Telegehirn

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Zitat der Woche 13

17 Kommentare

Wenn also in nächster Zeit die Freiheit mit einen Betonklotz an den Füßen in irgendeinem deutschen Fluß auftaucht, dann hat mal wieder die antideutsche Gesinnungsmafia zugeschlagen und ihr nächstes Opfer unsanft ins Jenseits befördert…

Edward E. Nigma, Bad Blog

17 thoughts on “Zitat der Woche 13

  1. Nur in einem Fluß? Ich dachte, der Bedeutung angemessen, wird die Freiheitsgöttin in einem der sieben Weltmeere versenkt!?

    Theorielastigen Sesselfurzern und Elfenbeinturminsassen fehlt es eben stets an der richtigen Dramaturgie sowie an Eleganz und Größe.

  2. Leute wie Grigat und andere erinnern mich oft an unseren Freund MomoRules („Aber schon Foucault hat doch gesagt/bewiesen….“). Die treffen sich alle stets am virtuellen Adorno-Gedenk-Elfenbeinturm und winken dann ganz traurig-trotzig der Realität (“ Du kannst uns nichts anhaben…Unser Theoriepanzer ist unzerstörbar!“ )

  3. das kennt man aber auch im liberal-libertär-anarchokapitalistischen Spektrum. DDH z.B.: „Es ist doch nicht so, als ob Rothbard nicht gelebt und bewiesen hätte bla… man kann die Zahnpasta auch nicht in die Tube zurückdrücken bla…. “

    Was mir ja bei den ganzen Leutchen immer auffällt, ist eine gewisse na ja Unfähigkeit die gedanklichen Voraussetzungen zu erfassen, durch die ihre Behauptungen und Perspektiven erst ein Fundament haben. Nein, das ist alles immer wahr, ganz ohne Voraussetzungen!! Und der Elfenbeinturm reicht bis zum Mond!

  4. Nur bis zum Mond? Ich dachte zurück bis zum Urknall und darüber hinaus. Elfenbeinturm unlimited!

    Ja, wo bleibt bei solchen Leuten eigentlich der eigene Verstand, die Phantasie? Warum immer nur nachplappern? Wenn die eigene Meinung sich dann mit der von anderen deckt, ist das ja OK, aber nicht wenn man einfach nur die Meinung von anderen übernimmt und das meist vollkommen kritiklos. Hier wollen einige den gemächlichen Weg gehen. Ohne Anstrengungen, ohne, wie Brecht sagen würde (HAH!): die Mühen der Ebene.

    Darum gibt es auch so viele Konvertiten, die hinter sich alle Brücken abreissen und nur verbrannte Erde zurücklassen. Da fallen mir natürlich Holmes und Wirner ein, die sich wohl davon die Zugangsberechtigung in eine andere Welt erhoffen. Springer?😉

    Springer wäre ja ganz OK, als Konzern, wenn die nicht soviel Mist und Lügen schreiben würden und noch nicht die Eier haben sich dafür zu entschuldigen.

  5. Viele Menschen sind auf der Suche nach dem richtigen Weg. Das hat sogar der Islam-Konvertit P. Vogel erkannt. Was die meisten aber nicht erkennen: Es gibt keine universelle Bedienungsanleitung für das Leben, die Menschheit und jede Situation. Das hätte man halt gerne, in der Tat auch weil es bequemer ist.

    Oder weil man dafür Zuspruch von anderen bekommt. Oder vor sich selber Rechtfertigungen parat hat. Das Leben ist aber sehr bunt und je nachdem, welcher Mensch in welcher Lage ist, sehen die Antworten eben anders aus und oft individuell verschieden. So gesehen gibt es nicht die ideale Politik, nicht das ideale System, nicht ohne den Menschen, die damit auch klar kommen, aber es gibt für die Menschen, um die es geht, so etwas wie eine optimale Politik. Was allen Ideologen gemeinsam ist: Sie müssen im Grunde den Menschen an ihre Denke angleichen, nicht die Denke an den Menschen, verkauft wird es aber anders. Es sagt ja auch keine Sekte sofort, dass sie willenlose Marionetten braucht, die nicht kritisch nachfragen.

  6. Das Problem ist eben, dass unsere Ideologien besser sind als die der anderen. Warum ist das so? Nun, es muss immer Gute geben und halt die anderen. Diese Wahrheit lässt sich aber der wenig kompetetiven Bev. kaum vermitteln. Es sind ja auch eher die Systeme, die gut sind, weniger die Bevölkerung.

  7. Die Systeme dienen doch den Menschen. Oder sollten. Und würden die Menschen es ständig darauf anlegen, die Regierung zu stürzen o.Ä., gäbe es keinen Frieden und keine Stabilität — die Menschen sind mit Wohlstand aber eher geneigt, zu kooperieren, als mit Armut. Wie man es aber dreht, es kommt auf die Leute an.

  8. Halten wir aber dennoch der Richtigkeit halber fest, dass der zeitgenössische Mensch sich von den Anlagen her nur minimal von demjenigen unterscheidet, der vor 5.000 Jahren lebte.
    Es sind die Systeme, die die Zivilisation und die Lebensqualität ausmachen. Und Systeme sind nun einmal aus Ideenlehren entstanden. (Dass es grundsätzlich möglich ist bspw. große Teile Europas zu simbabwisieren steht ausser Zweifel.)
    Ideologien sind also per se nichts schlechtes.

  9. Sicher, wenn man das so verallgemeinert, ist auch die Declaration Of Independence Ideologie. Oder die Erklärung der Menschenrechte. Solche Weisheiten wie die, dass ein Mensch keinem anderen gehören kann und Rechte haben muss, um glücklich leben zu können, sind für mich aber so logisch wie die Feststellung, dass man ohne Beine nicht gut laufen kann. Für viele Menschen ist das natürlich nicht selbstverständlich. Und so ist natürlich eine Ideologie, die diesen Prinzipien folgt, höherwertig als eine, die ihnen nicht folgt.

    Die Politik handelt aber zu einem Großteil von der Durchsetzung von Interessen. Von sehr kurzfristigen Interessen. Das bedeutet, die einen Menschen versuchen alle anderen zu überzeugen, dass eine bestimmte Handlungsweise im Interesse aller ist oder zumindest der Mehrheit. Vom erwähnten Sinn und Zweck einer anarchokapitalistischen Utopie wären so ohne weiteres kaum 1000 Leute in Deutschland zu überzeugen. Und das hängt nicht nur mit Ideen zusammen, sondern mit sehr realen Beziehungen zum Leben und seiner Gestaltung. Das heißt, politische Ideen können schlecht unabhängig von Menschen gedacht werden. Und nur diese Weltfremdheit soll oben als Ideologie angegriffen werden, nicht Ideen als solche.

  10. Dabei sind Anarchokapitalisten Utopisten und Ideologen der übelsten Sorte, tss, tss…

    Ich habe mich auch (fälschlicherweise) als Gegner aller Ideologien bezeichnet und tue das auch heute noch gelegentlich, aber, was Du meinst, ist möglicherweise die grundsätzliche Gegnerschaft zu progressiven Vorgehensweisen. Bspw. der Islam, der Kommunismus und der Nationalsozialismus sind progressiv. Aber auch Ökos und PCler tragen die progressive Herangehensweise vor.
    Richtig und gut sind dagegen evolutionäre Entwicklungen und Vorgehensweisen. Man könnte auch sagen konservatives Herangehen.

    Wir merken uns einfach:
    Progressive Ideenlehren (meist mit nur einem oder zumindest wenigen Erfindern) schlecht, evolutionär gehaltene Ideologien (Marktwirtschaft, westlich gehaltene Demokratie, individuelle Freiheit, das Toleranzprinzip, die Menschenrechte etc.) gut.

  11. Nein, wie gesagt bin ich nicht gegen Ideen als solche. Sondern dagegen, diese von Menschen und gesellschaftlichen Vorgängen zu entkoppeln. Übrigens waren alle zivilisatorischen Fortschritte von bestimmten sonstigen Bedingungen begleitet, z.B. von technologischen Innovationen, das alles bedingt einander.

    Eine Idee muss zu ihrer Zeit passen und muss auf Menschen treffen, die sie umsetzen können.

    Du kannst nicht eine Idee in den Ring werfen und darauf hoffen, dass da alleine etwas herauskommt.

    Und einige Leutchen, telegehirn und ich sind uns in dem Punkt einig, sie Elfenbeinturmbewohner zu nennen, entkoppeln ihre Ideen völlig von den Menschen, ihren Lebensbedingungen und Einstellungen, ihrer Geschichte und ihren Abhängigkeiten. Solche Ideen sind nur brauchbar, um sie stolz vor sich herzutragen.

  12. Pingback: Skandal: ADF antisemitischer als Iran « Brodaganda

  13. Telegehirn ist zum Glück nicht konstruktiv, das schützt ihn vor meinen Anmerkungen auf das beste. Auch der geschätzte Henk räumt gerne und bei vielen Gelegenheiten ein, dass Kritik seine (alleinige) Stärke ist.
    Das Schwierigste überhaupt ist sicherlich konservativer Konstruktivismus, sollte mal Bedarf bestehen, DB stände bereit.

  14. Äh, und das mit den in den Ring geworfenen Ideen, diese stören doch die organische Entwicklung seit Jahrhunderten, warum kommt da „nichts heraus“? Im Sinne des Ideeoten kommt doch was raus, sogar ne ganze Menge.

  15. Dangerous Beans,

    jede Idee hat ihre Zeit. Oder jede Zeit ihre Ideen. Ist doch nicht schwierig zu verstehen.

  16. Die Zeit wartet so zu sagen auf den Mutigen, der die Idee ausspricht.

  17. Ja, nur ist das mit der Zeit natürlich nicht wörtlich zu nehmen, vielmehr sind die Menschen immer die Akteure. Oder die Wartenden. Darum ging es mir ja, von Anfang bis Ende sind überall Menschen beteiligt.

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