Eine Meinungsumfrage (PDF-Download) des Harry S. Truman Research Institute for the Advancement of Peace an der Hebrew University Jerusalem und des Palestinian Center for Policy and Survey Research (PSR), die vom 12. bis zum 17. März 2008 durchgeführt wurden, ergab ein erstaunliches Bild von der Friedensbereitschaft der palästinensischen Bevölkerung:
Die Mehrheit der Palästinenser unterstützt mit 84% (Gazastreifen 91%, West Bank 79%) den jüngsten Anschlag auf eine Religionsschule in Westjerusalem. 64% befürworten Raketenangriffe aus Gaza auf Israel.
Man sollte den Palästinensern den Friedensnobelpreis verleihen, denn den haben sie sich redlich verdient. Wahrscheinlich werden nun wieder jene deutschen Antisemiten, die sich vortrefflich hinter einer moralisch aufgeladenen “Israelkritik” verstecken und ihr Wirken höchstens als Antizionismus bezeichnen würden, argumentieren, daß die bösen Israelis für alles verantwortlich sind und natürlich auch für den palästinensischen Terrorismus. Ein weiteres hoch interessante Ergebnis der Studie:
Ungeachtet der jüngsten Gewaltwelle verbleiben die israelischen Werte jedoch auf dem Stand von Dezember 2007. 41% der Israelis unterstützen demnach militärische ad-hoc Operationen im Gazastreifen, 29% fordern eine Wiederbesetzung.
Trotz der andauernden Raketenangriffe auf Städte im Süden Israels und des jüngsten Anschlags auf eine Religionsschule in Jerusalem ist auf der israelischen Seite keine Radikalisierung erkennbar. Ganz im Gegensatz zu den Palästinensern, die offensichtlich gar kein Interesse am Frieden haben und immer noch von einer neuen Shoa träumen. Mit diesen Leuten ist kein Staat zu machen und ich frage mich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis die Palästinenser begreifen werden, daß sie in einer Spirale der Gewalt stecken, aus der sie sich nur selbst befreien können, wenn sie dem Terrorismus abschwören.












“und ich frage mich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis die Palästinenser begreifen werden, daß sie in einer Spirale der Gewalt stecken, aus der sie sich nur selbst befreien können, wenn sie dem Terrorismus abschwören.”
Vermutlich dann, wenn sie ein was zu Beißen und eine ordentliche Infrastuktur haben – denn dann haben sie die Zeit sich Gedanken über ihre Lage zu machen. Im Moment ist jeder Tag dort doch ein Kamp um ein enigermaßen würdiges Leben.
Mag ja sein, dass die israelische Gesellschaft sich nicht weiter radikalisiert, aber die meisten Israelis leben ja auch in einem Wohlstand, der dem in Europa vergleichbar ist.
Wer Geld in der Tasche hat macht keine Krawalle. Natürlich bestätigen einzelne Ausnahmen die Regel.
Oder meinst du, dass Palästinenser von Natur aus zur Gewalt neigen?
“Oder meinst du, dass Palästinenser von Natur aus zur Gewalt neigen?”
Der Islam hat ein massives Gewaltproblem, aus verschiedensten Gründen dürfen sich aber nur die palästinensischen Araber zurzeit austoben. Normalerweise werden Moslems immer an der kurzen Leine gehalten – damit es mit dem Nachbarn klappt.
Ich glaube also nicht, dass der vielzitierte Nationalismus Terrorursache ist. (Dass Israel bes. Schuld trägt ebenso nicht. Geld hat damit auch nischt zu tun m.E., Hartzies sind ja bspw. auch eher pflegeleicht.)
Nachtrag:
Eine solide Betrachtung der Araberseelen wird hier geliefert:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,551661,00.html
Ungeschrieben blieb natürlich aus Gründen der pol. correctness der Grund des Realitätsverlustes, oder wie immer man das auch nennen möchte. Der Hauptgrund ist weiter oben genannt.
“die [Palästinenser haben] offensichtlich gar kein Interesse am Frieden und [träumen] immer noch von einer neuen Shoa”
“Mit diesen Leuten ist kein Staat zu machen”
… vorallem die kleinen Kinder. Genau. Was diese Palästinensergören immer für Terrorakte ausführen ist schon allerhand und schliesslich waren die sicher auch schon alle bei der Shoa dabei mit minus 64 oder so …
Der Krieg in Israel/Palästina ist schrecklich … und von mir aus gesehen längst über die platte Frage hinweg, auf welche Seite man sich stellt! Sowohl auf palästinensischer als auf israelischer Seite gibt es viele Menschen(!) die sowas von die Nase voll haben davon. – Die gibt es zu unterstützen, darüber gibt’s zuwenig zu lesen in Blogs.
Das “Nein, aber Du bist böser als ich”-Gewäsch nützt doch keinem, ausser dem Ego des Bloggers, der seine Klick-Statistik boostet damit.
@dude:
Du vergisst, dass der Kampf gegen Israel religiös und nicht nationalistisch motiviert ist. Diejenigen in arabischen Gesellschaften, die für vernünftige Lösungen sind, stehen sehr stark unter Druck und können (und teilweise “wollen”) sich nicht gegen die Religiösen durchsetzen.
Wir haben es hier mit mittelalterlichen primitiven Gesellschaften zu tun. Äquidistanz und “Alle haben es schwer”-Rufe sind hier nicht hilfreich.
Schon mal in einem arabischen Land gewesen? In erster Linie ist der Kampf dort durch Armut und Verzweiflung geprägt, eine nationalistische und religiöse Überhöhung kommt erst ergänzend hinzu. Wer dauernd geschlagen wird schlägt halt irgendwann einmal zurück.
Armut und Verzweifung gibbet aber auch in anderen Ländern und die Leute werden nicht aggro. Sogar in Europa. Dieses Gesülze mit “Armut und Verzweiflung” greift nicht, es ist der Islam, der zumindest die Infrastruktur für Terror umrahmt, wenn nicht unterstützt. Oder ist dem Che “Widerstand” als Formulierung hier, wenns um Israel geht, genehmer?
@Sky
Äquidistanz: (Mathematik), die Teilung in gleich große Intervalle
… tönt platt: aber wir sind nun mal alle menschen, punkt.
ich bin einfach überzeugt, dass eine grosse gemeinsamkeit besteht zwischen “am-frieden-interessierten” palästinensern und israelis. die israelische “peace now” bewegung gibt es seit 30 jahren. da arbeiten juden und araber (wenn Du denn meinst es ginge um religion) seite an seite für den frieden …
und: religionsvertreter die nur das beharren auf der eigenen unfehlbarkeit kennen und anders- oder “un”-gläubige nicht als gleichberechtigte (mit-)menschen akzeptieren, kann ich nicht ernst nehmen.
Du kannst mir glauben, dass “am Frieden interessierte Araber” grösstenteils die Vernichtung Israels als “Frieden” interessiert.
@Sky:
hmm … solch eine argumentation lässt ja nicht einmal die möglichkeit zu, dass es überhaupt “anders denkende” araber geben könnte … so gesehen erübrigt sich das thema “frieden”.
Hast Du die Einschränkung “gösstenteils” überlesen?
“Frieden” wird übrigens in islamisch dominierten Ländern etwas anders verstanden als von uns, es entstehen also schon bei der Semantik “kleinere” Probleme.
Irgendwie versteht man im Westen das Problem nicht bzw. will das Problem (wie u.a. die linken “Antizinisten”) nicht verstehen.
@”Armut und Verzweifung gibbet aber auch in anderen Ländern und die Leute werden nicht aggro. ” — Stimmt, in Kolumbien bilden die stattdessen Drogenkartelle und erfinden so nette Dinge wie die “Kolumbianische Krawatte” (Kehle aufschneiden und Zunge hindurch nach außen ziehen), in Westafrika führen sie Kriege um Diamanten und schlagen ganzen Landstrichbevölkerungen die Hände ab. Alle überhaupt nicht aggro, außer den Muslimen. Sorry, ich habe das Elend der arabischen Massen im Nahen Osten persönlich gesehen, und wie westliche Touristen das “romantisch” fanden, als seien sie im Zoo. Ansonsten rede ich nicht dem Terror das Wort, sondern bin da ganz bei meinem ehemaligen Kommilitonen Gadi Algazi: http://www.nahost-politik.de/friedensbewegung/taayush.htm
Wenn Du die Bindung der Aggression an den Islam nicht siehst, dann ist das doch OK. Ich kann nur darauf hinweisen, dass Armut und Verzweiflung in vielen Gesellschaften nicht zu Terrorismus und Waffengang führt, in islamischen Gesellschaften dagegen anscheinend zwingend. Die Gründe lassen sich m.E. aus dem Buch ableiten, das immer so aggro gehalten und verteidigt wird.
Der Westen sollte endlich verstehen welchen Antrieb der Israel-Konflikt (es ist ja kein Palästina-Konflikt, wie von einigen gerne behauptet wird) hat und welche Folgen für unsere gesellschaftlichen Systeme zu befürchten sind.
Eventuell können wir uns noch darauf einigen, dass die o.g. Folgen mit etwas Glück, also wenn die Säkularisierung und Entreligonisierung der o.G. schnell fortschreitet – zu Zeiten des Webs immerhin denkbar – nur in geringem Umfang eintreten könnten? Dass also bspw. Appeasement und “Entwicklungshilfe” wertvolle Zeit gewinnt?
Darauf könnten wir uns dann wohl einigen. Ein Freund von mir war gerade geschäftlich in Ramallah und verhandelte dort mit einer Softwarefirma. Die waren gar nicht rückschrittlich dort. In Bereichen wie Programmentwicklung und Design scheint es dort eine Entwicklungsperspektive zu geben, und zwar durchaus im Zusammenwachsen mit der Tel-Aviv-Area, die schon jetzt ein zweites Silicon Valley ist.
Du kannst Dich ja mal bzgl. der Wirtschaftsleistung der palästinensischen Araber informieren, auch über deren Tendenz. Da der Islam explizit wissenschaftsfeindlich ist, kann ich mir ein israelisch-arabisches Silicon Valley nicht vorstellen, aber klar, schön wärs.
Da der Katholizismus explizit wissenschaftsfeindlich ist, musste die Ansiedlung von IT-Betrieben in der Munich Area floppen, ganz klar
Schau Dir mal an, was es so an Programmierleistung Made in Pakistan und an Online-Werbung (Flash- und Directorprogrammierung und so) made in Lebanon gibt. Gerade für diese Länder mit einer schwachen oder fast nicht vorhandenen Industrialisierung, aber einer durch Auslandsstudium teilweise hochqualifizierten technischen Elite könnte genau in diesen Bereichen eine Entwicklungsperspektive liegen.
Du kannst Dir ja mal:
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/ramallah_entwickelt_sich_zum_it-zentrum_1.782978.html
reinziehen.
Ich traue den Arabern aber dbzgl. nichts zu und gehe rest einmal von eine dieser typischen Nachrichten von Journalisten aus, die in arabischen Ländern “eingebettet” sind. Vgl. Fr.Putz.
Der Libanon ist übrigens mindestens dreifach geteilt, glaub nicht, dass die Hizbollah IT-interessiert ist.
Ich bin da nicht auf solche Nachrichten angewiesen. Ein guter Freund aus dem Softwarebereich hat Geschäftspartner in Ramallah, die arbeiten längst auch für deutsche Auftraggeber. Und unsere Art, Informationen über die Gegend zu bekommen ist: hinreisen.
Wir sind ja beide vom Fach und wissen, dass es “solche und solche” gibt (soll jetzt kein Relativismus sein), ich habe mit outgesourceter SW-Entwicklung keine guten Erfahrungen gemacht. Das lag aber weniger an den Entwicklern aus China, Russland, Holland und Rumänien mit denen ich es zu tun hatte, als an der zusätzlichen Schicht, man hatte auf einmal ein “Abnehmer-int.Entwicklerteam-ext.Entwicklerteam” mit unterschiedlicher Sprache und Kultur. “Geil” werden die Abnehmer hier gerne wegen den geringen Kosten, Du weisst ja was eine Entwicklerstunde in Pakistan oder so kostet. Und richtig inkompetent sind die ja auch nie.
SW-Entwicklung und die Strukturen in islamischen Ländern beissen sich, darauf wollte ich primär hinaus. Wenn Du willst kannst Du ja von einigen Projekten skizziert berichten. “Hinreisen” und vor Ort sein bringt aber m.E. erst einmal nix für die Bewertung dre Zusammenarbeit.
Dabei ist die palästinensische Gesellschaft ja weitaus säkularer als die von an Religionsgemeinschaften gebundenen Klanstrukturen des Libanon geprägte oder gar die mittelalterliche Gesellschaftsordnung Saudi-Arabiens. Pakistan als religiös begründeter, aber säkularer Staat ist dann nochmal ein Kapitel für sich. Ich sag´s mal ganz global: Die Palis, die nicht fundamentalistisch sind, eine gute Ausbildung haben und gute Jobs (Auch wenn die nach unseren Maßstäben Billiggehälter kriegen, sind das für Ramallah Spitzenjobs) sind die Hoffnungsträger des Landes. Sowohl, was Vernunft und Verständigung angeht, als auch ökonomisch. In dieser Hinsicht könnte Ramallah zum Zugpferd der Selbstverwaltungsgebiete werden. Jenseits aller Hass-Rhetorik und aller Bombenanschläge und israelischen Vergeltungsaktionen bleibt letztendlich den Israelis und Palis doch nichts anderes übrig als Ta Ayush: Miteinander leben.
Und dann zahle ich lieber für ein paar hochmotivierte junge Ingenieure in Ramallah, als dass die keine Aufträge mehr bekommen und mangels Job womöglich anfangen, Raketen zu bauen.