Deine Ankündigung für einen (sicheren) Listenplatz deiner Partei bei der Bundestagswahl 2013 kandidieren zu wollen, hat kaum einen Menschen überrascht. Als Motivation gibst du u.a. an, dass du Menschen vertreten möchtest, deren Stimmen nicht gehört werden. Damit vertrittst Du, liebe Kandidatin, den Grundsatz der repräsentativen Demokratie: Menschen geben alle vier Jahre im wahrsten Sinne des Wortes ihre Stimme ab, um sich dann vertreten zulassen und nicht mehr gehört zu werden. Dass dieser Ansatz meilenweit entfernt vom Ansatz der Emanzipation des Menschen von Herrschaft ist, sollte dir bewusst sein. Aber, liebe Kandidatin, das ist nicht der Grund, warum ich dir hier einige meiner kostbaren Zeilen widme, sondern es geht mir viel mehr um dein konkretes Verhalten mir gegenüber und ebenfalls etwas um deine mir merkwürdig erscheinenden Ansichten.
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Offener Brief an den Piraten und “parlamentarischen Anarchisten” Oliver Höfinghoff
Lieber Genosse Oliver Höfinghoff!
Hiermit nehme ich ganz offiziell und öffentlich deine Herausforderung zu einer Debatte an. Du bezeichnest dich selbst als Anarchist. Mit dem Adjektiv parlamentarisch. Das wirft viele Fragen auf und bisher warst du leider nicht in der Lage diese auch nur annähernd zu beantworten, was ich ja durchaus nachvollziehen kann, denn einen parlamentarischen Anarchismus gab es bisher nicht, weil der Anarchismus den Parlamentarismus ablehnt, da dieser sich anmaßt für andere Menschen zu sprechen und für diese zu entscheiden. Die anarchistische Förderation Berlin hat diesen Umstand anlässlich einer Wahlboykottkampagne sehr treffend visualisiert:
Aktion gegen Pro deutschland ein voller Erfolg
Die Aktion gegen Pro deutschland am Freitag (29.10.2010) war ein voller Erfolg. Rund 200 Menschen zeigten vor dem Rathaus Neukölln lautstark Flagge gegen die Rechtpopulisten und machten deutlich, daß diese Leute in Neukölln nicht willkommen sind. Es gelang erfolgreich diese Leute aufs Glatteis zu führen. Mir war von Anfang an klar, daß es nur durch geschickte Täuschungsmanöver gelingen würde, die Propagandashow der Pro deutschland Leute ins Leere laufen zu lassen.
Alerta Antifascista! Telegehirn vs Pro Deutschland
Die Rechtsradikalen von “Pro deutschland”, oft auch fälschlicherweise als “Rechtspopulisten” verniedlicht, wollen sich am 29. Oktober im Rathaus Neukölln treffen und einen dort einen bezirklichen Kreisverband gründen. Am 1. September, dem Jahrestags des deutschen Überfalls auf Polen, beantragte die Vereinigung Räume im Rathaus nutzen zu dürfen.
Das ist Wahnsinn! Nein, das ist Deutschland!
Seit 20 Jahren warne ich vor einer Wiedererstarkung deutsch-nationaler Tendenzen in Deutschland. Dabei wies ich immer wieder auf eine gewisse Kontinuität im Verhalten und Denken vieler Menschen in Deutschland hin. Das was “wir” Deutsche Ideologie nennen. Ein Großteil der Deutschen neige immer noch zu Antisemitismus, Rassismus und Chauvinismus. Dafür wurde ich oft genug geprügelt und mir wurde vergehalten, dass ich das alles doch übertreiben würde. Dass der Rassismus, nicht nur in Deutschland, aus der Mitte der Gesellschaft kommt, sollte spätestens nach der Causa Sarrazin für jeden deutlich geworden sein. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine sehr bezeichnende Studie veröffentlicht (PDF zum Download) und die Ergebnisse wären wohl noch extremer ausgefallen, aber die Studie wurde vor der Debatte um die rassistischen Theorien von Thilo Sarrazin erhoben. Im folgenden nun einige sehr beunruhigende Ergebnisse.
Im Westen scheint der Antisemitismus noch etwas tiefer verwurzelt zu sein als im Osten. Dagegen ist die generelle Xenophobie in Ostdeutschland weiter verbreitet. Fast die Hälfte fühlt sich “überfremdet” und pflegt Vorurteile a la “die Ausländer kommen nach Deutschland, um sich in die soziale Hängematte zu legen.” Wieviele Milliarden sind seit dem Mauerfall in die ehemalige “DDR” geflossen und wieviel Geld wurde dabei für Reeducation verwendet?
Der ganze neue Patriotismus zu den Fussballweltmeisterschaften 2006 und 2010, der angeblich so harmlos, erfrischend anders und gar nicht Chauvinistisch sein soll, verstärkt und transportiert genau jenen Mist, den ich nicht sehen will. Über ein Drittel will “endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben.” Jede/r Dritte befürwortet “hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland.” Da liegt Guido Westerwelle ja voll auf dem Kurs vieler Volksgenossen. Und immerhin ein Viertel möchte wieder, daß Deutschland sich seinen Platz an der Sonne erobert.
Fast jede/r Zehnte möchte, wenn es “im nationalen Interesse” liegt, gerne wieder eine Diktatur. 13,2% möchten “einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.” 23,6% sind sogar der Ansicht, dass “was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft ingesamt verkörpert.“
Auch hier liegt der Osten immer ein Stück über dem Durchschnitt. Mindestens ein Viertel denkt immer noch in nationalsozialistischen Kategorien wie Volksgemeinschaft. 13,3% der Deutschen Versager sehen sich anderen Völkern gegenüber als überlegen an und ein weiteres Fünftel teilt diese Ansicht in einem gewissen Maß.


Autobahn oder Auschwitz? Danach wurde offensichtlich nicht gefragt. Leider. Auch dank Gerd Schröder steigerte sich der Antiamerikanismus in Deutschland seit 2003 noch einmal um rund 7%. Im Osten sank der Antiamerikanismus jedoch leicht, während er im Westen deutlich anstieg.
Und es wird nicht besser. Ein Drittel sieht den “amerikanischen Imperialismus als die eigentliche Gefahr für den Weltfrieden.“
Es besteht wenig Grund zur Hoffnung und wenn sich in Deutschland mal wieder eine “Persönlichkeit” findet, die sich selbst zum Führer berufen fühlt und von den tumben Massen angenommen wird und sich nicht wie Schill den ganzen Tag mit Koks zuknallt, dann marschiert dieses Deutschland mal wieder flugs Richtung Faschismus. Mindestens. Was kann nun jede/r Einzelne dagegen tun? Ausser sich eine MP in den Keller zu packen oder Geld fürs Exil zurücklegen? Gegen Dummheit, Ignoranz und Deutschtum hilft eigentlich nur Aufklärung, Agitation und notfalls ein paar in die Fresse und den Deutschnationalen möchte ich ein Zitat des großen Winston Churchill entgegenschleudern:
We will have no truce or parley with you, or the grisly gang who work your wicked will. You do your worst – and we will do our best.
Erika Steinbach verteidigt Beleidigung von Wladyslaw Bartoszewski
In der ZDF-Sendung “Maybritt Illner” erneuerte die BdV-Vorsitzende Erika Steinbach ihre “Kritik” an Wladyslaw Bartoszewski, dem Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung und Überlebenden von Auschwitz. Nur versäumte es Erika Steinbach ihre Kritik oder sagen wir lieber Beleidigung an dem ehrenwerten Wladyslaw Bartoszewski zu konkretisieren oder zu begründen. Da kommen von Madame Steinbach nur inhaltsleere Phrasen und Pseudoargumente wie “persönliche Erfahrungen“. Ja, welche denn? Ist Erika Steinbach etwa sexuell belästigt worden? Wohl kaum, aber solch kryptische Formulierungen lassen eben vieles offen. So weigerte sich Erika Steinbach bei Mybritt Illner ihre Beleidigung, daß Wladyslaw Bartoszewski einen “schlechten Charakter” habe zurück zu nehmen.
Erika Steinbach beleidigt Auschwitz-Überlebenden
Erika Steinbach kann es einfach nicht lassen und der Jubel des rechten Gesindels ist ihr dabei sicher. Erika Steinbach, als Tochter eines deutschen Besatzungsoldaten in besetzten Polen geboren und daher bestens geeignet für die Rolle als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, hat den Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, schwer beleidigt. Im ARD-Morgenmagazin legte sie derbe nach. Der Auschwitz-Überlebende Wladyslaw Bartoszewski habe “einen schlechten Charakter“, wobei mensch dann schon die Frage stellen muss, welchen Charakter den Erika Steinbach hat. Mutmaßlich gar keinen. Der ARD-Moderator Werner Sonne versuchte Erika Steinbach eine goldene Brücke zu bauen, damit sie zurück rudern kann, aber sie führte stets nur “persönliche Erfahrungen” ins Feld und geizte mit einer Begründung für ihre schwere Beleidigung. Erika Steinbach unternimmt alles, um die deutsch-polnischen Beziehungen zu belasten. Der nun von ihr schwer angegriffene Wladyslaw Bartoszewski hatte Steinbachs Äußerungen zu der Frage der polnischen Mobilmachung 1939 nicht kommentiert und vor diesem Hintergrund ist es mehr als unverständlich, daß sie Wladyslaw Bartoszewski derart scharf attackiert. Erika Steinbach kann es einfach nicht lassen.
Samenspender gesucht?
Viele Besucher finden meinen Blog über diverse Suchmaschinen wie Google oder…gibt es da noch andere? Ja, ich finde zum Beispiel Ecosia recht interessant. Oft sind recht skurile Suchanfragen dabei, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, aber heute wurde eine ganz neue Dimension erreicht. Eine Frage habe ich aber noch und vielleicht liest ja die Frau, die diese Suchanfrage gestellt hat mit: Soll das Sperma natürlich übertragen werden oder soll ich es per Post schicken? Und eigentlich bin ich doch im Grunde meines Herzen sehr romantisch…
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Alice Schwarzer
Jetzt hat auch Alice Schwarzer ein Buch zum Thema Islamismus und Integration veröffentlicht. Alice Schwarzer hat sich in der Vergangenheit immer mal wieder mit dem Islamismus auseinandergesetzt und geriet dabei unter anderem mit Milli Görus aneinander. Ich bin ja oft skeptisch, was Alice Schwarzer so macht. Der Name der Zeitschrift Emma wurde an die Anarchisten Emma Goldman angelehnt, aber die Emma ist wenig bis gar nicht emanzipatorisch. Oft wird nur der selbst Schmonz reproduziert, denn die Männer schon falsch machten und den die Frauen nun imitieren sollen. Mit wahrhafter Emanzipation hat das wenig zu tun. Die Thesen von Alice Schwarzer sind oft krude und wenig durchdacht, doch die mediale Aufmerksamkeit ist ihr immer sicher. Alice Schwarzer glaubt z.b. eine Verbindung zwischen Sadomasochismus und Faschismus zu erkennen, was absoluter Unsinn ist.
Ihre Thesen zum Thema Islam/Islamismus und Integration sind durchaus näher an der Realität als jene von Thilo Sarrazin, was nicht so schwer sein sollte und im Gegensatz zum Triefauge zeigt sie auch mögliche Lösungswege auf. Denn in einem hat Alice Schwarzer leider recht:
Kurzum: die Sorge um die in den letzten 200 Jahren so mühsam und blutig erkämpften Menschenrechte im Westen.
Aber brauchen wir dafür die Gefahr des Islamismus? Diese Rechte werden uns doch viel stärker von der politischen Elite beschnitten. Welche Bedrohung ist denn nun realer. So ganz persönlich für mich? Was die absolut berechtigte Kritik am Islamismus in diesen Tagen und Wochen allerdings recht schwer macht, ist die Hetze, die keine Kritik mehr ist, sondern darauf zielt aus niedrigsten Beweggründen über alles herzuziehen, was nicht deutsch und christlich ist. Dabei geht es Leuten wie Sarrazin gar nicht um irgendwelche Werte, die wir in den letzten 200 Jahren erkämpft haben. Und seinen Adepten auch nicht. Ich werde morgen aufzeigen, welchen Dammbruch Thilo Sarrazin ausgelöst hat und nun ergiesst sich die braune Flut mal wieder übers Land. Daher bin ich auch bei Alice Schwarzer sehr skeptisch. Welche Motive hat sie?
Heinz Buschkowsky und die Kita-Pflicht
Politiker in Deutschland neigen bei Problemen oft zu Aktionismus. Besonders wenn die Boulevardpresse mal wieder eine Sau durchs Dorf getrieben hat. Heinz Buschkowsky, der Bezirksbürgermeister von Neukölln, will eine allgemeine Kita-Pflicht für Kinder ab dem ersten Lebensjahr einführen. Als ich davon hörte, musst ich zusammen zucken, denn das erinnerte mich doch stark an die DDR. In der DDR wurde die Erziehung der Kinder total vom Staat gesteuert und gelenkt. Sicherlich meint Heinz Buschkowsky es nur gut, aber er schiesst weit über das Ziel hinaus. Schon jetzt gibt es nicht genügend Kita-Plätze und einen eklatanten Mangel an Erziehern. Wie das alles finanziert werden soll, steht doch vollkommen in den Sternen und bei einer derart notwendigen Expansion leidet die Qualität von KITAs. Solche undurchdachten Vorschläge sind Auswirkungen des um sich greifenden Sarrazinismus. Erst nichts tun, dann blind handeln. Wer wundert sich da noch, daß zwischen der politischen Elite und den Beherrschten ein riesige Lücke klafft?
Auf der Jagd nach dem verlorenen Bären
Oft bin ich es leid, wenn ich hier nur über die Erfolge von Terroristen, Antisemiten und anderem Abschaum berichten muss. Da sehnt mensch sich doch nach postiven Nachrichten, die einem ein gutes Gefühl vermitteln, daß diese Welt eben nicht nur schlecht, böse und verlogen ist. Die folgende Geschichte hat einen hohen Herzschmerz-Wohlfühlfaktor.
Marcel Bartels ist nicht Marcel Barthels oder auf in den Infokrieg
Da lese ich doch heute, daß morgen eine mehr als interessante Veranstaltung stattfindet. Der als pathologischer Querulant bekannte und vielfach verurteilte Verschwörungstheoretiker Marcel Bart(h)els, der als williger Pudel des völlig durchgeknallten Antisemiten Jürgen “cain the brain” Külbel traurige Berühmtheit erlangte, ist offensichtlich einer der Gastgeber. Bravo! Da geht ein herzlicher Dank in die Ilsestr. 26.
Roland Koch und ich
Im Leben gibt es eine einzige Kontinuität: Den Wandel. Nichts ist schlimmer für jedes Leben als Stillstand, denn stets bedeutet Stillstand den Tod. So mag es vielleicht auch Roland Koch empfunden haben. Für ihn ging es auf seinem Weg nicht mehr weiter und so geht er jetzt einen neuen Weg. Wie ich seit einiger Zeit neue Wege gehe, weil es nicht mehr wirklich weiter voran ging. Roland Koch wollte Kanzler werden. Merkel ist und bleibt es auf absehbare Zeit. Das mag frustriert haben. Einen solchen Konflikt fechte ich nun nicht gerade aus und Kanzler wollte ich noch nie werden. Vielleicht Königin, aber das ist eine andere Geschichte. Roland Koch, so kann man es überall lesen, strebt eine Tätigkeit in der Wirtschaft an. Warum auch nicht? Denn Politik soll sich ja irgendwann auch mal auszahlen. Mich zieht es auch in die Wirtschaft. Auch der Mossad muss sparen und so wurde meine dreiviertel Stelle ersatzlos gestrichen. Ob es sich am Ende auszahlt? Wer weiß.
“Tele, wann kann ich mal wieder was neues von dir lesen?”
“Kannst Du doch, aber eben nicht mehr unter Telegehirn.”
Die Marke Telegehirn hatte sich irgendwie überlebt. So wie Roland Koch als Kanzler im Wartestand keinen Sinn mehr machte. Seine Entscheidung stand wohl schon eine ganze Zeit lang fest. Meine wohl auch. Im Gegensatz zu Roland Koch musste ich den Wandel nicht groß ankündigen. Ich habe einfach aufgehört hier zu schreiben. Nicht wegen der virtuellen Gartenzwerg-Guerilla und dem was da dran hängt. Nein. Im Gegenteil. Gegen diesen alltäglichen Wahnsinn, den deutschen Wahnsinn, lohnt sich das Anschreiben allemal. Und nicht nur das. Es war mir einfach nicht mehr möglich jene Qualität zu halten, die ich für absolut notwendig erachte. Das Paradoxe war und ist: je erfolgreicher und durchschlagender das hier wurde, desto weniger Sinn machte es.
Vielleicht ist mir dieses Hobby einfach nicht mehr wichtig genug. Ein Problem mag auch sein, daß ich das hier alles nicht so ernst genommen habe. Im Gegensatz zu zahlreichen meiner LeserInnen. Oft hatte ich zum Ende hin den Eindruck, daß die meisten hier lesen, um sich aufregen zu können. Das war nie mein Ziel. Keine Frage: Die Lust an der Provokation und der Konfrontation scheint mir in die Wiege gelegt worden zu sein. Jedoch: ein Teil meines Umfeldes nimmt mich eher als Vermittler war. Einige Male fiel auch schon das “böse” Wort: Sozialarbeiter.
Nicht nur die Zeit fehlt mir, um zu bloggen, sondern auch die Lust. Zurückblickend kann ich sagen: ich habe mich gewandelt. Was sich ja irgendwie in der realen und der virtuellen Welt manifestieren muss. In meinem Leben hat sich viel verändert, was ich phantastisch finde. Beruflich mag sich viel geändert haben, aber trotzdem sehe ich meine Prioritäten eher auf zwei Feldern: Gesundheit und Liebe. Zwei sehr verwandte Felder, wie ich finde. Besitzt man beides, wird es selten wert geschätzt. Und fehlt beides oder nur eines…Naja, das kann sich jeder selbst ausmalen. Um Liebe und Gesundheit muss man kämpfen und der Sieg ist keineswegs gewiss und nie endgültig. Auf beiden Feldern regiert die Unsicherheit und oft auch die Furcht. Daher gilt es mutig voran zu schreiten. Wie einfach getippt und wie schwierig ist es dies doch umzusetzen.
Wie geht es hier nun weiter? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Ein Projekt werde ich in diesem Jahr wieder aber auf jeden Fall wieder realisieren: Einen Blog zur Fußball-WM. Vor vier Jahren gab es ein wunderbares Tippspiel. Der hier immer noch hochverehrte Statler hatte mich herausgefordert und verlor knapp. Daher möchte ich Statler die Gelegenheit zur Revanche geben und es wäre mir eine große Freude, wenn ich mich mit den Kollegen noch einmal messen könnte.
Wie es nach der WM weiter geht, werden wir dann sehen.
Es geht weiter, vielleicht.
Mir geht es gut, richtig gut. Auch ohne Blog. Einige vermissen neue Artikel und hätte sogar das eine oder andere Thema, was ich gerne mal durch Kleinbloggersdorf jagen würde, aber ich bin privat, wie beruflich derart eingespannt, daß mir einfach die Zeit fehlt, um meinen eigenen Qualitätsansprüchen zu genügen. Das Fehlen eines Phantomschmerzes hat mich durchaus zu der Überlegung geführt, ob ich überhaupt weitermachen soll, aber ich tendiere eher zum Weitermachen, als zum Aufhören, obwohl ich Statler wirklich gut verstehen kann. Die deutsche Polit-Blogosphäre steckt in einer mittelprächtigen Krise, die sogar zum totalen Kollaps führen könnte. Sicherlich gibt es einige sehr gute Blogs mit prächtigen Autoren, aber es gibt leider, im Gegensatz zu den USA mehr Masse als Klasse. Während die amerikanische Blogosphäre in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt erleben wird, dank der Präsidentschaftswahlen, wird wohl auch die Bundestagswahl im nächsten Jahr, der deutschen Blogosphäre kein neues Leben einhauchen können. Es kommt halt bei mir einiges zusammen und so vermisse ich bei mir eben die Lust aufs Bloggen. Was sich hoffentlich in der Zukunft ändern wird. Es geht weiter, aber ich weiß nicht wann.
Deutsche sagen Nein zur Solidarität mit Afghanistan
Mein Artikel über eine mögliche Ausweitung des Einsatzes der Bundeswehr gegen die islamofaschistischen Taliban in Afghanistan, hat den Kollegen Tom von TOM’S WOCHENSCHAU (Treffende und wohl selbstironisch gemeinte Selbstbezichtigung: “Dieses Weblog ist in seiner Irrelevanz kaum zu überbieten”) dazu veranlasst, einen interessanten Vergleich anzustellen, denn sowohl ich, als auch der Spiegelfechter, ein hier wohlbekannter antiwestlicher Bloggerkollege, der in der Vergangenheit meist durch recht schräge Artikel auffiel, wählten als Titel “Germans to the front“. Jedoch setzte ich ganz bewusst ans Ende der Überschrift ein Ausrufe- und ein Fragezeichen.
Auch ich habe einige Bauchschmerzen, bei dem Gedanken an deutsche Kampftruppen im Ausland, aber aus ganz anderen Gründen, als die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung und einiger deutscher Blogger, die wohl, wie die Mehrzahl aller Deutschen, meinen, Freiheit wäre nicht für alle, besonders nicht für jene Afghanen, die heute vom Joch der schändlichen Tyrannei der Taliban und ihrer ruchlosen Verbündeten von Al-Kaida, befreit wurden. Sicherlich ist auch heute nicht alles eitel Sonnenschein am Hindukusch, aber es ist erst ein Teil des Weges zurückgelegt und um ihn zu Ende gehen zu können, sind eben wahrhaft Blut, Schweiß und Tränen notwendig. Vieler meiner Mitmenschen in Deutschland sind ja anscheinend zu der Ansicht gekommen, daß man sich durch den Aufenthalt in der Quarantäne der neutralen Ecke, stillschweigend eine Art von Frieden mit den Islamofaschisten erkaufen könnte. Dieser Frieden wäre nicht nur trügerisch, sondern auch eine Schande für die freie Welt und alle freiheitsliebenden Menschen.
Let it Burn
Das letzte liberale Lagerfeuer, das von Daniel Fallenstein hervorragend organisiert wurde, war ein voller Erfolg und es wurde sowohl viel gelacht, als auch viel diskutiert. Nun lädt Daniel Fallenstein “alle politisch interessierten Blogger und Leser ein, die ihre Diskussionen im Real-Life fortführen wollen, ohne ihr Gegenüber beleidigend anzugehen“, sich am 26. April in Berlin zu treffen.
Schuld sind natürlich immer die Juden
Palästinensische Terroristen verübten gestern einen Selbstmordanschlag in der israelischen Stadt Dimona und ermordeten eine Frau. Nur einer der Terroristen konnte seine Bombe zünden. Der zweite Palästinenser wurde erschossen, bevor er seinen Bombengürtel zur Explosion bringen konnte. Die palästinensischen Reaktionen waren eindeutig und typisch: Salutschüsse, Jubelszenen und verteilte Süßigkeiten. Dazu jede Menge stolze Verwandte, die zu weiteren Anschlägen aufriefen. Lila liegt mit ihrer Aussage zu den Jubelfeiern in Gaza richtig:
Und es markiert für mich einer der größten symbolischen Unterschiede zwischen der zivilisierten Welt und der unzivilisierten, tut mir leid, so politisch unkorrekt das klingt. Wer den Tod einer unschuldigen Zivilistin beim Einkaufen als Sieg bejubelt, ist erstens ein Feigling. Und zweitens ein Barbar.
Germans to the front!?
Es ist zugegeben ein schwieriges Thema: Deutsche Kampftruppen in Afghanistan. Aber es geht um viel mehr, denn die NATO, der Garant kollektiver Sicherheit in Europa, steht vor ihrer größten Zerreißprobe seit ihrer Gründung. Sie droht in Staaten zu zerfallen, die sich an der Bekämpfung der islamofaschistischen Kräfte in Afghanistan beteiligen und in solche, die sich partout nicht an der Verteidigung der freien Welt beteiligen wollen. Die Aufforderungen aus den USA und Kanada, besonders an Deutschland, sich endlich mit Kampftruppen, auch im Süden Afghanistans zu beteiligen, sind mehr als deutlich. In Deutschland wird der Gedanke, daß sich deutsche Truppen an den Kämpfen gegen die Taliban und Al-Kaida beteiligen einhellig abgelehnt. Diese Solidaritätsverweigerung wird leider nicht von dem Gedanken getragen, daß deutsche Soldaten in der Vergangenheit bei “Kampfeinsätzen” im Ausland stets die Rolle des Aggressors inne hatten und daher doch lieber nie mehr ins Ausland geschickt werden sollten, um dort für faschistische Weltherrschaftsphantasien zu streiten. Viel mehr spielt hier wieder der altbekannte und so typisch deutsche Antiamerikanismus eine, wenn auch versteckte und daher nicht leicht zu erkennende Rolle.
Telegehirn ist käuflich!
Kritiker und Freunde haben es ja schon immer geahnt: Telegehirn ist käuflich!
30. Januar 1933 – Gestern, heute und morgen
Heute ist der 75 Jahrestag der sogenannten “Machtergreifung” der Nationalsozialisten. Dabei ergriffen die Nazis die Macht ja gar nicht, denn sie wurde ihnen auf einem silbernen Tablett serviert. Einerseits von den Wählern und Wählerinnen, die in Massen die Nazis wählten und ihnen vor dem 30. Januar 1933 in diverse Landesregierungen verhalfen und andererseits von fast allen bürgerlichen Kräften der Weimarer Republik. Insbesondere die Konservativen um und hinter dem Reichpräsidenten Paul von Hindenburg waren damals begierige Steigbügelhalter der NSdAP. Nicht nur Konservative begünstigten den Aufstieg der NSdAP, sondern auch alle anderen politischen Parteien und Gruppierungen, die sich als „bürgerlich“ und „demokratisch“ verstanden waren nicht gerade herausragende Antifaschisten. Die Zerstrittenheit und Zersplitterung der Parteienlandschaft war ein weiterer Grund weshalb sich die braune Flut so ungehindert ausbreiten konnte.




