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Heroinmodellprojekt wird fortgesetzt, aber…

9 Kommentare

weder wird dieses vorbildliche Projekt auf weitere Städte ausgedehnt, noch wird das synthetisch hergestellte Heroin (Diamorphin) als Medikament zugelassen werden. Damit wird Diaphormin auch nicht in den Regelleistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden können. Die dafür notwendige Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BTMG) lehnt die Union weiterhin energisch ab.

In den sieben teilnehmenden Städten können die etwa 300 Schwerstkranken aufatmen, denn die Union hat eingelenkt und stimmt wenigstens einer Fortsetzung des Heroinmodellprojekts in seiner jetzigen Form zu. Der Fraktionschef der Union, Volker Kauder, lenkte nach einem Gespräch mit Ole von Beust und Roland Koch ein und anscheinend hat es auch sanften Druck aus dem Kanzleramt gegeben. Volker Kauder erklärte: „Den Vorwurf, dass jemand stirbt, weil sein gewohntes Programm nicht fortgeführt wird, kann ich nicht verantworten.

Das Einlenken der Paläo-Konservativen innerhalb der Union bedeutet nicht etwa, daß die Union aus Einsicht oder durch Vernunft zu dieser Entscheidung gekommen wäre, sondern sie spürte, auch innerparteilich, deutlich den Gegenwind der Befürworter, unter ihnen die sieben Stadtoberhäupter der teilnehmenden Städte, einer Fortsetzung des Heroinmodellprojekts. Die Hardliner in der Union haben die Hoffnung, daß sie durch diesen Minimalkompromiss, der nur den Status Quo beibehält, die Forderungen nach einer Ausdehnung des Modellprojekts über Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Köln und München hinaus und eine Änderung des BTMG zu verhindern.

Die Fortsetzung des Heroinmodellprojekts ist auf jeden Fall zu begrüßen, aber es ist einfach zu wenig, jetzt auf der Hälfte des Weges stehen zu bleiben, nur weil eine kleine Gruppe von hinterwäldlerischen Konservativen die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen will. Auch gegen die ideologischen Vorbehalte der konservativen Hardliner sollte Diamorphin als Medikament zugelassen werden und da es nicht nur in den sieben Städten Schwerstkranke gibt, denen nicht anders geholfen werden kann, als mit der medizinisch kontrollierten und überwachten Abgabe von Diamorphin, sollte das Heroinmodellprojekt auch auf andere Städte ausgeweitet werden.

9 thoughts on “Heroinmodellprojekt wird fortgesetzt, aber…

  1. Drogen vom Staat sollte es natürlich nicht geben. Schöne Rechtfertigungen („Schwerstabhängige“) stehen da bereit, bearbeiten den unerfreulichen Sachverhalt unzureichend.

    Mir will man das Rauchen verbieten und Junkies bekommen ihr Heroin (Methadon reicht ja nicht, kein Flash LOL) in regelmässigen zeitlichen Abständen vom Staat in so genanten Heroinambulanzen. LOL

    Genau sowas macht Deutschland kaputt.

  2. Es handelt sich nun mal um Schwerkranke und denen sollte man nun mal helfen. Das das jetzt sogar von den konservativen Betonköpfen erkannt wurde, ist ein Fortschritt.

    Wenn Du mal etwas gelesen hättest, dann wäre dir aufgefallen, daß Diaphormin wirksamer ist als Methadon. Mit Flash hat das wenig zu tun.😉

    Das Rauchen will man ja nicht verbieten, sondern „nur“ einschränken, auch wenn das teilweise recht merkwürdig anmutet, wenn man an das angedachte Rauchverbot im Auto denkt.

    Das macht Deutschland nicht kaputt. [Antideutscher Reflex]Leider könnte man sagen. [/Antideutscher Reflex]

    Sollen die Kranken, ja Kranken, etwa wieder kriminell werden oder sich mit schlechtem Stoff den letzen Schuss setzen? Wem wäre damit gedient?

  3. Ist halt ein methodischer Fehler bei der Drogenbekämpfung. Man muss die Leute vom Stoff wegkriegen.

    Dem werdenden Nichtraucher würde ich auch keine Nikotinpflästerchen empfehelen, sondern 2-3 Wochen Abstinenz und der Rauchdrang ist verschwunden und vergessen.

    Und wenn schon der methodische Fehler gesellschaftsfähig geworden ist, dann werden natürlich auch andere Fehler gemacht.

    Keine Fundamentalopposition an dieser Stelle gegen Antideutsches und Kaputtmachen (D geht mir auch ein wenig auf die Nerven), aber macht das besser mal, wenn ich nicht hier wohne – und ihr auch nicht selbstverständlich. Kaputtmachen? – Ja, aber am besten immer anderes und durch andere und idealerweise immer auch das, was wert ist kaputtgemacht zu werden. (Amerika z.B. LOL – vermutlich ist kaputtmachen doch nicht so toll?!)

  4. Mit Diaphormin bekommt man die Leute viel besser als mit Methadon von der Sucht los. Auch das hat das Modellprojekt eindeutig belegt in der Schweiz und in den Niederlanden sind ähnlich positive Erfahrungen gemacht worden. Das kann und darf man nicht ignorieren.

    Man Nikotinsucht nicht mit einer Abhängigkeit von Heroin vergleichen. Das ist ein himmelweiter Unterschied oder werden Leute ohne Nikotin kriminell?😉

    Wie haben die Scherben gesungen? „macht kaputt was euch kaputt macht!“🙂

  5. „Mit Diaphormin bekommt man die Leute viel besser als mit Methadon von der Sucht los. Auch das hat das Modellprojekt eindeutig belegt “

    Das Modell mit Anne Nicole Smith?

    „in der Schweiz und in den Niederlanden sind ähnlich positive Erfahrungen gemacht worden. Das kann und darf man nicht ignorieren.“

    Das ist Gutmenschen-Politik, das Richtige wollen, das Falsche erreichen. Oder anders formuliert: Das Gutgemeinte ist der natürliche Feind des Richtigen.

    Übrigens sind die „ermutigenden“ Ergebnisse mit Programmen a la „Drogen vom Staat“ und die „positiven“ Erfahrungen Phantasieprodukte der Sozialfuzzies, die sich hier versuchen und nach eminer Einschätzung nie wirklich das letzte tun würden den Drogenabhängigen von der Sucht wegzukriegen. Ist doch so viel bequemer, Junkies kriegen ihre Grundversorgung kostenfrei, die Sozialfuzzies mischen schön mit und mehren sich und der anonyme Dritte, der Staat, zahlt die Party.

  6. Nix Anna Nicole Smith.

    Die Abgabe erfolgt unter fachärztlicher Kontrolle. Hast Du die Studie mal gelesen? Auch hat das nix mit irgenwelche Sozialfuzzys zu tun. Durch Diamorphin haben mehr den Absprung von der Sucht geschafft, als durch Methadon. Das ist fakt.

    In den Niederlanden und der Schweiz hat man ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch das ist fakt.

    Auch geht es nicht um Party, die vom Staat bezahlt und organisiert wird. Es handelt sich hier um Schwerstabhängige, Schwerstkranke, die bisher keine wirkliche Perspektive hatten.

    Das kann man zur Kenntnis nehmen oder auch nicht.😉

  7. Hamster schrieb:
    > Drogen vom Staat sollte es natürlich nicht geben.

    Warum nicht? Die praktischen Vorteile einer pragmatischen Lösung sind unübersehbar:

    – Suchtkranke müssen sich ihre Drogen nicht mehr durch Dealen, Prostitution und andere Beschaffungskriminalität finanzieren, so daß unsere Straßen, Bahnhöfe und öffentlichen Plätze sicherer (und eventuell sogar sauberer) werden und das aggressive Betteln, die Belagerung öffentlicher Plätze durch Süchtige und andere Belästigungen in unseren Innenstädten zurückgehen

    – saubere Chemikalien werden unter ärztlicher Aufsicht kontrolliert verabreicht, Suchtkranke können angelegentlich angemessen medizinisch versorgt und mit Therapieangeboten erreicht werden

    – es ist für die organisiert kriminellen Profiteure nicht mehr lukrativ, Menschen „anzufixen“, so daß die organisierte Kriminalität zurückgedrängt und einer ihrer größten Einnahmequellen beraubt wird

    Noch einmal kurz zusammengefaßt: mit Drogen vom Staat werden unsere öffentlichen Räume sicherer, Suchtkranke erhalten ein halbwegs menschenwürdiges Leben, organisierte Kriminelle werden zurückgedrängt und die Drogenkriminalität wirksam bekämpft. Welche Argumente wiegen so schwer, daß sie diese praktischen Vorteile überwiegen?

  8. ihr habt doch alle kein plan was es heißt heroin oder methadon oder egal von was süchtig zu sein.das wünsche ich meinem schlimmsten feind nicht.ich spreche da aus erfahrung !!! viele grüße aus lüdenscheid von einem,,junkie,,:-)

  9. sucht ist eine der schmerzvollsten krankheiten die es gibt auf der welt.und sie ist auch eine der am schwerst heilbarsten krankheit.als süchtiger hast du kein leben sondern einen KAMPF !!!

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