Telegehirn

Was ist das für 1 Blog?

„Lenin habe ich noch nie gelesen, ich besitze keine Schrift von ihm und habe auch nicht vor Lenin zu lesen.“

7 Kommentare

Das ist nicht der Fahneneid, den amerikanische SchülerInnen jeden Morgen aufsagen müssen und dieser Spruch hängt auch nicht bei mir über meiner kleinen Privatbibliothek.

Als Reaktion auf den gestrigen Artikel erhielt ich von Michael Schulze von Glaßer eine LeserInnen-E-Mail. Manchmal unterlaufen einem auch mal Fehler, was ja ganz menschlich ist und gerne stelle ich einige Dinge richtig. Mit großer Bestürzung musste ich erfahren, daß Michael Schulze von Glaßer seit Dezember 2006 gar nicht mehr Mitglied der SED-Nachfolger ist, denn damals, was unverständlicher Weise von den Medien völlig unbeachtet blieb, trat Michael Schulze von Glaßer aus der Partei „DIE LINKE“ aus und legte „alle Ämter“ ab.  Weiter merkt er in seiner LeserInnen-E-Mail, leicht weinerlich, an, daß er nie in die SED eingetreten sei. Was ja formal richtig sein mag, denn er trat in die Nachfolgepartei der SED ein, was ja natürlich etwas ganz anderes ist.

Besonders freue ich mich über die deutliche Distanzierung, die die LeserInnen-E-Mail von Michael Schulze von Glaßer enthält:   

Lenin habe ich noch nie gelesen, ich besitze keine Schrift von ihm und habe auch nicht vor Lenin zu lesen.

Ganz ruhig, junger Linksrevoluzzer. Ich bin nicht McCarthy, aber man könnte das Zitat von Michael Schulze von Glaßer vielleicht in bestimmten Bereichen des Lebens verwenden? Der Rest meines gestrigen Artikels enthält somit sehr wahrscheinlich keine weiteren Fehler mehr, was einzig und allein Michael Schulze von Glaßer zu verdanken ist. Halte dich weiter von Lenin fern, mein Michael und vergiss nie den Farbfilm, dann wird aus dir bestimmt noch ein richtiger linker Spießer und mittelmäßiger Taxifahrer werden.

7 thoughts on “„Lenin habe ich noch nie gelesen, ich besitze keine Schrift von ihm und habe auch nicht vor Lenin zu lesen.“

  1. Komisch nur, wo er solchen SED-Vokabular wie „bekämpfen“ her hat? Denn solche Verben gehören zum Repertoire der links/rechts Revoluzzies, genauso wie „liquidieren“, „eliminieren“, „chirurgisch entfernen“ etc.

  2. So „differenziert“, „ideologisch unverblödet“ und ganz und ganz und gar nicht „ewiggestrig“ kennt man Dich ja gar nich, herzlichen Glückwunsch!
    *träne wegdrück*

  3. @Telegehirn
    Ein weiser Mann sagte mal sinngemäß: Kommunisten haben Marx und Lenin gelesen – Anti-Kommunisten haben sie gelesen und verstanden. Er hat ihn noch nicht mal gelesen – wie will er die Sache dann verstehen?😉

  4. da hat aber einer sein leben verplant. Nie lenin lesen! was is eigentlich wenn er mal aus versehen was von lenin liest und erst später merkt das er lenin gelesen hat? trifft ihn dann ein fluch?

    das der eine virtuelle säuberungsaktion verlangt ist echt dreist, wo er doch noch nie lenin gelesen hat. soll der junge mal lenin lesen, dann klappt es bein nächsten mal auch mit der säuberungsaktion und dem gulag!

    mich interessiert ja warum asu der ex-sed ausgetreten ist. das is bestimmt ganz spannend. ein stück zeitgeschichte.

  5. Äääh, jetzt muss ich mal ganz dumm fragen, was ist das für ein Typ dieser Lenin? Hat der irgendwas über Computer geschrieben oder etwas Nützliches entwickelt? Oder sollte dieser Lenin ein Philosoph gewesen sein? Ich habe den Philosophen Kant gelesen. Ihr wißt schon, Kant ist der Typ, der gesagt hat: „Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Er meinte damit, man soll nicht auf solche Leute hören, die einem versuchen unter Ausschaltung des eigenen Verstandes etwas weis zu machen.

  6. Kant hat allerdings auch mit seinem dummen, weil die Gesellschaftssysteme missverstehenden, Imperativ (einem „kategorischen“ Imperativ, LOL) die Grundlage für jegichen Kollektivismus und modernen Terror gelegt, bravo!

    Und bspw. Jungs wie Lenin nicht selbst zu lesen und sich aus Sekundärquellen zu bedienen, also auf Meta-Ebene den Mist zu bearbeiten, ist m.E. auch ganz OK. Zumindest wenn man nicht beabsichtigt in den Kreis der Gläubigen einzutreten. Man muss ja masochistisch veranlagt sein, um Marx oder Lenin zu lesen, mit „Mein Kampf“ habe ich es in jungen Jahren mal versucht. *BRR*

  7. So 1989/1990 fand man am Strassenrand vieler Dörfer im Umland von Berlin massenhaft die gesammelten Werke Lenin und Marx liegen.

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