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Der Oberstleutnant und der Kolonialkrieg

11 Kommentare

In einem Artikel für die Wochenschrift „Freitag“ darf der Oberstleutnant der Bundeswehr, Dipl. Päd. Jürgen Rose, hier ein Foto, der stets am Ende seiner Machwerke betont, daß er „nur seine persönlichen Auffassungen“ vertrete, mal wieder seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Der Artikel im „Freitag“ beginnt schon mit einem hinkenden Nazivergleich und Rose malt das Menetekel von Stalingrad an die Wand und stellt fest „wie katastrophal der militärische Größenwahn endete, ist allgemein bekannt – außer im Oval Office zu Washington, so scheint es.“ Für Rose scheint der faschistische Feind in Washington zu sitzen, denn der „Präsident aus Texas“ beharre ja „starrsinnig auf seinen abstrusen Plänen zur gewaltsamen Neuordnung des Greater Middle East“ und das sei natürlich „imperiale Hybris gepaart mit militärstrategischem Dilettantismus„, der natürlich nur in den Abgrund führen, ganz so wie in Stalingrad.

George Bush und seine neokonservativen Ratgeber“ lässt das natürlich alles vollkommen kalt, wie damals beim Führer. Wegen dieser Gefühlslosigkeit und angeblichen Rücksichtslosigkeit der Neo-Konservativen, die im Moment mal wieder als Feindbild herhalten müssen, sei es „nur konsequent“, wenn „die von der einzig verbliebenen Supermacht“ angestifteten Kolonialkriege im Nahen und Mittleren Osten fortgeführt“ werden. Muss man hier noch einmal alle Menschenrechtsverletzungen der Taliban aufzählen? Unter den Taliban gab es keine Menschenrechte. In welchem Universum kann der Krieg gegen eine faschistische Terrorbande, wie die Taliban, ein Kolonialkrieg sein? Handelt es sich etwa um die Art von Kolonialkrieg, wie es ihn zu Zeiten des Wilheminismus gegeben hat? Meint Rose, daß man die Afghanen wie die Hereros abschlachte?

Laut Rose, würde die Lage für „die NATO-Besatzungsmacht in Afghanistan“ immer prekärer werden und deshalb seien „Truppenverstärkungen erwünscht„, denn sonst würde „das ISAF-Korps befürchten, durch die angekündigte Frühjahrsoffensive des afghanischen Widerstands ernsthaft in Bedrängnis zu geraten.“ Taliban-Faschisten gleich afghanischer Widerstand? So ähnlich und wohl auch so ehrenvoll wie die Résistance? Es wird bei Rose aber noch besser und er macht deutlich, warum er bei so vielen Pseudo-Linken Publikationen offene Türen einrennt. Ob bei Cuba Si, Anis Online oder Linksnet. Man nimmt ihn nicht nur beim Muslim-Markt mit Kusshand.

Rose fordert den „irgendwann ohnehin unvermeidlichen Rückzug aus dem militärischen Abenteuer am Hindukusch einzuleiten“, aber die Regierung unter Angela Merkel würde „das Land immer tiefer in einen aussichtslosen Kampf“, verstricken, „der mehr und mehr zu einem unverhüllten Kolonialkrieg gegen das Selbstbestimmungsrecht und Freiheitsstreben der Paschtunen mutiert.“ So kann man die Taliban und ihre Verbündeten auch darstellen: als edle Wilde, die gegen die fremden Invasoren um ihre Freiheit kämpfen. Was würde denn wohl nach einem Abzug der Alliierten aus Afghanistan passieren? Die Taliban wären schnell wieder oben auf und würden die Menschen wieder dem Terror der Scharia aussetzen. Sie würden das Land erneut zu einer Basis des islamistischen Terrors machen. Wer kann so etwas wollen, wenn nicht ein Lump?

Damit aber nicht genug, denn in diesen Tagen darf bei keinem Verschwörungsfuzzy aus dem antiimperialistischen Tollhaus der Hinweis auf Israel fehlen. So orakelt Rose wieder vor sich hin und sieht angeblich die Gefahr, daß die deutschen Tornados, die im „nordafghanischen Mazar-e-Sharif nicht weit von der Grenze zum Iran“ stationiert werden, bei einem „wie auch immer gearteten Militärschlag“ der „Vereinigten Staaten im Verein mit Israel“ in den Konflikt hineingezogen werden könnten und „so könnte sich Berlin urplötzlich mit der Forderung konfrontiert sehen, die Flugrichtung seiner Aufklärungsflugzeuge von Südost auf West zu ändern: Mitten hinein in den iranischen Luftraum, um beispielsweise mobile iranische Boden-Boden-Raketen großer Reichweite aufzuklären, die als Bedrohung empfunden werden.

Die mobilen iranischen Boden-Boden-Raketen mit großer Reichweite (was für eine neusprechliche Schönfarberei) die Jürgen Rose meint, sind nichts anderes als Mittelstreckenraketen die Israel direkt bedrohen. Rose erkennt in den Raketen keine Gefahr, denn sie werden nur „als Bedrohung empfunden“ und seien in der Realität gar nicht bedrohlich, sondern wohl ein Instrument des Friedens und wenn „die Kanzlerin lauthals deklamiert, der Fortbestand der NATO und – horribile dictu – die Existenz des Staates Israel stünden auf dem Spiel“, dann würde sich der Bundestag einer solchen Entsendung nicht widersetzen. So, so…

Rose gab auch schon dem Muslim-Markt, die als treue Gefolgsleute der iranischen Faschisten gelten, am 8.7.2006 ein Interview. In dem Interview mit Ahmadinedschads willigen Helferlein sagte er:

Die USA führen im Irak nicht irgendeinen „rechtwidrigen“ Krieg, sondern sie begehen ein permanentes Völkerrechtsverbrechen gegen das irakische Volk, indem US-Soldaten sowie von der US-Regierung angeheuerte Söldner gemeinsam mit irakischen Kollaborateuren irakische Männer, Frauen, Kindern, jung wie alt unterschiedslos zu Tausenden morden, foltern, verstümmeln und verbrennen.

Rose bezeichnet die irakischen Sicherheitskräfte als „irakische Kollaborateure“ und will im Handeln der USA „ein permanentes Völkerrechtsverbrechen“ erkannt haben. Wer vom Muslim-Markt interviewt wird, muss eben schon einiges bieten, damit die Herren in Delmenhorst zufrieden sind.

11 thoughts on “Der Oberstleutnant und der Kolonialkrieg

  1. WAS? Der hat sich doch nicht mehr alle! Mein Gott was für einen Scheiß fabriziert der eigentlich? Der ist doch echt nicht mehr zu retten und das letzte Zitat setzt dem ganzen noch die Krone auf…

  2. Ps: Oh Mann… ich hätte mir das Foto nicht angucken sollen…

  3. Ich hätte einen Warnhinweis bei dem Foto-Link platzieren sollen.

    Wenn du mal eine Suchmaschine fütterst, dann findest Du reihenweise Blödsinn des Oberstleutnant Rose, der ja nur seine Privatmeinung wiedergibt.

  4. Gerade als Oberstleutnant sollte er sich dreimal überlegen was für einen Scheiß und Schwachsinn er vom Stapel lässt.

    Der gehört achtkantig rausgeworfen! Es spricht nichts dagegen das man seine Meinung äussert, aber es gibt Grenzen und er die Grenze schon ganz gewaltig überschritten. Gerade er als Offizier!

  5. Naja, der ist ja ein Sözialpädagoge in Uniform. Aber auch mal schön zu wissen, daß es nicht nur rechte Umtriebe in der Bundeswehr gibt. Gibt auch „linke“ Unruhestifter.

  6. Da tun sich beide Seiten nix. Egal ob Rechts-Extrem oder Links-Extrem, beide gehören in einen Sack gesteckt und die Vernunft in sie gerade zu hineingeprügelt. Man kann auf diese Deppen mit Engelszungen einreden so oft und so lange man will, kapieren tun sie es doch nicht und meist verstehen sie beide sowieso nur eine Sprache.

    Komisch oder?

  7. Pingback: Ein Offizier und kein Gentleman « Telegehirn

  8. bitte kontaktieren sie mich

    danke

  9. wäre es bitte möglich das mich militarygirlfriend an meine mail mal kontaktiert

    besten dank

  10. Ich habe die Anfrage weitergeleitet.

  11. welche emailadresse? Ich kann die emailadresse nicht einsehen, ist schließlich nicht mein Blog. Ich bin unter militarygirlfriend@gmail.com zu erreichen. Melden Sie sich bei mir wenn Sie wollen🙂

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