit, etc., aber im Rahmen des Rechtsstaats. Ich werde nicht Neonazis prügeln, “wo immer ich sie antreffe”. Daß man dafür sorgt, daß auf sie Druck durch die zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mittel ausgeübt wird - das unterstütze ich schon!
Und nebenbei: 10 000 Menschen, die in Deutschland für “Graue Wölfe” u.ä. demonstrieren oder Hetzjagden auf Kurden machen, das kriegst du bei Neonazis bei weitem nicht zusammen. Es gibt kaum einen Neonaziaufmarsch in Deutschland, der eine 3-stellige Zahl überschreitet!
Ich würde übrigens nicht sagen, daß die Ideologie der “Grauen Wölfe” weniger widerwärtig ist als die von Neonazis.
Naja…es gab da Mitte der 90er mal die eine oder andere antifaschistische Aktion gegen die Grauen Wölfe in Kreuzberg. Danach war auch Ruhe im Karton. Mir ist vollkommen egal, ob einer blau, rot, gelb, schwarz, pink, rosa ist oder aus Buxtehude, Timbuktu, Basel oder vom Mars kommt. Wichtig ist die Frage, ob einer ein faschistisches Arschloch ist oder nicht.
Jetzt kann man natürlich streiten, was ein faschistisches Arschloch ist. Ich sage mal: alle die vor der Antifa davon rennen, dürfen in den Re-Call…
eine sich dem Rechtsstaat und der Zivilgesellschaft (solange beide bestehen, das ist in der BRD wohl sicher der Fall ..) mit großer Konsequenz verpflichtet fühlende Antifa wäre mein Feind sicher nicht. Was für mich bspw. überhaupt gar nicht geht, ist dieser ideologische Haß auf “Bullen” (eine klare Entmenschlichung), die bisweilen sogar (außer in Neapel) auch für “Antifaschisten” ihren Arsch hinhalten.
Wünschenswert wäre auch eine konsequente Ideologiekritik und auch bei gewißen Themenbereichen eine nahezu völlige Entdogmatisierung.
Ebenso unverständlich ist für mich auch der Haß auf die christlichen Kirchen (sie tun heute viel Gutes), welcher in weiten Teilen nichts anderes als antiwestliches Ressentiment darstellt.
Leute, Leute, ihr glaubt doch wohl nicht, dass Nicht-Berliner eure Probleme noch ernst nehmen. Das ist ja wie bei PI: messerstechende Muselbanden haben schon wieder…..und dann kommt Kreuzberg, Moabit oder sonstwas.
Wie wärs denn, wenn die Berliner Wähler damit anfingen, ihren heruntergewirtschafteten Sauladen in Ordnung zu bringen, anstatt wild durch die Gegend zu bloggen?
Polizisten werden dann zu Bullen, wenn sie sich wie solche verhalten. Es liegt an jedem Polizisten selbst wie er sich verhält und viele verhalten sich eben wie Bullen. Dafür kann ich nichts. Wer als Polizist z.B. einen Obdachlosen misshandelt und dabei von seinen Kollegen gedeckt wird, wie jüngst in Berlin geschehen, der ist ein Bulle. Nein: ein Bullenschwein.
“Polizisten werden dann zu Bullen, wenn sie sich wie solche verhalten.”
“Bulle” ist keinesfalls eine Beleidigung, sonderbn drückt u.a. Ehrfurcht und Respekt aus. “Schwein” dagegen wäre nicht OK, “das” Schwein ist sachlich, “der” Bulle männlich. Ja, das sind wichtige Nuancen.
Mal an dieser Stelle ein Wort für unsere Beamten:
Das mögen zwar nicht immer die Hellsten sein (das sind wir ja schon), aber ansonsten gibts da m.E. nicht viel zu bemängeln, die sind eigentlich sogar ganz nett.
Auch _DER_MEISTER_ meldet sich zu Wort:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_antifa_pennt/
LOL
“Schaulustige”, *brr*, warum ruft denn keiner per Handy mal eben ganz lässig die Bullerei?
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,520981,00.html
Ja, die Mitteldeutschen mal wieder…