Telegehirn

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Bring mir den Kopf von Knut!

13 Kommentare

Beinahe wäre Statler noch in den Genuß von Eisbärsteak mit Bratkartoffeln gekommen, aber die Flasche Rotwein muss (noch) geschlossen bleiben. Mir kam diese Geschichte, über den Tierrechtler aus Nürtungen, der angeblich die Einschläferung des kleinen Eisbären Knut forderte, gleich bekannt vor.

Am 24.1. 2007 hatte Frank Albrecht, der Tierrechtler aus Nürtingen, Anzeige gegen den Berliner Zoo, wegen nicht artgerechter Aufzucht von Knut, erstattet, aber er hatte nicht die Tötung von Knut gefordert, sondern begründete seine Anzeige damit, daß im Dezember im Leipziger Zoo ein Lippenbärbaby eingeschläfert worden war, weil man dort die Handaufzucht als nicht artgerecht bezeichnete:

„Wenn also, nach rechtlicher Begründung einer Staatsanwaltschaft und nach Meinung eines Zoodirektors, die Handaufzucht eines Bären generell nicht artgerecht sei, ist es nun meine Pflicht, eine erneute Handaufzucht eines Bären dann als eindeutigen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu werten und pflichtgemäß anzuzeigen.“, so Frank Albrecht. „Das Tierschutzgesetz schreibe ja jedem Halter (auch einem Zoo) vor, Tiere artgerecht zu halten. Wenn eine Handaufzucht nicht artgerecht sei, verstoße der Zoo Berlin, so die Experten, doch nun auf das Gröbste dagegen. Das kann nicht ungestraft geschehen.“

Am 7.2.2007 wurde in einem Artikel der Berliner Zeitung der Tierrechtler Frank Albrecht erwähnt:

Dieser Tierschützer berief sich nun darauf, dass das, was in einem Fall richtig gewesen sein soll, im Fall des Zoos Berlin auch gelten müsse – die Anzeige lief darauf hinaus, dass Knut getötet werden müsste, statt noch länger mit der Hand aufgezogen zu werden. Ein Tierschützer wendet sich gegen ein Tierleben.

In einer Erklärung am 12.2.2007 verwahrte sich Albrecht gegen die Vorwürfe und machte erneut sein Anliegen deutlich. Der „Tierrechtler“ Frank Albrecht fiel schon in der Vergangenheit durch Anzeigen gegen angebliche Tierquäler auf. Albrecht geht es ja gar nicht darum, daß man Knut zu Steaks für Statler und Unterwäsche für die Frau von Jo@chim verarbeiten soll, sondern es geht einfach um die Erlangung von medialer Aufmerksamkeit. Mit den Medien ist es wie mit dem Feuer: man sollte nicht mit ihnen spielen, denn sonst kann man sich ganz leicht die Finger verbrennen.

Trotzdem wurde gestern u.a. von SpiegelOnline die Meldung verbreitet, daß ein Tierschützer die Einschläferung von Knut fordern würde. Die Welle der Empörung rollte los und der Bund Deutscher Tierfreunde e.V. forderte Knut soll leben und die Aktivisten von Vier Pfoten verlangten: Eisbär Knut darf nicht eingeschläfert werden. Im Blog von Knut erklärte Dr. Udo Gansloßer, Zoologie-Experte von der Uni Nürnberg-Erlangen, daß es durchaus kein Problem ist, wenn Knut von Hand aufgezogen wird. Der ganze Wirbel ging realtiv spurlos an dem kleinen Eisbären vorbei, wie man in diesem Video sehen kann und auch die Kommentare dort sind bemerkenswert. Wie dieser hier:

wer sagt das Knut Eingeschläffert werden solle, der soll sich selber einschläffern.

Ob Statler dort diese Frage auch stellen würde? Was die Bärenfreunde wohl Jo@chim wünschen würden, wenn er dort das Rezept für K-Nutella einstellt? ;-)

13 thoughts on “Bring mir den Kopf von Knut!

  1. Etwas off topic, aber Knut interessiert mich nicht.

    Allerdings würde El Hamster hier gerne die Meinung von Brain zu folgender News abrufen:
    http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~EA3810B8A438B432AB397A65CF349C539~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    „Antisemitismus an Polizeischule?“
    „Nicht tolerierbare fehleinstellungen“
    „Zudem sollen in Anwesenheit eines Holocaust-Überlebenden Äußerungen gefallen sein, dass Juden reiche Leute seien.“ (Hört, hört!)
    „Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, soll eine ganze Klasse angehender Polizisten im Unterricht über die Zeit des Nationalsozialismus gefordert haben, sie wolle nicht dauernd an den Holocaust erinnert werden.“ (Ich auch nicht)
    „Sollte sich herausstellen, dass die Behauptungen stimmen, wird es Konsequenzen geben.“ (alles etwas kaffkaesk)
    „Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass in einer Diskussion über Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus Äußerungen einzelner Auszubildender gefallen sind, die auf nicht tolerierbare Fehleinstellungen schließen lassen.“

    Pinky

  2. Ja, Brain hat sich leider nicht zum Thema, das zum Glück wieder schnell aus den Medien verschwunden ist geäussert.

    Es sind diese Eigentore (hier versprach sich die „ultralinke“ Stadtregierung Berlins einige Vorteile), die Deutschland kaputt machen. In der Analyse hat da PI schon recht (im Ausdruck und in den Schlussfolgerungen natürlich eher nicht).😉

  3. der zoo kann dank knut mit einem enormen besucheransturm zu rechnen. ein super pr-coup und die einnahmen werden sprudeln. die partnerschaft mit dem rbb bringt jede menge aufmerksamkeit. könnte ein grund für die aufzucht sein.

    der zoo wusste doch das der tierrechtler nicht die tötung von knut gefordert hat, aber die haben die nicht klargestellt, weil es eben wieder jede menge pr bringt. weil der eindruck erweckt wurde, das knut vom tod bedroht ist. da kocht die volksseele und die kasse klingelt. gibt es im zoo schon stofftiere von knut zu kaufen?

  4. @ Hamster:
    Dein Kommentar hatte sich erst im Spamfilter verfangen, dann habe ich den einfach vergessen. Sorry. Ich hatte das auch gelesen, aber ich war mit der Recherche über das NMD und die russischen Bedenken beschäftigt.

    Der Vorfall an der Polizeischule bestätigt nur meine Wahrnehmung der Berliner Polizei. Der Corpsgeist wird schon früh geübt und eine gewisse politische Haltung ist in der Berliner Polizei nicht von Nachteil. Nicht umsonst hatten die Republikaner Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre in der Berliner Polizei viel Anhänger.

    Gegen diese Strukturen ist bisher kein Senat ernsthaft vorgegangen, denn m.E. sind Teile der Polizei längst der politischen Kontrolle entglitten. Es wird erst gehandelt, wenn etwas an die Öffentlichkeit dringt.

  5. @Tele

    Da gibts nichts zu entschuldigen, ich hoffe mein Vorstoss wird nicht irgendwie als nötigend interpretiert. 🙂

    Du siehst das also nicht als typisches deutsches Eigentor und witterst in der Tat Antisemitismus?! Hmm, ich nicht. Beim Focus wurde die Sache ein wenig (im Sinne von El Hamster😉 ) kommentiert, die Kommentare sind nun geblockt.

    Als Konservativer stehe ich einfach nicht auf ad hoc erhobene Rassismus und Antisemitismus-Vorwürfe. Soll ja noch was werden aus Deutschland. 😉

  6. Ich hatte mich für das Raketenthema und gegen den Antisemitismusvorfall an der Polizeischule entschieden. Bei den Raketen ist die Faktenlage halt viel klarer.

    Ob das nun schon Antisemitismus war, lässt sich schwer beurteilen, aber es passt in die ganze Schlussstrichdebatte. Filme wie „Dresden“ und „Die Flucht“ haben eben nicht ihre Wirkung verfehlt. Dazu noch die Berieselung durch knoopsche Geschichtsseifenopern wie „Hitlers treue Schäferhunde“, „Hitlers dämonische Schulfreunde“ und „Hitlers willige Gartenzwerge“. Da kommt man eben zu dem Schluss: nie wieder deutsche Schuld und deutsche Verantwortung. Da redet man nicht so gerne über deutsche Untaten. Die Frischlinge hätten wohl lieber über die Untaten der Nichtdeutschen an Deutschen geredet.

    Die genauen Hintergründe zu dem Vorfall in der Polizeischule kennt man wohl noch nicht. Aber es sieht wohl zu aus, daß man das vertuschen wollte.

  7. Die genauen Hintergründe zu dem Vorfall in der Polizeischule kennt man wohl noch nicht. Aber es sieht wohl zu aus, daß man das vertuschen wollte.

    Es sieht so aus als ob die ultralinke Berliner Stadtregierung das Maximum aus der Sache rausholen will. Wenn nichts dran ist, wird man nichts mehr davon hören, wenn etwas dran ist, wirds noch monatelang hochgekocht. Von Vertuschung kann hier m.E. zumindest bisher gar nicht gesprochen werden.

  8. Die Polizeiführung erfuhr erst sehr spät davon. Innerhalb der Polizei wurde versucht das etwas zu vertuschen. Der Vorfall wurde nicht nach oben gemeldet.

    Es mag ja sein, daß rot-rot das irgendwie politisch ausschlachten möchte, aber wirkliche Strukturveränderungen innerhalb der Polizei wird es auch unter rot-rot nicht geben. Wenn an der Sache etwas dran, wonach es aussieht, dann sollte das Konsequenzen haben.

  9. Wenn an der Sache etwas dran, wonach es aussieht, dann sollte das Konsequenzen haben.

    Also, einige Polizeischüler haben wohl in Anwesenheit eines Holocaust-Überlebenden die Ansicht geäussert, dass genug Aufklärung bzgl. Nazideutschland geleistet worden ist. Einem Beteiligten wurde in den Mund gelegt einen relativen, so zu sagen völkischen, Reichtum der Juden behauptet zu haben. Das wars glaube ich.

  10. In den Mund gelegt? War El Hamster dabei?

  11. „In den Mund gelegt“ im Sinne von „behauptet“. Da sich die Polizeischüler ja ausser einem gewissen Widerwillen gegen weitere Aufklärung zum Ausdruck zu bringen anständig verhalten haben, musste noch was gefunden werden, um eine Kampagne daraus zu machen. Was denkst Du denn, was da gesagt worden ist? („Hey, Du alter Geldjude“ wars aber bestimmt nicht.) 😉

  12. Man weiß ja eben nicht genau, was da nun vorgefallen ist. Deshalb kann man das so schwer einschätzen. Aber gerade angehende Polizisten und schon gerade in der Stadt, in der die Shoa geplant wurde, sollten nicht durch solche Dinge auffallen.

    Um mal Alfred Tetzlaff zu zitieren:

    Hart durchgreifen!

  13. Zitat:
    „Albrecht geht es ja gar nicht darum, daß man Knut zu Steaks für Statler und Unterwäsche für die Frau von Jo@chim verarbeiten soll, sondern es geht einfach um die Erlangung von medialer Aufmerksamkeit.“

    Hiermit wird offeriert: „Ich wollte mal in die Presse“.
    [Beleidigung entfernt] unterstellt doch tatsächlich, dies seien meine einzigsten Beweggründe gewesen.
    Und wie heiß ich und meine Familie dann noch auf die anschließenden Morddrohungen war.
    Das es mir aber viel mehr um die Offenlegung der Widersprüche der Institution Zoo ging, passt natürlich in die Märchenstunde [Beleidigung entfernt]
    Und das die Chancen auf ein leidfreies Leben für Eisbärenhandaufzuchten sehr gering sind, lassen wir auch mal einfach weg.
    In wegglassen hat [Beleidigung entfernt] viel Ahnung. Zuviel!

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