Der letzte absolutistische Herrscher Europas ist am Samstag in Bayern eingefallen und tourt seit dem durch die Stationen seines irdischen Vorlebens. München, Marktl am Inn (Vom Inn kommen immer die besten Führer.), Altötting und heute musste Aschaffenburg den Einfall jenes Mannes erleben, der sich als irdischer Stellvertreter des Sohnes eines höheren Wesens bezeichnet.
300.000 Menschen wurden heute bei der Open-Air Veranstaltung der römischen Sekte in Regensburg erwartet. Es wurden extra Bundeswehrsoldaten hingekarrt und auch Soldaten die entweder gar nicht an ein höheres Wesen glauben oder Anhänger des höheren Wesens sind, die dem Papismus abgeschworen haben, waren dabei. Aber ist doch klar: was macht man lieber: Entweder öden Dienst schieben oder mit dem Bus von Straubing nach Regensburg gefahren zu werden, um mal den letzten absolutistischen Herrscher Europas zu sehen? Die Antwort dürfte eindeutig sein. Dazu wurden noch Kinder in Massen angekarrt; man wurde an die Zeiten des real existierenden Sozialismus erinnert, als solche Propagandaveranstaltungen aufgezogen wurden. Doch das alles nützte nicht viel, denn es kamen nur etwa 150.000 Menschen zu der Open-Air Gaudi. Auch waren wohl zahlreiche Polen gekommen, denn die Saisonarbeit nähert sich dem Ende.
Sehr zutreffend schreibt der Focus:
Die vorderen Plätze sind der Prominenz und himmlischem Personal vorbehalten: Priester, Klosterschwestern und Scharen von Ministranten in rot-weißen Gewändern feiern mit. Die Zahl der Fähnchen schwenkenden Kinder ist groß, denn in Bayern wurden die Schulferien wegen des Papstbesuchs um einen Tag verlängert.
In München bekam Herr Ratzinger einen Staatsempfang, denn wir sind in Bayern und dort ist Gammelfleisch immer gern gesehen, und sowohl der Bundespräsident, als auch die Bundeskanzlerin, beide Anhänger der non-papistischen Richtung, waren anwesend herzten Herrn Ratzinger. Dazu war noch der bayrische Ministerpräsident Stoiber erschienen: “Das, Heiliger Vater, ist meine Muschi, äh Frau.”
Das Interesse an Ratzinger hielt sich in München in Grenzen und die Strassen waren alles andere als reichlich gefüllt und der Herr aus Rom fuhr in seinem, von der Industrie gesponserten, Panzermobil durch die Hauptstadt der Bewegung. Überall wo der Herr Ratzinger auftaucht fängt er an Propaganda für das höhere Wesen zu betreiben und die Medien sind zur Stelle und transportieren die Märchen in die deutschen Wohnstuben. Daheim wirft man mittlerweile Kruzifxe in Richtung Glotzomat und verflucht die Medienhysterie, die von den Privaten und Staatlichen betrieben wird. Auf einem halben Dutzend Kanälen gibt es den ganzen Tag nur Ratzinger, Ratzinger, Ratzinger. Jeder Furz des Herrn Ratzinger wird beleuchtet und als göttliche Offenbarung verkauft.
Mit Suggestivfragen wurden bestellte Jubelperser von erzkatholischen Reportern befragt und gaben, wie dressierte Hamster, die richtigen Antworten. Sogenannte Experten wurden in den Pausen zwischen den Auftritten des Herrn Ratzingers von handverlesenen Moderatoren “befragt” und die Experten waren ihr Geld wert. Kritik hatte da keinen Platz und stattdessen wurde von Mr. Burns geschwärmt. Wenn Sie mal genau hinschauen und dazu noch ein Kenner der “Simpsons” sind, dann achten Sie mal auf die Gemeinsamkeiten zwischen Mr. Burns und Herrn Ratzinger. Alleine schon die Ähnlichkeit mit der beide Gestalten durch die Gegend schlurfen, ist frappierend.
Gestern reiste der Herr Ratzinger in Wallfahrtsort Altötting und betete dort zu einer 500 Jahre alten Holzfigur, die angeblich die Mutter des jüdischen Revoluzzers darstellen soll, der vor 2000 Jahren von den römischen Besatzern, als Terrorist, hingerichtet wurde. Jedenfalls war Herr Ratzinger sehr ergriffen und auch die Medien-Claquere waren aus dem Häuschen.
Die Kosten für den Besuch werden natürlich vom Steuerzahler aufgebracht. Ich hörte etwas von 6 Millionen Euro. Das sollen aber nur die Kosten für die Sicherheit des Sektenoberhaupts sein. Dazu kommen noch enorme volkswirtschaftliche Kosten. BMW hat heute die Produktion eingestellt und die A3 bei Aschaffenburg wurde vollständig gesperrt. In München wurden ebendalls viele Strassen gesperrt und hunderte Fahrräder entfernt und dutzende Autos abgeschleppt. Der wirtschaftliche Schaden dürfte also ungleich höher liegen. Man muss alles schon als Wahnsinn bezeichnen. Alleine der, in besonders öbszöner Weise, vorgetragene Reichtum der Organisation, der Herr Ratzinger jetzt als unfehlbares Oberhaupt vorsteht, macht einen wütend. Wenn man dann noch z.B. an die Diskriminierung von Frauen durch die Sekte denkt oder die Verteufelung von Verhütung betrachtet, geht mir der Hut hoch.
Aber Herr Ratzinger wird hier nicht mit Kritik behelligt und kann seinen religiösen Amoklauf ungestört durchziehen. Da redet er von “Gottesangst”, durch die der Atheismus entstanden sei und kritisiert die Aufklärung und bezieht gegen die Evolutionslehre Stellung.
Das ist alles aber unwichtig, denn: “Wir sind Papst! Papst aus Bayern!”