Der Krieg in Georgien ist vorbei. Auf “Vermittlung” des französischen Staatspräsidenten Sarkozy stimmten Georgien und Russland einem Friedensplan zu. Er sieht vor, dass beides Seiten auf Gewalt verzichten und die Streitkräfte beider Länder sich auf ihre Ausgangpositionen zurückziehen, die sie vor dem Ausbruch der Krieges inne hatten. Dazu sollen Helfer freien Zugang zu der Region erhalten. Ob die russischen Streitkräfte sich wirklich wieder allesamt nach Russland zurückziehen erscheint mir zweifelhaft.
Mit voller Absicht wurden in Gori Zivilisten bombardiert, was man wohl als Kriegsverbrechen werten muss, denn seit der Genfer Kovention von 1949 ist die absichtliche Bombardierung von Städten, insbesondere wenn man gezielt Zivilisten ins Visier nimmt, ein Kriegsverbrechen. In Gori wurden mindestens drei Journalisten durch russische Bomben getötet, darunter ein niederländerdischer TV-Journalist. Wie man überhaupt das gesamte Verhalten der russischen Streitkräfte als massive Verletzung der Völkerrechts betrachten muss. Die Seeblockade der georgischen Küste durch die russische Schwarzmeerflotte stellt ebenso einen massiven Verstoß gegen das Völkerrecht dar, da solche Blockaden einen kriegerischen Akt darstellen und somit die Rolle Russlands als Aggressor in diesem Konflikt unterstreichen. Der Versuch Georgiens, die Kontrolle über Süd-Ossetien wiederzuerlangen, ist absolut vom Völkerrecht gedeckt.
In den letzen Wochen häuften sich Angriffe von Separatisten aus Süd-Ossetien auf georgische Streitkräfte und so sah der georgische Präsident Saakaschwili sich im Zugzwang zu handeln. In Tiflis gelangte man offensichtlich zu zahlreichen Fehlschlüssen, die dann zu dem Ausbruch des Krieges führten. Man hatte einerseits nicht mit dem massiven und völkerrechtswidrigen Eingreifen des russischen Imperiums gerechnet und andererseits hoffte man, letztendlich vergeblich, auf zumindest politische Hilfe aus der westlichen Welt. Von der UNO ist in diesem Fall, wie in anderen Konflikten (Darfur) auch, nicht mit irgendeiner konstruktiven Haltung zu rechnen, da der Russland als Vetomacht eine Verurteilung seines Angriffskrieges auf Georgien verhindert.
Wäre Georgien schon heute Mitglied der NATO, dann hätte es diesen Krieg nicht gegeben und erneut zeigt sich einmal mehr, wie wichtig und richtig die Osterweiterung der NATO war. Die russischen Imperialisten (Wo sind eigentlich die “kritischen” Stimmen der sog. “Anti-Imperialisten” geblieben, die sonst immer schnell zur Stelle sind, wenn es um die USA oder Israel geht?) würden es niemals wagen einen NATO-Staat anzugreifen. Die baltischen Staaten, mit ihrer nicht unbeachtlichen russischen Minderheit, sind somit dem Zugriff der russischen Neo-Imperialisten und ihres Militärapparats entzogen. Natürlich liegt es nicht im Interesse Russlands, wenn die NATO sich gen Osten erweitert und weitere ehemalige Staaten der Sowjetunion aufnimmt und hierin ist auch ein Hauptgrund für das völkerrechtswidrige Eingreifen Russlands in den innergeorgischen Konflikt zu sehen.
Man muss es ganz deutlich sagen: Das Imperium schlägt zurück! Russland verspürt seit 1991 einen Phantomschmerz . Nicht nur die ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die jetzt unabhängig sind, werden schmerzlich vermisst, sondern auch das Selbstverständnis Russlands als Supermacht hat seit 1991 famos gelitten und so versuchen die russischen Neo-Imperialisten mit Vehemenz den Verfall nicht nur aufzuhalten, sondern ihn rückgängig zu machen. Mit allen Mitteln und dabei wird auch vor Kriegsverbrechen nicht Halt gemacht. Wie reagiert nun Europa? Halten wir fest: Sowohl von Seiten der Politik, als auch von Seiten der interessierten Öffentlichkeit wird weit weniger Kritik geübt, als am dritten Golfkrieg, der den Massenmörder Saddam Hussein wegfegte. Abhängig von russischem Öl und Gas wagt man in Europa kaum mehr als hilflose Appelle an die russischen Aggressoren.
Während in Europa Hunderttausende sog. Friedensfreunde und Pazifisten auf die Straßen gingen, um gegen den angeblichen US-Imperialismus im Irak und in Afghanistan zu demonstrieren, bleiben die Demos heute aus. Woran mag das wohl liegen? Da in diesem Fall das klassische Feindbild Israel und die USA fehlen, bleiben die hesperophoben Massen passiv. Ganz fanatische Gegner der westlichen Welt und ihrer freiheitlichen Werte bleiben ihrem bizarren Weltbild treu und sehen in Israel und den USA die Drahtzieher des georgisch-russischen Krieges. Dazu mehr im Telegehirn War Blog.
Der georgische Präsident Saakaschwili mag sich grandios verschätzt haben und einige schmerzliche Fehlentscheidungen getroffen haben. Dennoch verdient Georgien jetzt die Solidarität der westlichen Staaten und aller freiheitsliebenden Menschen und es muss ein politischer Weg gefunden werden, um die Konflikte in Abchasien und Süd-Ossetien zu beenden und gleichzeitig den russischen Neo-Imperialismus zurückzudrängen. Dafür ist jedoch eine entschlossene Haltung der EU notwendig. Damit ist jedoch nicht zu rechnen, denn die europäischen Politiker knicken regelmäßig vor Diktaturen ein und erweisen sich als willfährige Handlager der dunklen Seite der Macht.
Europa hat keinerlei politisches Konzept, um dem russischen Neo-Imperialismus aktiv zu begegnen. Europa hat kein Rückrat, wenn es denn schon jemals eines hatte und es wird sich auch niemand finden, der eines einsetzen kann, außer den Menschen in Europa selbst. Aber da habe ich sehr wenig Hoffnung.















Die Amerikaner hätten keine Probleme damit, wenn Russland auf die territoriale Größe und militärische Stärke von Liechtenstein zersplittern würde, aber anders als die Verschwörungstheoretiker denken, ist der Rest der Welt (außer USA und Israel bzw. den Jooden) keineswegs lieb und liefert daher genügend machtpolitische Anlässe bei denen die Großmächte ihre Kämpfe um Macht und Wohlstand ausfechten können. Den Verwirrten ist diese komplizierte Welt halt nur zu kompliziert und sie hätten es gern einfacher. Und dabei natürlich auch gern ein Feindbild.
Ich denke Gazprom-Gerd steckt dahinter.
Wer die russische Politik verstehen will, sollte sich Godfather I und Godfather II anschauen.
Wie sagte doch Hyman Roth:
Das ist ein Mittel unseres Geschäfts.
Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen dem Staat und Gazprom? Ist das nicht fast deckungsgleich. Eigentlich ist Gazprom ja der Staat.
Wie ich gerade auf Phoenix gesehen habe, soll laut ARD-Korrospondent Thomas Roth die Russen über Gori hinaus Richtung Tiflis vorrücken. Besonders spannend fand ich, daß die Soldaten von der 42. aus Grosny (!) keine Hoheitsabzeichen sondern nur weiße Armbinden (wie die südossetischen Separaristen) tragen sollen. Da hat sich Sarkozy wohl übel verladen lassen. Mich erinnert das an die unzähligen „Waffenstillstände“ während des Bosnienkrieges.
Welches Druckmittel hat Europa denn? Gar keines. Im Gegenteil, denn wenn man bei Gazprom, also im Kreml, den Gashahn zudreht…
Also Nub, es sieht fast so aus als sei der kalte Krieg zurück und Europa hat keine Strategie und auch Washington sieht etwas blass aus. Jetzt wäre mal wieder die gute, alte Cowboydiplomatie gefragt. Eine Sprache die man in Moskau wenigstens versteht und sogar in einem gewissen Rahmen respektiert. So blöd wie das klingen mag.
Im Moment sind die Rahmenbedingungen dieses neuen kalten Krieges ( Neo cold war oder new cold war
) nicht wirklich abgesteckt. Was nicht wirklich Mut zur Hoffnung macht, denn in solchen instabilen Zeiten können kleine Sachen schnell missverständlich hochkochen.
Im Gegenteil, denn wenn man bei Gazprom, also im Kreml, den Gashahn zudreht…
So ist es. Und der Gerd S. (da passt wirklich mal das Wort Vaterlandsverräter
), der hat uns ziemlich verschaukelt, die Angie hat bei der Machtübernahme aber den Deal mit den Russen gerade so weiterlaufen lassen. Das endet noch so, dass wir schön lieb sein müssen, sonst dreht der Wladimir P. heute Abend mal den Gashahn zu und Papa bekommt nur kaltes Essen.
Aber im Ernst, das ist doch totale Schei**, sich von so einem noch immer auf Imperialismus ausgerichteten Staat abhängig zu machen, während zugleich immer über den Imperialismus der Amerikaner gefaselt wird… Na ja, zur Not kann man ja auswandern, wenn man keinen Bock mehr hat.
PS: Wenn ich mir unser Politikerpersonal und seine intellektuelle Analysefähigkeit so ansehe, dann werden uns wohl am Ende wieder die Amis zum X. mal aus dem Dreck ziehen müssen. Kann aber sein, dass sie dann keine Lust mehr haben. Oder dass man hier mittlerweile derart Gehirnerweichung hat, dass man ein weiteres Mal Krieg mit den Amis anfängt und wieder den Arsch versohlt bekommt. So oder so keine netten Aussichten.
Die Abkehr von neokonservativen Ansätzen, die unter der Bush-Administration (Er war nie ein Neo-Con, sondern höchstens ein Sympathisant) in den letzten zwei bis drei Jahren zu beobachten ist, wird sich möglicherweise massiv fortsetzen. Egal wer Präsident wird. Dann kommt eine neue Ära des Isolationismus, in der sich die USA mehr um sich kümmern werden, als um Old Europe, das eh schon als fast verloren betrachtet wird, weil ohne Einfluss und Willen. Ein klitzekleiner Papiertiger. Politisch und militärisch.
Schon Kathargo ist gescheitert, weil es eben ein Staat von Krämerseelen war, die nur an die wirtschaftlichen Dinge dachten. Keine schönen Aussichten für die EU. Wie ein Junkie am russ. Gashahn hängend.
Das Ausmaß, welches der mutmaßliche (der hat gute Anwälte und viel Freizeit) Verrat von Gerd S. hat, wird sich erst nach und nach zeigen. Mir schwant da nichts gutes. Jedenfalls ist er rechtzeitig auf den Zug aufgesprungen.
Noch ist es nicht zu spät russisch zu lernen.
Tja, und die Letzten werden die Ersten sein.
Unsere Mitbürger aus dem Osten, die ältere Generation, bringt mit Russisch schon die Sprache der Zukunft mit. Die DDR war eben dem Westen doch voraus!
Ich habe in Stichproben festgestellt, dass USA- und Israelkritik absolut einseitig ist. Wenn Russen solcher Verbrechen wie die Vorgenannten bezichtigt werden, meist vermutlich sogar zu Recht, sind es keineswegs die Imperialismuskritiker des großen und kleinen Satans, die dann auch den Russo-Imperialismus kritisieren. Weit gefehlt. Was geht in deren breiigen Gehirnen vor?
Übrigens glaube ich nicht, dass die Russen als Staat bei uns einmarschieren werden. Deren „Elite“ hat vermutlich längst erkannt, dass sowas der Vergangenheit angehört.
Sie nutzen eine viel schärfere Ironie: Mit dem Geld, dass sie für das Gas etc. vom Westen bekommen, damit dessen Wirtschaft weiterläuft, kauft der Russische Staatskonzernist dieselbe Wirtschaft auf, um somit seine Hegemonie zu errichten. Ist das nicht fantastisch? Das wird solange laufen, bis der groteske Durst nach Fossilem endlich sinnvoll abgebaut wurde. Bis dahin: Russisch lernen, wers nicht mehr getan hat.
Oh: Ergänzung: Russen oder Chinesen. Siehe Absatz eins.
Das ist ein wichtiger Hinweis von Marlin — heutzutage kann man seinen Einfluss dadurch geltend machen, dass man sich genügend stark in eine Volkswirtschaft einkauft. Die Russen sind da in Deutschland schon länger dran, dies umzusetzen und dies ist so gesehen tatsächlich die moderne Substitution für den einrollenden russ. Panzer. Wäre also falsch zu glauben, die Russen beherrschten nur die plumpe Vorgehensweise, die da z.T. in Georgien angewandt wurde.
Und um nochmal darauf herumzureiten: Welcher Bundeskanzler wurde denn schon mal von Russland oder einem anderen Staat eingekauft? Das mit dem Gerd ist doch ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik.
[...] Panzerkreuzer Putin Solidaritätsbesuch der Verängstigten:Solidarność Zettel: Hintergründe des Kriegs in Georgien, [...]
[...] Ach nee, es müssen zwei sein,die andere ist für die Toten des jüngsten Georgienkriegs von Panzerkreuzer Putin. Weisheit des Tages: Krieg ist Frieden,Frieden ist Krieg. Explore posts in the same categories: [...]
Marlin liegt mit der Analyse vollkommen richtig. Leider und wenn ich dann die Bundeseule (Steinmeier) reden höre, wie er dem Kreml in den Arsch kriecht, dann wird einem bange um die Zukunft. Europa steckt in einer Energiefalle.
[...] Panzerkreuzer Putin Der Krieg in Georgien ist vorbei. Auf “Vermittlung” des französischen Staatspräsidenten Sarkozy stimmten Georgien [...] [...]
Tja, „you can´t eat the cake and have it“.
Wir können nicht 1/3 unserer Energie aus oder durch Russland beziehen, und gleichzeitig ein bißchen Pistolero dort spielen. Das können auch die Amis nicht mehr, dort geht es mit der Energie auch rapide bergab.
Irgendwann musste unser hoher Lebensstandard (mit üppigen Sozialtransfers) die Rechnung präsentiert bekommen, meist aus unerwarteter Ecke. Das ist nunmal heute die Energiefrage. Aus der Energiefalle kommt Europa nicht raus, ohne am Lebensstandard zu drehen (das sagt euch ein Rohstoffingenieur, über die lange Zeit mitleidig gelächelt wurde). Also, was soll das ganze Gejaule: wollen wir unseren Lebensstandard + – erhalten, müssen wir das Scheissspiel der Energielieferanten etwas mitspielen, und einige liebgewordene Grundsätze über Bord werfen. Oder aber, wir spielen dieses Scheisspiel nicht mit, dann müssen wir vermutlich unsere Demokratie über Bord werfen. Je nach Wunsch.
Erst wenn Technologien zur Verfügung stehen, die uns von Öl/Gas völlig unabhängig machen, wird dieses Spiel beendet. Auf diese Auseinandersetzung in Deutschland freue ich mich besonders.
@lieber Hr.Baron:
Es wird dann noch rauskommen, dass regenerative Energien, also bspw. grosse Wind- und Sonnenenergieanlagen das Klima beeinflussen. Wie ich die Ökos hasse…
@ Liebe „Bohne“,
das werden wir bis zum Erbrechen zu hören kriegen, vermutlich jedoch mit sinkender Intensität. Wenn der Bürger merkt, was er für diesen Unfug zu blechen hat, ist Schluss mit lustig – und weg sind sie. Es dämmert ja schon.
Trotzdem, die technisch/kostenmäßige Lösung des Energieproblems ist und bleibt eine harte Nuss. Elektrische Energie kann und wird durch Kohle/Kernkraft kostentragbar zur Verfügung gestellt werden können. Bei der individuellen Mobilität wirds gewaltig schwieriger, mit allen möglichen Folgen für die Kfz-Industrie (die dieses Problem bis zum Abwinken kennen, aber noch keine plausible Lösung haben). Das wird spannend.
Ach die Öko-Mumien, vergiss die.
Die Bürger sind zu blöd um die hohen Energiekosten auf die Versursacher, die Ökos, zurückzuführen.
Die Hartzies bspw. sind im Prinzip immobil, wenn man mal von den billigen Flugreisen nach Malle zum Saufen absieht, LOL.
Wie Tele schon an derer Stelle richtig angemerkt hat, die Hartzies werden sich noch warm anziehen müssen.
Aber immer schön links wählen, diese Brüder.
(BTW, nicht ganz korrekt, _Frauen_ wählen – aus welchen Gründen auch immer, LOL – bevorzugt links.)
Stimmt, die Hartzies sind immobil, aber auch beim Gang zur Wahlurne – die Bevölkerungsgruppe mit der niedrigsten Wahlbeteiligung. Claro wählen die links, falls sie noch in der Lage sein sollten, in ihrem Suffkopp das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen.
Die Hauptwählermasse (arbeitende Bevölkerung und „nüchterne“ Rentner) werden hingegen die Energiekostenexplosion nicht einfach so hinnehmen, schon weil sie gar nicht mehr zahlen können.
Wer heute alles seine Heizung auf Holz umstellt, kaum vorstellbar, die Ofen/Kaminhandwerker freuen sich (und erhöhen ihre Preise).
Den Klimakatastrophikern geht bald die Luft aus, da bin ich Optimist. Bin gespannt, wann Angela auf diesen Zug springen wird. Ein bißchen Zeit hat sie noch, aber nicht mehr viel. Wir Geowissenschaftler/ingenieure tun unser Bestes.
Das trifft natürlich nicht auf alle zu, aber selten sind mir bei meiner täglichen Arbeit so viele Bedenkenträger und Demotivierte über den Weg gelaufen. Klar gibt es auch Ausnahmen. Wo nicht?
Was wollen die Wähler denn gegen die Kostenexplosion im Energiesektor machen? Wer hat denn Leute wie Müller und Clement erst dahin gebracht, wo sie erfolgreich gegen eine Liberalisierung im Energiemarkt arbeiten konnten? Die Wähler selbst natürlich.
Ich habe ja die ultimative Lösung für alle Energieprobleme in der Tasche. Etwas verrückt, gigantomanisch, irgendwie imperialistisch und doch möglich.