Telegehirn

Was ist das für 1 Blog?

Am Marterpfahl des Telegehirn

40 Kommentare

Im zweiten Teil wende ich mich den Bloggern zu, die sich für ihre Dienste bezahlen ließen. Mir ist natürlich klar, daß die Werbung als Werbung gekennzeichnet wurde und es wohl keinerlei Schleichwerbung gibt, aber darum geht es mir auch gar nicht, denn meiner Meinung nach hat Werbung eigentlich nichts in einem Blog zu suchen. Jedenfalls keine kommerzielle Werbung, aber jeder hält es da anders und im Moment sieht es wohl so aus als ob sich ein Teil der Blogosphäre leichtfertig dem Sirenengesang hingeben würde. Ich bin grundsätzlich gegen das Verfassen von Artikeln zu reinen Werbezwecken, so wie es im Fall von netaufkleber.com der Fall ist. Nicht nur wegen der schlechten Entlohnung, sondern auch, weil die teilnehmenden Blogger per se an Glaubwürdigkeit verlieren.

Dazu macht dieser Versuch von viralem Marketing, seitens von netaufkleber.com und den beteiligten Personen deutlich, daß man Blogger ganz billig einkaufen kann und wenn das Schule macht, dann erkennen die Werbe- und PR-Haie endgültig, daß man Blogger, wie den Ureinwohnern Amerikas, mit ein paar Glasperlen, alles verkaufen kann. Hier nutzen die Profis m.E. die Naivität der teilnehmenden Blogger gnadenlos aus. Die wirklichen Kosten pro teilnehmenden Blogger werden sicherlich unter 30 Euro liegen, wobei es ja wohl noch eine Art von Edel-Blognutten gibt, die an dieser Aktion teilnehmen und etwas mehr als eine Handvoll Aufkleber bekommen. Ich habe mir einmal zwei Beispiele herausgesucht. Einmal Eups Blog und dann noch DonsTag. Wobei man sich unter dem Begriff Edel-Blognutte nichts falsches vorstellen darf, denn auch diese Blogger erhalten offensichtlich keine Truhen voller Gold überreicht, sondern müssen sich mit den Brotkrumen zufrieden geben, die vom Tisch herabfallen.

Trigami hatte seinen Pferdchen das Zuckerstück netaufkleber.com hingehalten und wer zugriff, der bekam eben ein paar Euro mehr, als die Amateurnutten. DonsTag schrieb am 2.März eine ausführliche „Rezension“ über die Autoaufkleber und erhielt nach eigenen Angaben läppische 119 Euro für 760 Wörter. Was der Eups Blog für seine 256 Wörter erhalten hat, konnte ich nicht feststellen, aber allzu viel dürfte es nicht gewesen sein. Bei beiden Blogs wird am Anfang des Artikels vom Autor erklärt, daß es sich um einen bezahlten Beitrag handelt und es findet sich ein klitzekleiner Button auf dem „*sponsored“ steht und der mit einem Link zu trigami.com unterlegt ist.

Für 119 Euro hätte man auch sechs Amateurnutten mit auf das Zimmer nehmen können und das Angebot ist reichhaltig. Ich greife mir einmal einige von ihnen heraus und ich war ehrlich gesagt etwas überrascht, daß sich Carsten Dobschat mit seinem Blog an der Autoaufkleberaktion beteiligt hat, auch wenn er sich schon die Problematik von Werbung in Blogs bewusst ist: „Das ist nun so eine Sache mit “gekauften” Beiträgen, aber wie ich schon mehrfach schrob: so lange so was transparent gemacht wird (also das Schreiben darüber, nicht die Aufkleber *g*) – und man soll ja auch nicht über ein Produkt urteilen, das man gar nicht kennt.“ Mir geht es ja nicht um Transparenz, denn die setze ich einmal voraus, obwohl es da sicherlich ein paar negative Beipiele gibt, bei denen die Transparenz fehlte. Ich finde es halt nur sehr bedenklich, wenn Blogger sich für einen Appel und ein Ei verkaufen und ich finde es ja schon bedenklich, daß sich Blogger überhaupt verkaufen. Auch wenn der zeitliche Aufwand, ein paar Zeilen über acht Aufkleber zu schreiben, nicht so gewaltig sein dürfte, so sollte man doch auf keinen Fall die negative Wirkung solcher PR-Aktionen unterschätzen.

Beim srb-Blog – mit dem Autor bin ich einmal auf Grund des dortigen Anti-Amerikanismus aneinandergeraten – werden ein paar kritische Fragen zu der ganzen Werbeaktion gestellt und im Kommentarbereich lässt sich ein „Mika“ von Mika Media auf eine kleine Diskussion mit dem Blogger ein, der sich eigentlich gegen “payed-blogging” ausspricht und dann doch an der Aktion teilnimmt. In vielen anderen Blogs wie zum Beispiel Blogspion, Weltimperator, Stereopoly, Bluetime, Burning Star, Discobeats, Familie Gutteck und Stereoplastic findet sich nur ein paar Zeilen, gerade so viel wie nötig, um die Aufkleber zu erhalten. Die Blogger hätten den Werbern durchaus das Geschäft etwas vermiesen können, wenn sie das rel=“nofollow“-Attribut benutzt hätten. Ok, ich habe esauch nicht benutzt, weil ich eigentlich kein Freund von rel=“nofollow“ bin, aber in solchen Fällen wäre es notwendig.

Die eindeutigen Gewinner sind sowohl netaufkleber.com, als auch trigami.com, denn mit dieser Aktion wurde bewiesen, daß man gar nicht viel Geld in die Hand nehmen muss, um sich der Blogosphäre als Werbeträger zu versichern. Wozu bezahlt man denn dann überhaupt noch Blogs wie DonsTag? Für das Geld hätte man sechs Freiwillige finden können und verfügt dabei noch über die sechsfache Menge an Backlinks. Mit solchen PR-Schmonzetten werden die Preise noch weiter nach unten gedrückt, wobei mich das ja nicht sonderlich stören sollte, denn Telegehirn ist nicht käuflich und für kommerzielle Werbung steht ein Telegehirn schon gar nicht zur Verfügung. Das ist vollkommen ausgeschlossen. Ich will meine Leserschaft nicht verarschen müssen, weil ich die Schere im Kopf habe und von Auftraggebern abhängig bin.

Der Verlierer ist die Blogosphäre. Nicht nur jener Teil, der teilnimmt, sondern die gesamte Blogosphäre und ich fürchte: bald wird es in vielen Blogs so aussehen wie im Videotext einiger privaten TV-Sender. Wirkliche Glaubwürdigkeit konnte die deutsche Blogosphäre bisher sowieso nicht erwerben, obwohl ich da die Bloggerelite auf meiner Blogroll ausnehmen möchte. Blogs und deren Bedeutung treten in eine neue Phase und es ist zu befürchten, daß viele Blogs sich wirklich als Klowände des Internet erweisen werden. Wobei zahlreiche Blogs sowieso nicht über ein besonderes Potenzial verfügen und von vornherein eher als vermietbare Klowand geeignet sind, denn als fünfte Säule der Demokratie und als neueste Sturmgeschütz im Arsenal der Meinungsfreiheit. Ein wichtiger Pluspunkt von Blogs war bisher deren scheinbare Unabhängigkeit in der Berichterstattung.

40 thoughts on “Am Marterpfahl des Telegehirn

  1. poah….starker tabak!
    danke für diese aufklärung, ich bin zwar über ganz was andres zu diesen aufkleber gekommen und mach mir selten gedanken über etwas wenn ichs gratis bekomme aber diesen/deinen artikel find ich gut!

  2. Pingback: Bluetime » Blog Archive » Den ganzen Tag über….

  3. Ich denke, dass viele der kleinen Blogger trigami nur mal ausprobieren wollten und sich diese billige Aktion wohl nicht unbedingt so wiederholen lässt. Das mit dem Asuprobieren kann ich bei einem eher privaten Blog auch durchaus nachvollziehen.

    Dieses Blog hier ist ja eher ein politisches Blog und da ist bezahlte Werbung wirklich fehl am Platz, allein schon um nicht die eigene Botschaft zu verwässern. Das einzige was Sinn macht ist direkt mit den eigenen politischen Motiven verbundene unentgeltliche Werbung.

  4. Du liebe Güte, was bist Du romantisch. Glaubst Du wirklich, daß alle Blogger fünfte Säule der Demokratie und neuestes Sturmgeschütz im Arsenal der Meinungsfreiheit sein wollen? Es ist schon beeindruckend, daß den Du Verlockungen des Kommerzes so mannhaft widerstehen kannst, aber ist DIr vielleicht auch schon mal der Gedanke gekommen, daß einjeder auch die Freiheit besitzt „Werbegeschenke“ anzunehmen. Ich glaube nicht, daß die Werbetreibenden die Blogs zu Grunde richten werden, eher schon sorgen solche Werbeaktionen für glaubwürdigere Werbung. Oder denkst, daß sich die meisten verpflichtet fühlen, ein Produkt für ein kleines Geschenk hochzujubeln? Und was diese Aufkleber angeht, so habe ich hauptsächlich gelesen und geschrieben, daß sie zu teuer sind. Ob das der Werbeerfolg war, den sich Netaufkleber vorgestellt hat?

  5. Hey, mein Blog ist meins, und was ich damit mache ist meine Sache.
    Ich blogge nicht weil ich Blogger sein will, oder alternativer weiss der Geier was….
    Und mich juckt das herzlich wenig ob ich nun auf eine Kommerzaktion aufmerksam mache und ein paar Links spendiere.
    Ich hab Lust auf ein paar Aufkleber und wenn sie quasi für „umme“ sind, warum nicht….ist doch _mein_ Blog….

  6. Hm, ja, ich verkaufe mich billig für die Aufkleber. Warum? Einen der acht Aufkleber kann ich gerade brauchen (wie schon geschrieben: keine Ahnung wohin mit den restlichen sieben) und warum soll ich mir so ein Ding kaufen, wenn ich es für minimalen Aufwand kostenfrei bekomme? Und wenn sie nix taugen, dann kommen sie in die Tonne und fertig.
    Und genau genommen habe ich mich vorher schon mal viel billiger verkauft: bei Ghost Action und sogar noch zwei Beiträge hinterher, obwohl die gar nicht gefordert waren (und es dafür auch keine zusätzlichen Lizenzen gab *g*). Hätte es die Aktion nicht gegeben, dann hätte ich mir die Software wohl gekauft – das war mir schon vor dem ersten Beitrag dazu klar. Und wenn ich sie gekauft hätte, dann hätte es die beiden anderen Beiträge dazu auch gegeben. Klar, ich kann es schon hören, von wegen, dass das ja hinterher jeder sagen könne – hey, es muss mir ja keiner glauben. Aber man sieht in meinem Weblog genug Beiträge über Produkte, die ich gekauft habe und über die ich trotzdem geschrieben habe.
    Habe ich ein schlechtes Gewissen wegen den Aufklebern? Nö. Habe ich mich „verkauft“? Wenn man es so nennen will, bitte, ich würde es in dem Fall nicht so nennen. Und was die Glaubwürdigkeit angeht… nun, da habe ich meinen ganz persönlichen Maßstab für meine Glaubwürdigkeit: der morgendliche Blick in den Spiegel – so lang ich dabei nicht kotzen muss kann ich zumindest nicht zu viel falsch gemacht haben🙂

    Ach ja, mein Weblog soll vor allem Spaß machen und das zuallererst mir persönlich, alles andere is‘ wurscht😉

  7. Pingback: » Studierende, Nutten und Studiengebühren » Eups Blog

  8. Pingback: Familie Gutteck » Trigami, Jam, Blognutten und Co.

  9. […]denn meiner Meinung nach hat Werbung eigentlich nichts in einem Blog zu suchen.[…]

    Der Meinung bin ich auch. Aber ich bin auch der Meinung, dass Werbung auch auf vielen anderen dafür genutzen Flächen und Medien nichts zu suchen hat. Werbemacher sehen das ganz offensichtlich anders. Blogs sind eben ein modernes und neues Publikationsmedium. Es war durchaus zu erwarten und folgerichtig, dass auch hier früher oder später Werbung gemacht wird. Schön ist das nicht, aber so ist es eben.

    Allerdings gibt es hier trotzdem noch einen gewaltigen Unterschied zu anderen Medien. Blogs bleiben auch wenn darauf geworben wird, autonom. Da ein Blog noch immer umsonst und für jedeN zu haben ist, kann jede Bloggerin selbst entscheiden ob sie auf ihrem werben will oder nicht. Populäre Print- und auch andere Medien haben diese Wahl nicht, da die meisten schon allein zur Finanzierung auf Werbung angewiesen sind. Das sieht man z. B. daran welch ein Schattendasein in ständigen Existenzschwierigkeiten einige gute Zeitungen und Zeitschriften, die eben auf Werbeabhängigkeit verzichten wollen, führen.

    Gute Blogs werden weiterhin darauf verzichten Werbeträger zu sein. Sie haben es nicht nötig, weil sie ihre Fangemeinde aufgrund guter Inhalte finden. Andere, die man vielleicht mit Boulevardzeitschriften vergleichen kann, werden werben. Das heißt nicht, dass sich das lesen dieser Blogs nicht lohnt und dass sie völlig uninteressant sind, aber jede Leserin sollte beim Lesen wissen, was sie da liest und wie sie mit dem Inhalt umgeht.

    […]Die Blogger hätten den Werbern durchaus das Geschäft etwas vermiesen können, wenn sie das rel=”nofollow”-Attribut benutzt hätten. Ok, ich habe esauch nicht benutzt, weil ich eigentlich kein Freund von rel=”nofollow” bin, aber in solchen Fällen wäre es notwendig.[…]

    Sag, was ist das?

  10. Gute Blogs werden weiterhin darauf verzichten Werbeträger zu sein. Sie haben es nicht nötig, weil sie ihre Fangemeinde aufgrund guter Inhalte finden.

    Kannst Du mir da mal den Zusammenhang erklären? Ich kenne nicht ein Weblog, dass Werbung auf den eigenen Seite hätte, um damit Besucher anzuziehen😉

    rel=”nofollow”

    Dieses Attribut bei einem Link sagt den Suchmaschinen, dass dieser Link nicht gewertet werden soll, zum Beispiel bei Google für den PR. Es macht den Link sozusagen zu einem Nicht-Link für Suchmaschinen.

  11. Dons Tag schrieb am 2.März eine ausführliche “Rezension” über die Autoaufkleber und erhielt nach eigenen Angaben läppische 119 Euro für 760 Wörter.

    Was wäre denn Deiner Meinung nach einer faire Entschädigung für Don’s 760 Worte gewesen? 200 EUR, 500 EUR, 1000 EUR, 5000 EUR? Dies würde mich interessieren.

    Gruss, Remo

  12. @Carsten:

    Habe nicht behauptet, dass da ein Zusammenhang besteht. Ich wollte damit lediglich sagen, dass man einen guten Blog (meine Meinung) auch daran erkennt, dass die Autoren keine Rezensionen schreiben um dafür Geld zu bekommen. Natürlich ziehen sie damit keine Leute an (zumindest nicht direkt), aber sie nutzen ihren Blog zum Geldverdienen. Das ist nicht schlimm, kann jeder machen wie er will. Nur lasse ich, und ich hoffe es machen auch andere so, das dann auch in meine Beurteilung des jeweiligen Blogs einfließen.

  13. Was speziel die Aufklebergeschichte betrifft, sehe ich das eigentlich relativ stressfrei, denn wie ich in meinem Beitrag bereits erwähnt habe, sehe ich darin eine Möglichkeit, ein paar Hintergrundinfos zu bekommen!
    Wieviele Blogs hast Du in der letzten Zeit verlinkt, welche wiederrum Werbung in den Blogs haben??? Also unterstützt Du DOCH Werbung in Blogs!
    Aber lass mal, Deine Devise „Ich bin dafür, dagegen zu sein“ kenne ich ja bereits von damals.
    Pro Amerika, pro Israel, alles andere ist Scheisse…..

  14. „DonsTag“, nicht „Dons Tag“

  15. Pingback: DonsTag » Mit DonsTag gehts berauf

  16. @nullmeridian:

    Habe nicht behauptet, dass da ein Zusammenhang besteht.

    Nicht behauptet, aber geschrieben😉

    dass man einen guten Blog (meine Meinung) auch daran erkennt, dass die Autoren keine Rezensionen schreiben um dafür Geld zu bekommen. Natürlich ziehen sie damit keine Leute an (zumindest nicht direkt), aber sie nutzen ihren Blog zum Geldverdienen.

    Also mir fallen ja spontan mindestens 7 andere Kriterien ein, die wichtiger sind für die Qualität eines Weblogs als die Frage, ob da auch Werbung gemacht wird oder nicht, aber das mag jeder für sich selbst entscheiden wie er möchte….

  17. Da fehlt ein „mir“: …7 andere Kriterien ein, die mir wichtiger sind…
    Nur um Missverständnissen in der Art „jetzt will der nicht nur Blogger-König, sondern auch noch Blogger-Polizei spielen“ zu vermeiden🙂

  18. Pingback: Test: XORO HMD 300 (MP3 mit Radio und Lautsprechern) « Die Memoiren des Josh K. Phisher

  19. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen als ich gestern abend die virtuelle Welt verlies, um mich der realen Welt zuzuwenden. Ich hätte wohl doch lieber am Topflappen sitzen bleiben und die Diskussion aktiv verfolgen sollen.

    @ bluetime:

    Danke!

    @ Manu:

    Ich denke, dass viele der kleinen Blogger trigami nur mal ausprobieren wollten und sich diese billige Aktion wohl nicht unbedingt so wiederholen lässt. Das mit dem Asuprobieren kann ich bei einem eher privaten Blog auch durchaus nachvollziehen.

    Der Werbe- und PR-Branche geht es eben vor allem um die Authentizität der Blogger und die dürfte bei privaten BlaBla Blogs noch am höchsten sein. Wenn so ein privater Blog Werbung innerhalb eines Artikels macht, dann wirkt das auf mich wie die dümmliche Knoppers-Werbung aus dem Fernsehen.

    Dieses Blog hier ist ja eher ein politisches Blog und da ist bezahlte Werbung wirklich fehl am Platz, allein schon um nicht die eigene Botschaft zu verwässern. Das einzige was Sinn macht ist direkt mit den eigenen politischen Motiven verbundene unentgeltliche Werbung.

    Es wäre mehr als nur unglaubwürdig, wenn ich z.b. die Wii testen würde oder einen Monat kostenlos mit dem Opel durch die Gegend heize. Mal abgesehen davon, daß ich dafür nicht die Zeit habe und mich so etwas auch gar nicht reizt. Im gewissen Sinne habe ich eine Botschaft und sollte nicht jeder Blogger eine Botschaft haben? Viele Blogger geben sich ja immer noch der Illusion hin, daß man mit Bloggen seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Mit Adsense oder Werbung in der Sidebar, lässt sich das nur in ganz wenigen Fällen ermöglichen und da bleibt wohl nur das Schreiben von reinen Werbeartikeln.

    @ Holger Ehrlich:

    Du liebe Güte, was bist Du romantisch. Glaubst Du wirklich, daß alle Blogger fünfte Säule der Demokratie und neuestes Sturmgeschütz im Arsenal der Meinungsfreiheit sein wollen?

    Ich bin halt hoffnungslos romantisch und ich glaube gar nichts. Ich weiß auch ganz genau, daß nicht alle Blogger das so sehen und ich begrüße es ausdrücklich, daß ich hier von so kompetenter Seite noch einmal darauf hingewiesen wurde.

    Es ist schon beeindruckend, daß den Du Verlockungen des Kommerzes so mannhaft widerstehen kannst, aber ist DIr vielleicht auch schon mal der Gedanke gekommen, daß einjeder auch die Freiheit besitzt “Werbegeschenke” anzunehmen.

    Ich bin auch jeden Tag wieder aufs Neue erstaunt darüber, wie mir das gelingt. Das erfordert fast übermenschliche Kräfte. Klar besitzt jeder die Freiheit Werbegeschenke anzunehmen, aber für mich ist ein Geschenk ein Geschenk und deren Überreichung keine Aufforderung zu einer Gegenleistung. Ich will Werbung in Blogs ja gar nicht verbieten lassen und das fordere ich auch nirgendwo, aber ich nehme mir einfach mal die Freiheit Werbung in Blogs zu kritisieren.

    Ich glaube nicht, daß die Werbetreibenden die Blogs zu Grunde richten werden, eher schon sorgen solche Werbeaktionen für glaubwürdigere Werbung.

    Die Werbetreibenden richten keine Blogs zu Grunde, denn das erledigen die Blogger schon ganz von alleine. Glaubwürdige Werbung? Wieder ein neues Oxymoron für meine Sammlung.

    Oder denkst, daß sich die meisten verpflichtet fühlen, ein Produkt für ein kleines Geschenk hochzujubeln?

    Keine Ahnung, aber einige Blogger könnten durch die Aussicht auf weitere Aufträge von z.b. trigami.com sich schon verpflichtet fühlen, da nicht allzu negativ zu werden.

    Und was diese Aufkleber angeht, so habe ich hauptsächlich gelesen und geschrieben, daß sie zu teuer sind. Ob das der Werbeerfolg war, den sich Netaufkleber vorgestellt hat?

    Es geht doch auch weniger um den Inhalt, sondern viel mehr um die vielen Backlinks von denen der Auftraggeber profitiert. Für die paar Kröten bekommt man eine 1a Suchmaschinenoptimierung. Wenn das Schule macht…

    @Metty:

    Hey, mein Blog ist meins, und was ich damit mache ist meine Sache.

    Das bestreitet ja auch niemand und ich will dir auch nichts verbieten. Ich mache mit meinem Blog ja auch was ich will. Und nun?

    Ich blogge nicht weil ich Blogger sein will, oder alternativer weiss der Geier was….

    Kleiner Tipp: Wenn Du kein Blogger sein willst, dann lösche deinen Blog einfach und Du bist das Problem los.

    Und mich juckt das herzlich wenig ob ich nun auf eine Kommerzaktion aufmerksam mache und ein paar Links spendiere.

    Das ist eben einer der Unterschied zwischen uns.

    Ich hab Lust auf ein paar Aufkleber und wenn sie quasi für “umme” sind, warum nicht….ist doch _mein_ Blog….

    Man könnte jetzt natürlich darüber diskutieren, ob die Lust auf Aufkleber schon vorher vorhanden war oder ob sie erst durch die Aktion geweckt wurde, aber ich möchte dich und deine Denkleistung jetzt nicht überanspruchen.

  20. @ Carsten Dobschat:

    Aber man sieht in meinem Weblog genug Beiträge über Produkte, die ich gekauft habe und über die ich trotzdem geschrieben habe.

    Das ist ja gerade jene Authentizität, die die Werber unbedingt ausnutzen und künstlich generieren wollen. Aber es gibt einen mehr als deutlichen Unterschied. Das eine ist echt und unverfälscht Dobschat und bei dem anderen kann man sich nicht so sicher sein. Klar könnte man jetzt sagen, daß das mit den Aufklebern nicht der Rede wert ist und mir kamen zwischenzeitlich auch schon Zweifel, ob das unbedingt notwendig oder besonders wichtig ist, wenn ich über so eine Aufkleber-Aktion etwas schreibe, aber mittlerweile erkenne ich da ein grundsätzliches Problem und ich frage mich wohin der Weg führen wird.

    Stell dir folgende Situation vor, Carsten: Ein Blogger würde seinen Lebensunterhalt durch „Produkt-Renzensionen“ wirklich finanzieren (können). Glaubst Du ernsthaft, daß man als finanziell Abhängiger Blogger mehr als zwei allzu negative Rezensionen überleben würde? Würde da nicht schon die Schere im Kopf des Bloggers ganze Arbeit leisten und keiner merkt es?

    Jetzt werden die Weichen für die weitere Fahrt der Blogosphäre gestellt und mir gefällt die Richtung irgendwie nicht. Mit Werbung könnte ich leben, aber nicht in Artikeln und wenn schon, dann nur in der Sidebar oder als Banner. Firefox hat eh einen Adblock und da stört mich das nicht weiter, aber für gekaufte Artikel gibt es leider noch keine Möglichkeit zum Blockieren. Schon klar: Ich werde ja nicht gezwungen einen Blog mit Werbung zu besuchen, aber man muss auch die Verantwortung des einzelnen Bloggers für die gesamte Blogosphäre berücksichtigen. Ganz schnell könnte nämlich der Eindruck – der längst real geworden ist – entstehen, daß (alle) Blogger eine Bande von käuflichen Blognutten und Netzstrichern sind, die fast alles machen, nur um schnöden Tand zu erhalten.

    Ich will ja auch bei niemandem ein schlechtes Gewissen erzeugen, aber diese Aufklebersache sehe ich als Invasionsversuch seitens der „werbenden Industrie“ und in Kleinbloggersdorf gibt es entweder nur noch Kollaborateure oder sich neutral verhaltende Zuschauer und nirgendwo ist eine Resistance in Sicht. Den einzigen Turm, den ich in der Schlacht erblicken kann, ist der Hochbunker mit Landebahn, den sich Don Alphonso am Rande von Kleinbloggersdorf errichtet hat und von dem aus regelmäßig und erfolgreich P-38 Tieffliegerangriffe und Kavalerieattacken gegen den Abschaum des Internets geführt werden.

    Das bestens informierte Stammpublikum kennt natürlich meine Haltung gegenüber Don Alphonso und ich bin selbst nicht wirklich begeistert, daß ich hier Don Vader – Bisher war es mir nicht vergönnt seiner Heiligkeit persönlich zu begegnen und selbst wenn er in der realen Welt kein so arrogantes Arschloch ist, wie er manchmal in seinen Blogauftritten rüberkommt, so werden er und ich im Leben keine Freunde mehr. – so positiv hervorhebe, aber würde es mehr Bastionen, wie die Festung „Don Munichen“ gegen die in Kleinbloggersdorf einfallenden Barbarenhorden geben, dann wären die Invasoren schon längst zurückgeschlagen worden.

    @ Remo Uherek:

    Was wäre denn Deiner Meinung nach einer faire Entschädigung für Don’s 760 Worte gewesen? 200 EUR, 500 EUR, 1000 EUR, 5000 EUR? Dies würde mich interessieren.

    Mir persönlich ist es eigentlich nicht so wichtig, wieviel die Blogger von trigami erhalten, denn das ist alleine dem Verhandlungsgeschick des Bloggers überlassen und wenn sich jemand mit 119 Euro vor Steuern und Abgaben zufrieden gibt, dann mag das für denjenigen in Ordnung sein, aber ich erlaube mir trotzdem zu sagen, daß ich das für eine lächerliche Summe halte. Sicherlich kommen hier noch Angebot und Nachfrage ins Spiel und es gibt sicherlich mehr Blogger, die Geld mit ihrem Hobby verdienen wollen, als es Angebote gibt und deshalb sind die Preise ja auch im Keller.

    Wobei man sich ja auch fragen sollte, wieviele Blogger überhaupt in der Lage sind ordentliche Artikel zu schreiben, die eine angemessene Entlohnung verdienen würden. Das Rat Race um die besten Blogger hat längst begonnen und bevor die meisten Blogger überhaupt mitbekommen haben, daß es ein Rennen gab, werden sich die wenigen Sieger längst an den Futtertrögen der Medien-, Werbe- und PR-Welt laben.

    Soll sich doch jeder verkaufen, aber dann muss man auch mit der Kritik leben können und ich würde heute keinem Blogger raten, sich mit bezahlten Artikeln ködern zu lassen.

    Man muss ja schon sehr old school sein und einen intakten, robusten und störungsfreien moralischen Kompass besitzen, damit man als Blogger bei solchen easy earnings nicht zulangt und ich werfe weniger Dir oder trigami etwas vor – das der Don sich jetzt mal (zu Recht!) bei trigami festgebissen hat, ist natürlich Pech – sondern eher den Bloggern. Sicherlich sehe ich das viel zu idealistisch und es wird immer Blogger geben, die gerne zugreifen, denn schließlich sind Blogger auch nur ein Querschnitt der Gesellschaft und nicht per se bessere Menschen, nur weil sie Blogger sind.

    @ Sven:

    Was speziel die Aufklebergeschichte betrifft, sehe ich das eigentlich relativ stressfrei, denn wie ich in meinem Beitrag bereits erwähnt habe, sehe ich darin eine Möglichkeit, ein paar Hintergrundinfos zu bekommen!

    Dolles Ding! Wolltest Du die richtig ausspionieren, um so an Hintergrundinfos zu kommen? Aber damit dürfte es eh aus sein, denn jetzt hast Du dich doch verraten! Oder besitzt Du etwa schon geheime Informationen? Wenn ja, dann solltest Du diese so bald wie möglich veröffentlichen, denn das Überleben der Blogosphäre, dieses einzigartigen Mikrokosmos, der weltweit die größte Idiotendichte aufweist, könnte von dir abhängen. Wirklich ein dolles Ding!

    Wieviele Blogs hast Du in der letzten Zeit verlinkt, welche wiederrum Werbung in den Blogs haben???

    Hmmmm…Ist das eine Fangfrage? Dann sage ich mal null. Ganz ehrlich. Soweit ich es beurteilen kann, was dir sicherlich viel leichter fallen wird als mir, verlinke ich auf meiner Blogroll keinen Blog der bezahlte Artikel im Programm hat.

    Also unterstützt Du DOCH Werbung in Blogs!

    Da hättest Du mich beinahe erwischt. Puh! Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.

    Aber lass mal, Deine Devise “Ich bin dafür, dagegen zu sein” kenne ich ja bereits von damals.

    JA….DAMALS! Was waren das für herrliche Zeiten! Glaubst Du eigentlich immer noch, daß „der Ami“ das World Trade Center am 11.9.2001 selbst in die Luft gesprengt hat oder bist Du zu dem Arzt gegangen, den ich dir empfohlen hatte?

    Pro Amerika, pro Israel, alles andere ist Scheisse…..

    Diese antideutsche Kernthese hast Du also nicht vergessen. Wunderbar! Nur eine Frage hätte ich da noch: Ist es für Dich also „nicht Scheiße“, wenn man gegen den kleinen und den großen Satan klar Position bezieht?

    @ Don Danone:

    Ich habe diesen bedauerlichen Fehler sofort behoben. Sonst kann ich mir Namen immer so gut merken, aber bei dieser Don Schwemme komme ich nicht mehr hinterher. Aber bekommst Du bei diesem Namen nicht Probleme mit dem Puddinghersteller?

  21. Hm. Ich muss gestehen ich habe nur 75% der Diskussion hier mitgelesen, möchte aber trotzdem mal meinen Senf dazu geben:
    Ist es nicht einfach total überflüssig sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen? Ich meine Geld lockt viele und „wenn ich so einen Aufkleber für Umme bekommen kann, warum nicht? – meine Leser können das bestimmt ausselektieren“. Die Fiktion, das irgendwelche A-Blogs irgendwann total zugemüllt sind mit Werbung ist doch eigentlich schon die Antwort auf das Problem: Durch die eigene Möglichkeit der Selektion passiert es ganz schnell, dass ich „zugemüllte“ Blogs, langweilige Blogs einfach aus meinem Roll rausballer. Basta ist. A-Blog wird zu Z-Blog. Werbung sinnlos. Das ist doch wie beim Fernsehen: das hab ich schon vor ca. 2 Jahren so gut wie aufgegeben, einfach weil 90% des Programms einfach totaler Müll oder eben Werbung sind.

  22. @telegehirn:

    Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen als ich gestern abend die virtuelle Welt verlies, um mich der realen Welt zuzuwenden. Ich hätte wohl doch lieber am Topflappen sitzen bleiben und die Diskussion aktiv verfolgen sollen.

    Nö, schlechtes Gewissen ist nicht nötig – man muss sich einfach hin und wieder auch der realen Welt widmen🙂

    Stell dir folgende Situation vor, Carsten: Ein Blogger würde seinen Lebensunterhalt durch “Produkt-Renzensionen” wirklich finanzieren (können). Glaubst Du ernsthaft, daß man als finanziell Abhängiger Blogger mehr als zwei allzu negative Rezensionen überleben würde? Würde da nicht schon die Schere im Kopf des Bloggers ganze Arbeit leisten und keiner merkt es?

    Das ist ein Problem, dass man ja heute schon bei allen Medien hat. Mal abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass sich ein Blogger in DE wirklich alleine und direkt durch sein Blog seinen Lebensunterhalt finanzieren kann (zumindest auf absehbare Zeit nicht). Aber wer es versucht wird mit Sicherheit ein gewisse Portion Selbstzensur mitbringen, etwas anderes zu glauben wäre illusorisch. An der Stelle würde ich nicht die Grenze ziehen zwischen Bloggern, die Werbung machen und denen, die keine Werbung machen, sondern zwischen denen, die sich von Werbung (oder auch anderen Einflüssen) abhängig machen und dem Rest.
    Und ich persönlich mache mich nicht von Werbung in meinem Weblog abhängig – die Werbung bei mir bringt nicht wirklich einen nennenswerten Beitrag zu meinem Lebensunterhalt – es reicht um zwei oder drei Mal im Monat mit meiner Freundin ins Kino zu gehen oder auch mal den Kühlschrank zu füllen. Würde das weg fallen wäre das keine Katastrophe.
    Bei gekauften Artikeln kommt natürlich die Frage dazu, wie weit man persönlich geht – ich würde in meinem Weblog nix über Produkte schreiben, die für mich irrelevant sind. Einen Auto-Test würde ich genau so wenig schreiben wie einen Test von Sportgeräten – bei beidem könnte ich einfach nix irgendwie sinnvolles schreiben, egal wie viel Geld dafür geboten würde. Aber das ist eine Grenze, die jeder selber zieht (oder eben auch nicht).

    Jetzt werden die Weichen für die weitere Fahrt der Blogosphäre gestellt und mir gefällt die Richtung irgendwie nicht. Mit Werbung könnte ich leben, aber nicht in Artikeln und wenn schon, dann nur in der Sidebar oder als Banner. Firefox hat eh einen Adblock und da stört mich das nicht weiter, aber für gekaufte Artikel gibt es leider noch keine Möglichkeit zum Blockieren.

    Spannend, genau darüber hatte ich auch nachgedacht und für mich persönlich habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich – wenn es denn mal wirklich gekaufte Beiträge bei mir geben sollte – einfach einen zweiten Feed anbieten werde, der dann ohne diese Beiträge daher kommt. Es gibt einfach Leute, die das nicht lesen wollen und für meine „primäre Zielgruppe“ (Verwandte und Freunde) wären solche Beiträge auch eher uninteressant. Worüber man streiten kann ist natürlich die Frage, ob ich die Grenze streng genug ziehe und ob es nicht schon wegen der Aufkleber oder Ghost Action so einen zweiten Feed geben müsste. Bisher dachte ich nicht, aber ich denke wieder darüber nach…

    Schon klar: Ich werde ja nicht gezwungen einen Blog mit Werbung zu besuchen, aber man muss auch die Verantwortung des einzelnen Bloggers für die gesamte Blogosphäre berücksichtigen.

    Welche „gesamte Blogosphäre“? Da fängt es doch schon an: gibt es die überhaupt? Gibt es den „die Zeitungen“ oder „das Fernsehen“? Es gibt Fachmagazine, die (fast) ohne Werbung daher kommen und auf der anderen Seite diese kostenlosen Wochenblätter, die zu 80% aus offensichtlicher Werbung und zu 15% aus gekauften Beiträgen bestehen und jede Menge Abstufungen dazwischen. So ist es eben auch mit Blogs: es gibt die komplett werbefreien und es gibt die, die ihre Meinung meistbietend versteigern (würden).

    Ganz schnell könnte nämlich der Eindruck – der längst real geworden ist – entstehen, daß (alle) Blogger eine Bande von käuflichen Blognutten und Netzstrichern sind, die fast alles machen, nur um schnöden Tand zu erhalten.

    Es gibt sicher solche, aber wie Du auch schrobst: es handelt sich bei der Blogosphäre auch nur um einen Querschnitt der Gesellschaft. Es gibt Idealisten genau so wie Arschlöcher. Das wird keiner ändern können.

    Den einzigen Turm, den ich in der Schlacht erblicken kann, ist der Hochbunker mit Landebahn, den sich Don Alphonso am Rande von Kleinbloggersdorf errichtet hat und von dem aus regelmäßig und erfolgreich P-38 Tieffliegerangriffe und Kavalerieattacken gegen den Abschaum des Internets geführt werden.

    Er scheint wohl wirklich der einzige sog. A-Blogger zu sein, der so kompromisslos den Anti-Werbung-Standpunkt vertritt. Es gibt aber durchaus einige mehr, die in da sehr eindeutig Stellung beziehen und egal welche Reichweite sie haben: gut, dass es sie gibt. Es wäre doch langweilig, wenn alle immer einer Meinung wäre. Es ist imho auch wichtig, dass solche extremen Meinungen dabei sind – selbst wenn ich mit diesem extremen Meinungen nicht übereinstimme. Auch wenn ich mich wiederhole: Meinungen sind was tolles, je mehr davon, desto besser. So ganz grundsätzlich. Eine andere Frage ist es natürlich, wie man dann diskutiert…😉

    Soll sich doch jeder verkaufen, aber dann muss man auch mit der Kritik leben können und ich würde heute keinem Blogger raten, sich mit bezahlten Artikeln ködern zu lassen.

    Ich würde – wenn mich jemand fragen würde – dazu raten beim Don oder hier vorbei zu schauen und sich ernsthaft zu überlegen, ob es sich lohnt. Damit meine ich jetzt nicht, weil man Gegenwind bekäme, sondern einfach, weil Ihr beide gerade auch die Probleme zeigt, die sich mit so was ergeben (man wäre plötzlich Gewerbetreibender, auf die Einnahmen sind Steuern fällig usw.). Wie Johnny in der letzten Sendung von Trackback sagte: 1.000 Euro sind für einen Sechzehnjährigen erstmal verdammt viel Geld, weil der – so ist es ihm zu wünschen – sich noch nicht selber um Lebensunterhalt oder Miete kümmern muss. Ein Selbstständiger z.B. denkt darüber anders, der weiss wie viel Steuern und Abgaben da erstmal weg gehen, bevor er auch nur daran denken könnte mit dem Geld die Miete zu bezahlen.
    Ich befürchte verdammt viele Blogger wissen da gar nicht worauf sie sich einlassen – ganz einfach (steuer-)rechtlich, schon ohne die moralischen Fragen.

  23. Überflüssig finde ich es trotzdem nicht. Ich wusste bisher nichts davon und finde es gut auf diese Weise davon zu erfahren. Jetzt weiß ich, dass ich in Zukunft bei mancher Rezension oder dem Bejubel unnötiger Dinge auf diveresen Blogs, ein bisschen besser hinsehen muss um zu erfahren was sich vielleicht wirklich dahinter verbirgt.

  24. Schluchz, schluchz, schluchz ..

    All meine Freunde haben eine Einladung bekommen für die Trigami Netaufkleber Rezension nur ich nicht.

    Meine Güte, Stricherjungen, Edelnutten?

    Werdet erwachsen. Wir erbringen eine Leistung die gewünscht wird und gut.
    Zeitungen wirft doch auch keiner vor Werbung zu schalten und trotzdem verlieren sie nicht an Glaubwürdigkeit. Ok, zurück. Irgendjemand wirft irgendjemandem immer etwas vor.

    Rechnungen müssen nunmal bezahlt werden. Wer das nicht versteht hat einfach einen an der Klatsche. Und wenn es mit Rezensionen gehen würde,
    würde ich es täglich machen. So ist es ein netter Joke, der mir ein paar Aufkleber eingebracht hat und 17.50 für eine Booklooker Rezension.
    Das ist einmal Babysitter und ein netter Abend für mich und meine Frau.

  25. JA….DAMALS! Was waren das für herrliche Zeiten! Glaubst Du eigentlich immer noch, daß “der Ami” das World Trade Center am 11.9.2001 selbst in die Luft gesprengt hat oder bist Du zu dem Arzt gegangen, den ich dir empfohlen hatte?

    Du hast es seinerzeit schon nicht verstanden und verstehst es jetzt noch immer nicht!
    Hat Dir schonmal einer gesagt, dass Du ein krankes (gestörtes) Verhältnis zur Realität hast?
    Kannst Du mit Deiner Umwelt nicht anders leben, als diese ständig nach Deinen Vorstellung zu biegen?
    Musst Du wirklich Aussagen anderer so verfälschen, damit Du selbst in den Spiegel gucken kannst?
    Junge, Berlin bekommt Dir nicht!

  26. @onetwosics:

    Ist es nicht einfach total überflüssig sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen?

    Wieso? Das kannst Du bei jedem Thema fragen. Dann ist jegliche bloggen überflüssig.

    Durch die eigene Möglichkeit der Selektion passiert es ganz schnell, dass ich “zugemüllte” Blogs, langweilige Blogs einfach aus meinem Roll rausballer. Basta ist. A-Blog wird zu Z-Blog. Werbung sinnlos.

    Sind den Blogs die Werbung in Artikeln machen wie z.b. DonsTag zu Z-Blogs geworden? Sind diese Blogs in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht? Ich glaube nicht. Die Werbung in Blogs ist auch nicht von heute auf morgen da und müllt den Blog zu. Das geht schleichend.

    @ Nils Hitze:

    All meine Freunde haben eine Einladung bekommen für die Trigami Netaufkleber Rezension nur ich nicht.

    So ein Pech. Woran liegt das wohl?

    Meine Güte, Stricherjungen, Edelnutten?

    Ich polarisiere ja sehr gerne und ich habe mehr Feinde als manche Blogs Leser, aber ich liebe nun mal offene Worte.

    Werdet erwachsen. Wir erbringen eine Leistung die gewünscht wird und gut.

    Kritik an bezahlten Artikeln ist kindisch? Ok, dann bin ich eben in deinen Augen kindisch.

    Zeitungen wirft doch auch keiner vor Werbung zu schalten und trotzdem verlieren sie nicht an Glaubwürdigkeit.

    Dort ist aber die Werbung (meist) recht deutlich vom redaktionellen Inhalt getrennt. Deshalb bin ich auch gegen bezahlte Artikel. Werbung in der Sidebar wäre etwas anderes. Ich würde es auch komisch finden, wenn z.b. Sabine Christiansen mitten in der Sendung aufsteht und über ein Produkt eine Rensenzion verliest und dann nach fünf Minuten einfach weiter macht.

    Rechnungen müssen nunmal bezahlt werden. Wer das nicht versteht hat einfach einen an der Klatsche.

    Das ist kein Argument, denn auch mit dem Verkauf von Organen könnte man Rechnungen bezahlen. Mein Tipp: Es einfach mal mit richtiger Arbeit versuchen. Auch wenn ich hier vielen ihre Illusion nehmen muss: mit Bloggen werden nur ganz wenige, wenn überhaupt, ausreichend Geld mit dem Bloggen verdienen.

    Und wenn es mit Rezensionen gehen würde,
    würde ich es täglich machen.

    Wenn…würde… Aber wer will das lesen? Dann sollten solche Blogger einen reinen Werbeblock verwenden. Neben dem „normalen“ Blog.

    So ist es ein netter Joke, der mir ein paar Aufkleber eingebracht hat und 17.50 für eine Booklooker Rezension.

    Ich sehe das eben nicht als „Joke“, sondern mit solchen Aktionen werden auch Preisspannen ausgelotet und es eben so billig geht, dann wird das in Zukunft auch so billig bleiben.

    @ Sven:

    Du hast es seinerzeit schon nicht verstanden und verstehst es jetzt noch immer nicht!

    So eine antiamerikanische Wahnvorstellung kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

    Hat Dir schonmal einer gesagt, dass Du ein krankes (gestörtes) Verhältnis zur Realität hast?

    Ja, einmal der pseudo-christliche und faschistische „ca“ und ein Blogmobber aus Frankfurt, der auch in der Werbebranche ist.

    Kannst Du mit Deiner Umwelt nicht anders leben, als diese ständig nach Deinen Vorstellung zu biegen?

    Sorry, aber wer sich einbildet, daß die Twin Towers durch eine Verschwörung „des“ Amis“ zerstört wurden, bei dem ist mental schon einiges verbogen. Hoffungslos.

    Musst Du wirklich Aussagen anderer so verfälschen, damit Du selbst in den Spiegel gucken kannst?

    Fällt mir wirklich sehr schwer. Mal am Rande: welche Aussagen habe ich denn verfälscht?

    Junge, Berlin bekommt Dir nicht!

    Der Boden in Strausberg ist anscheinend immer noch durch militärische Altlasten hoch belastet und es treten gefährliche Dämpfe aus. Wäre das nicht eine Erklärung?

  27. Pingback: Nackte Chicks in Schweden am Marterpfahl von geilem Hitler, dem geistesgestörten Massenmörder, gefickt! « Sympathischer Soziopath

  28. Darf ich Dich „Reinickendorf B-51“ nennen?
    Bei Dir sind doch echt die Synapsen durchgeraucht!
    Widersprichst und bestätigst zugleich in nur einem Absatz, ohne es noch zu merken…

  29. Nein, darfst Du nicht. Entweder trägt der Troll und Verschwörungstheoretiker aus Strausberg hier etwas zum Thema bei oder seine Stammeleien lernen Akismet kennen.

  30. Pingback: srbBLOG » Er nu wieder - LOL

  31. Pingback: » Netaufkleber Rezension « Trash Log Blog Archive

  32. Pingback: Kasi-Blog » Blog Archive » Blogger - die billigen Arbeitskräfte für Aufkleberproduzenten

  33. Pingback: Sven vom Straußberg BLOG ist ein Troll « Zappis Welt

  34. @ Carsten Dobschat:

    Mal abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass sich ein Blogger in DE wirklich alleine und direkt durch sein Blog seinen Lebensunterhalt finanzieren kann (zumindest auf absehbare Zeit nicht).

    Das sehe ich ja genauso, aber viele haben doch diese Illusion, daß man das bald könnte. Auch sind sich viele der möglichen Konsequenzen nicht bewusst. Als Profi Blogger muss man auch Steuern bezahlen und wie ich gerade bei DonsTag sehe, hat er kein Impressum (konnte jedenfalls keines finden), was ja auch durchaus OK ist, wenn er nicht mit dem Bloggen Geld verdienen würde. Da müsste dann auch seine Umsatzsteuer-Ident.Nr. stehen.
    Das meinte ich damit, daß Blogger mehr Beratung benötigen, sonst kommt es wieder zu Abmahnungen und dergleichen. Wer mit dem Bloggen Geld verdienen will, der sollte auch entsprechend professionell agieren.

    Aber wer es versucht wird mit Sicherheit ein gewisse Portion Selbstzensur mitbringen, etwas anderes zu glauben wäre illusorisch.

    Das wird ja mehr oder weniger von den bezahlten Bloggern bestritten, aber wenn man realitisch ist, dann würden zwei, drei kritische Renzensionen das Ende bedeuten.

    An der Stelle würde ich nicht die Grenze ziehen zwischen Bloggern, die Werbung machen und denen, die keine Werbung machen, sondern zwischen denen, die sich von Werbung (oder auch anderen Einflüssen) abhängig machen und dem Rest.

    Aber wie kann man das erkennen? Ich habe nicht unbedingt etwas gegen Werbung, aber ich habe etwas gegen bezahlte Artikel. Wobei sich ja die Frage stellt, ob man sich durch Werbung nicht generell abhängig macht. Das könnte man nur vermeiden, wenn man sich die Werbepartner aussuchen könnte, aber das Angebot seitens der Blogger, die Geld verdienen wollen, ist einfach viel größer als die angebotene Werbung. Das wird sich auch nicht so schnell ändern.

    Und ich persönlich mache mich nicht von Werbung in meinem Weblog abhängig – die Werbung bei mir bringt nicht wirklich einen nennenswerten Beitrag zu meinem Lebensunterhalt – es reicht um zwei oder drei Mal im Monat mit meiner Freundin ins Kino zu gehen oder auch mal den Kühlschrank zu füllen. Würde das weg fallen wäre das keine Katastrophe.

    Solange keine Abhängigkeiten entstehen und Du jederzeit ohne Probleme darauf verzichten könntest, ist das ja auch durchaus in Ordnung. Aber man muss natürlich aufpassen, denn man könnte ganz schnell in Abhängigkeiten geraten.

    Bei gekauften Artikeln kommt natürlich die Frage dazu, wie weit man persönlich geht – ich würde in meinem Weblog nix über Produkte schreiben, die für mich irrelevant sind. […] Aber das ist eine Grenze, die jeder selber zieht (oder eben auch nicht).

    Es fehlen gewisse ethische Grundregeln für solche Fälle. Damit die Blogosphäre erwachsen wird, sollte es so etwas geben.

    Spannend, genau darüber hatte ich auch nachgedacht und für mich persönlich habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich – wenn es denn mal wirklich gekaufte Beiträge bei mir geben sollte – einfach einen zweiten Feed anbieten werde, der dann ohne diese Beiträge daher kommt.

    Ob ein extra Feed da reicht? Viele können aus technischen Gründen ja gar keinen zweiten Feed einrichten. Am Besten wäre ja ein zweiter Blog, aber das wäre ja nicht im Sinne der Werber, denn die wollen ja gerade die Einbindung in die authentische Bloggerumgebung.

    Worüber man streiten kann ist natürlich die Frage, ob ich die Grenze streng genug ziehe und ob es nicht schon wegen der Aufkleber oder Ghost Action so einen zweiten Feed geben müsste. Bisher dachte ich nicht, aber ich denke wieder darüber nach…

    Ich wollte ja gerade die Diskussion über Werbung und Blogs vertiefen, denn allzu leicht übersieht man die Folgen, die durch Werbung in Blogs entstehen können. Es wird Zeit für eine grundlegende Blogger-Ethik in Sachen Werbung, obwohl ich da eher pessimistisch bin und nicht wirklich glaube, daß sich da eine mehr oder weniger verbindliche Ethik entwickeln liese. Denn die Blogger sind auch nur eine Seite und man müsste wohl auch die Werbeindustrie bei einer solchen Sache ins Boot holen.

  35. Ich stolpere hier gerade über die „ethischen Grundregeln“, die die Blogosphäre erwachsen machen sollen. Diese Grundregeln müssen doch gar nicht erfunden werden, die sind doch schon seit langer Zeit in Kraft. Und die haben gar nichts speziell mit dem Bloggen zu tun, sondern gelten grundsätzlich für alle Lebensbereiche. Wenn ich z.B. in meinem privaten Bekanntenkreis für Tupperware/Amway/Dildofee usw., Werbung mache, dann habe ich irgendwann entweder eine blinde Anhängerschaft, oder keine Freunde mehr.

    Das läßt sich m.E. 1:1 auf’s Bloggen übertragen. Ich habe auch schon über Produkte gebloggt weil ich der Meinung war, daß dies evtl. für andere interessant sein könnte. Nur war dies garantiert keine bezahlte Werbung.

    Für jemanden, der über Google auf einen solchen Beitrag gelangt, mag diese Information u.U. sehr wertvoll sein. Für „Stammleser“ sind solche Berichte aber eher uninteressant, aber das hängt auch stark von der Ausrichtung des Blogs ab. Ein gesellschaftskritisch orientiertes Blog wird damit viel weniger Probleme haben, als z.B. das Blog eines Mac-Fans oder eines Diät-Experten.

    Und ob es wirklich so gut ist, wenn die Blogospäre erwachsen wird, lass ich mal dahingestellt sein.

    Viel wichtiger als eine ominöse/diffuse „Blogger-Ethik“ ist m.E. die Stärkung der Medienkompetenz der Leser. Allerdings würde dann wohl auch die Bild-Zeitung pleite gehen.

    Die netaufkleber-Aktion ist mir ziemlich am Arsch vorbeigegangen, ganz einfach deswegen, weil ich mit dem Produkt nichts anfangen kann. Ich brauche keine Aufkleber und habe keine Verwendung dafür.

  36. @telegehirn

    Das sehe ich ja genauso, aber viele haben doch diese Illusion, daß man das bald könnte.

    Wer weiss, vielleicht täuschen auch wir uns und die verdienen sich bald dumm und dämlich…😉

    Auch sind sich viele der möglichen Konsequenzen nicht bewusst. Als Profi Blogger muss man auch Steuern bezahlen und wie ich gerade bei DonsTag sehe, hat er kein Impressum (konnte jedenfalls keines finden), was ja auch durchaus OK ist, wenn er nicht mit dem Bloggen Geld verdienen würde. Da müsste dann auch seine Umsatzsteuer-Ident.Nr. stehen.
    Das meinte ich damit, daß Blogger mehr Beratung benötigen, sonst kommt es wieder zu Abmahnungen und dergleichen. Wer mit dem Bloggen Geld verdienen will, der sollte auch entsprechend professionell agieren.

    Mein Reden.

    Das wird ja mehr oder weniger von den bezahlten Bloggern bestritten, aber wenn man realitisch ist, dann würden zwei, drei kritische Renzensionen das Ende bedeuten.

    Sind wir doch realistisch: irgendwo – und wenn auch nur unbewusst – zensiert sich jeder selber. Da werden Sachen gebloggt oder eben nicht gebloggt, weil man vielleicht einen der Betroffenen kennt oder auch einfach gewisse Themen vermieden, weil man genau weiss, dass man damit bestimmte Personen anlocken könnte, die man eben nicht in seinem Weblog haben will. Oder eben bei einem Produkttest mehr Wert auf die positiven Seiten gelegt, weil man ja wieder mal testen will. Ich unterstelle da niemandem Absicht, aber ich behaupte auch mal, dass jeder so eine unbewusste „Selbstzensurbehörde“ im Kopf hat.

    Aber wie kann man das erkennen? Ich habe nicht unbedingt etwas gegen Werbung, aber ich habe etwas gegen bezahlte Artikel. Wobei sich ja die Frage stellt, ob man sich durch Werbung nicht generell abhängig macht. Das könnte man nur vermeiden, wenn man sich die Werbepartner aussuchen könnte, aber das Angebot seitens der Blogger, die Geld verdienen wollen, ist einfach viel größer als die angebotene Werbung. Das wird sich auch nicht so schnell ändern.

    Von aussen kann man es nicht so einfach erkennen. Man kann es erkennen, wenn man ein Weblog länger liest und verfolgt – muss man aber nicht. Im Zweifelsfall muss man das als Leser für sich entscheiden, ob man an die Unabhängigkeit des Autors glauben kann oder will – oder eben nicht.

    Solange keine Abhängigkeiten entstehen und Du jederzeit ohne Probleme darauf verzichten könntest, ist das ja auch durchaus in Ordnung. Aber man muss natürlich aufpassen, denn man könnte ganz schnell in Abhängigkeiten geraten.

    Klar muss man aufpassen, aber ich verdiene mir meinen Lebensunterhalt nicht mit Bloggen – vielleicht nur, weil sich da bisher keine Gelegenheit geboten hat, aber ich habe auch nicht aktiv nach solchen Gelegenheiten gesucht. Wie schon geschrieben: mein Weblog ist vor allem mal eine Spassveranstaltung… (auch wenn mich der Song tierisch genervt hat und ich ihn nie wieder hören mag: „ICh will doch nur spielen…“ ;)).

    Es fehlen gewisse ethische Grundregeln für solche Fälle. Damit die Blogosphäre erwachsen wird, sollte es so etwas geben.

    Solche Grundregeln muss imho jeder für sich selber treffen und kommunizieren. Ich befürchte so was wie eine übergreifende Blogiquette, die für alle möglichen Varianten von Weblogs gelten könnte kann es nicht geben. Aber unabhängig davon gibt es inzwischen ja gesetzliche Rahmenbedingungen, die auch für Blogger gelten.

    Ob ein extra Feed da reicht?

    Weiss ich nicht – denen, die so was gar nicht in Weblogs haben wollen sicher nicht.

    Viele können aus technischen Gründen ja gar keinen zweiten Feed einrichten.

    Es ist sicher kein Patentrezept und von mir auch nicht als solches gedacht🙂

    Am Besten wäre ja ein zweiter Blog, aber das wäre ja nicht im Sinne der Werber, denn die wollen ja gerade die Einbindung in die authentische Bloggerumgebung.

    Außerdem sind Zweitblogs auch nicht so der Bringer – vielleicht auch nur Zweitblogs nicht, die mal eben so aus einer Idee raus gemacht werden, keine Ahnung😉

    Ich wollte ja gerade die Diskussion über Werbung und Blogs vertiefen, denn allzu leicht übersieht man die Folgen, die durch Werbung in Blogs entstehen können. Es wird Zeit für eine grundlegende Blogger-Ethik in Sachen Werbung, obwohl ich da eher pessimistisch bin und nicht wirklich glaube, daß sich da eine mehr oder weniger verbindliche Ethik entwickeln liese. Denn die Blogger sind auch nur eine Seite und man müsste wohl auch die Werbeindustrie bei einer solchen Sache ins Boot holen.

    Die Blogger sind nicht nur eine Seite, sondern für sich schon ganz viele Seiten… Daher bin ich da auch eher skeptisch…

    @princo:

    Wenn ich z.B. in meinem privaten Bekanntenkreis für Tupperware/Amway/Dildofee usw., Werbung mache, dann habe ich irgendwann entweder eine blinde Anhängerschaft, oder keine Freunde mehr.

    Ich denke auch hier hängt es vom „Wie“ ab – aber grundsätzlich stimme ich Dir zu.

    Für jemanden, der über Google auf einen solchen Beitrag gelangt, mag diese Information u.U. sehr wertvoll sein. Für “Stammleser” sind solche Berichte aber eher uninteressant, aber das hängt auch stark von der Ausrichtung des Blogs ab. Ein gesellschaftskritisch orientiertes Blog wird damit viel weniger Probleme haben, als z.B. das Blog eines Mac-Fans oder eines Diät-Experten.

    Yap, hängt eben immer von der Ausrichtung eines Weblogs und dem Blogger dahinter ab… oder der Bloggerin🙂

    Und ob es wirklich so gut ist, wenn die Blogospäre erwachsen wird, lass ich mal dahingestellt sein.

    Die Blogosphäre als Berufsjugendlicher?😉

    Viel wichtiger als eine ominöse/diffuse “Blogger-Ethik” ist m.E. die Stärkung der Medienkompetenz der Leser. Allerdings würde dann wohl auch die Bild-Zeitung pleite gehen.

    Bräuchte es dazu nicht neue Leser?

  37. Pingback: onmeco Blog » Netaufkleber Aktion beendet

  38. Bräuchte es dazu nicht neue Leser?

    Ja.

  39. @ Princo:

    Ich stolpere hier gerade über die “ethischen Grundregeln”, die die Blogosphäre erwachsen machen sollen. Diese Grundregeln müssen doch gar nicht erfunden werden, die sind doch schon seit langer Zeit in Kraft. Und die haben gar nichts speziell mit dem Bloggen zu tun, sondern gelten grundsätzlich für alle Lebensbereiche.

    Diese Regeln haben aber m.E. in der Blogosphäre nicht die gleiche Geltung, wie in der realen Welt. Allein die im Internet bestehende Anonymität macht es oft sehr einfach, sich von den Fesseln jeglicher Moral und Ethik freizumachen. Da fallen mir doch gleich ein parr Leute ein. Gerade weil das im realen Leben oft nicht möglich ist.

    Wenn ich z.B. in meinem privaten Bekanntenkreis für Tupperware/Amway/Dildofee usw., Werbung mache, dann habe ich irgendwann entweder eine blinde Anhängerschaft, oder keine Freunde mehr.

    Eben. Wer will schon etwas mit der Dildofee zu tun haben?

    Das läßt sich m.E. 1:1 auf’s Bloggen übertragen. Ich habe auch schon über Produkte gebloggt weil ich der Meinung war, daß dies evtl. für andere interessant sein könnte. Nur war dies garantiert keine bezahlte Werbung.

    Hab ich gesehen. Wobei die „Renzension“ ja recht objektiv war und Du ein Gerät gesucht hast, daß ganz spezielle Anforderungen erfüllen sollte.

    Und ob es wirklich so gut ist, wenn die Blogospäre erwachsen wird, lass ich mal dahingestellt sein.

    Wie wir hier schon feststellen konnten, gibt es die Blogosphäre ja gar nicht, obwohl man sie manchmal als Entität, als Schwarmintelligenz wahrnimmt. Was ich eigentlich mit dem erwachsen werden meinte, war, daß die Welt sich verändert und das auch an der Blogosphäre nicht spurlos vorrüber gehen kann. Man diese Entwicklung ignorieren, sich gegen sie auflehnen oder sie mit Jubel begrüßen, aber eines ist sicher: Die Veränderung findet statt. Noch könnte man sie vielleicht beeinflussen. Das spielerische Element wird Blogs sicherlich nicht so leicht verloren gehen. Da bin ich mir sicher.

    Viel wichtiger als eine ominöse/diffuse “Blogger-Ethik” ist m.E. die Stärkung der Medienkompetenz der Leser. Allerdings würde dann wohl auch die Bild-Zeitung pleite gehen.

    Und ich dachte schon, daß ich hochgesteckte Ziele verfolge und gegen Windmühlen kämpfe…Aber, keine Frage: Du hast Recht, aber die Realität sieht leider anders aus. Springer durch Medienmacht der Blogosphäre und um 1.000.000% gestiegene Medienkompetenz der Konsumenten enteignet.😉

  40. Pingback: Werbestricher oder powered by trigami « fourtysomething

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