Die fürchterliche Brandkatastrophe von Ludwigshafen, bei der neun Menschen ums Leben kamen, wirft einen langen Schatten auf die deutsch-türkischen Beziehungen und Verhältnisse und führte dazu, dass Themen wie die Integration oder eben das Fehlen von Integration wieder stark ins Rampenlicht rückten. Die Ursache für das verheerende Feuer in Ludwigshafen steht immer noch nicht fest, aber sowohl für Teile der türkischen Seite, wie auch der deutschen Seite steht längst fest, was die Ursache gewesen sein muss. Wir haben es hier auf beiden Seiten mit bestimmten Ausprägungen eines extremen Nationalismus zu tun, wobei dieser auf der türkischen ganz offen und mit all seiner Widerwärtigkeit zu Tage tritt. Auf der deutschen Seite wirkt der Nationalismus auf mehr subtilere Weise. Sicherlich kann auch ich nicht verneinen, dass es im ersten Moment, als das Ausmaß der Brandkatastrophe deutlich wurde, so schien, als ob der Brandgeruch von Mölln und Solingen in der Luft lag.
Dieser Eindruck wurde sofort verstärkt, als der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, am Tage nach der Brandkatastrophe den Eindruck vermittelte, als ob jeglicher Verdacht, es könne sich um einen fremdenfeindlichen Anschlag handeln, ausgeräumt worden sei. Hatten wir es also wieder einmal mit jener typisch deutschen Geisteshaltung zu tun, die seit den 90er Jahren kultiviert wurde, als der neofaschistische Orkan durch das Land tobte und viele Politiker, aber nicht nur die, denn dieses Phänomen betraf und betrifft alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppen, den Menschen im Lande, und vor allem den Menschen im Ausland, weiß machten wollten, dass in Deutschland das beste politische Wetter aller Zeiten herrschen würde. Viele Deutsche wollten das glauben, denn man hatte sich doch zum Guten verändert. So glaubte und hoffte man jedenfalls. Doch weit mehr als 100 Menschen, die dem deutschen Mob seit 1990 zum Opfer fielen sprechen natürlich eine andere Sprache. Also beeilte sich Kurt Beck und wollte jeglichen Verdacht, es könnte sich um ein Verbrechen handeln, ausräumen. Natürlich erreichte er genau das Gegenteil.
Auf der türkischen Seite hingegen fühlt man sich in der Opferrolle sehr wohl, obwohl man alles andere als das ist, und hier gibt es die wohl einzige Schnittmenge zwischen Deutschen und Türken, denn beide Nationalismen fühlen sich in der Opferrolle sehr wohl. Besonders unangenehm aufgefallen sind zahlreiche türkische Medien, die nicht nur mit wüsten und haltlosen Beschuldigungen, die durch keinerlei Fakten untermauert sind, einen medialen Amoklauf starteten, sondern auch noch jene beiden Mädchen, die das Feuer überlebten vor die Kameras zerrten, um ihnen zu entlocken, wie sehr sie ihre Mutter, die sie bei dem Feuer verloren, vermissen würden. Natürlich müssen sich auch die Verwandten einige Fragen stellen lassen, denn wie kann man traumatisierte Kinder der Medienmeute zum Fraß vorwerfen? Dass Feuerwehrmänner angegriffen wurden, weil diese angeblich viel zu spät zum Einsatzort anrückten, eine Behauptung, die sich längst als Lügenmärchen entpuppt hat, aber immer noch als zombiehaftes Gerücht innerhalb der türkischen Community umherläuft und die Stimmung anheizt, ist mehr als schändlich, aber viele türkische „Mitbürger“ wollen ja gar nicht aus der selbstgewählten Opferrolle heraus.
Der Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, der zur selben Zeit in der Türkei ein Gesetz durch das Parlament peitschen lies, um das Kopftuchverbot an türkischen Universitäten aufheben zu lassen, war auch wenig hilfreich. Einerseits versäumte er es den Weg nach Tempelhof zu finden, um einem wahrhaften Opfer türkischer Machokultur sein Beileid zu bekunden, aber es ist wohl für einen „gemäßigten Islamisten“ leichter, wenn die Verteilung der Opfer- und Täterrollen eindeutig ausfällt. Hier die deutschen Täter und dort die türkischen Opfer. Zwar rief Erdogan durchaus zur Mäßigung auf und nahm auch die Rettungskräfte deutlich in Schutz, aber die Botschaft bleibt wohl leider ungehört. Die Forderung von Erdogan, man sollte doch türkische Universitäten und Schulen in Deutschland gründen, die dann mit Lehrkräften aus der Türkei beschickt werden sollen und die dazu passende Auffassung, dass sich Türken im Ausland nicht assimilieren lassen sollten, passt in das Bild, dass viele türkische „Mitbürger“ gar kein Interesse daran haben, sich um Integration zu kümmern. Der Duden sagt: Assimilation = Angleichung und Integration = Vervollständigung; Eingliederung; Vereinigung, Summierung. Der Unterschied zwischen Assimilation und Integration ist also nicht so groß, es sei denn, man trifft auf die Borg, aber diese Gefahr ist sehr gering. Die Bereitschaft zum Angleichen und zum Eingliedern ist auf der türkischen Seite nicht besonders groß, denn es existieren bereits Parallelgesellschaften, die es Türken ermöglichen, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen zu müssen oder zu können, ein angenehmes Leben zu führen. In Neukölln zum Beispiel findet man bei zahlreichen Banken und Geschäften türkischsprechendes Personal. Dazu kommen natürlich noch die zahlreichen Geschäfte, die ohnehin von Türken betrieben werden und so besteht ja gar keine Notwendigkeit die deutsche Sprache zu erlernen und wenn es jetzt noch türkische Schulen und Universitäten geben sollte, wonach es natürlich nicht aussieht, dann fiele der Zwang, die deutsche Sprache zu lernen, um überhaupt Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten vollkommen weg. Da fragt man sich, warum diese Menschen, wenn sie denn so eine große Sehnsucht nach allem, was die alte Heimat ausmacht, haben, warum sie dann überhaupt noch in Deutschland leben und sich nicht einfach auf den Weg zurück in die Türkei machen? Es wird niemand gezwungen in Deutschland zu bleiben.
Es ist ja gar nichts gegen ein zweisprachige Erziehung von Seiten der Eltern einzuwenden, aber viele können nicht einmal das leisten, denn sie sprechen oftmals selbst nicht ausreichend Deutsch und können so dem Nachwuchs dort keine Hilfe sein und so gibt es viel zu viele Kinder, die in die Vorschule/KITA oder die Grundschule kommen, die einfach so gut wie kein Sprachkompetenz erworben haben und so einem Rückstand hinterherlaufen, denn sie in den meisten Fällen niemals wieder aufholen können und so werden schon kleinen Kindern alle Zukunftschancen verbaut und dann braucht man sich nicht über frustrierte Jugendliche zu wundern, die ihrer Wut, über ihre Chancenlosigkeit, mit Gewalt Ausdruck verleihen. Sicherlich hat die Mehrheitsgesellschaft hier viel zu lange die Augen vor dieser fatalen Entwicklung verschlossen, aber ohne den ernsthaften Willen, jener, die sich integrieren wollen oder eben nicht, geht es nun mal nicht und kaum ein Unternehmen wird jemanden einstellen, dessen Wortschatz hauptsächlich aus „Ey, Alta“, „Ich schwöre“ oder „ich Messer dich“ besteht. Das haben viele türkische Mitbürger einfach noch nicht begriffen und Igeln sich lieber in der wohligen Wärme des wohlbekannten und selbstgewählten Ghettos ein und beide Seiten wollen partout keinen Schritt aufeinander zu machen, was sicherlich in dieser vergifteten Atmosphäre nicht einfach sein dürfte.
Betrachtet man die Zustände in der Türkei, besonders in den großen Städten, dann sind dort viele Menschen schon im Westen angekommen, ganz im Gegensatz zu jenen Türken in Deutschland und Europa, die sich oftmals jeglichen Versuchen zur Integration vehement verweigern. Es ist nun einmal so, dass die Integration bei der Sprachkompetenz beginnt und sollten jetzt türkische Schulen und Universitäten entstehen, dann wäre damit die traurige Entwicklung zur Parallelgesellschaft abgeschlossen und die Notwendigkeit zur Erlernung der deutschen Sprache würde fast vollständig wegfallen. Unter vielen Türken herrscht offensichtlich eine ähnliche Ansicht über die Volksgemeinschaft, wie bei den Deutschen. Einmal Türke, immer Türke. Das sehen sowohl Deutsche, wie auch Türken recht gleich.















Dazu existiert ein Streitgespräch in meinem Blog mit Momorulez, in dem es unter anderem darum geht, wie faire Kritik aussehen sollte und ob der Westen nur ein Phantom ist:
http://neuesundbekanntes.wordpress.com/2008/02/07/zur-frage-der-unterschiedlichen-kulturen/
Zwar in großen Teilen von Broder nachgeplappert, aber trotzdem in vielen Punkten sehr schön dargestellt.
Wobei ja gerade die von dir verbreiteten Ansichten über die neo-faschistische Bundesrepublik Deutschland natürlich DER beste Grund überhaupt ist, hier wie die Türken ständig misstrauisch zu sein (auch der Feuerwehr gegenüber) und sich EBEN NICHT anzupassen!!!
Scheisse Telegehirn, schon wieder in der Argumantation vergalloppiert, bei dem Versuch, wie ein kritischer Denker rüberzukommen!
Von Broder nachgeplappert? Du hast mich entlarvt. Was Niggemeier für Broder ist, ist der Pragmatiker für Telegehirn. Du solltest dir einen eigenen Watch Blog zulegen.