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Fazit zur antinationalen Parade

3 Kommentare

Die antinationale Parade war ein voller Erfolg. Dank der tollen Selbstdisziplin aller Teilnehmer_innen, die sich trotz aller Provokationen und Schikanen seitens einer unglaublich aggressiven Polizei nicht zu irgendwelchen Dummheiten hinreissen liessen. Danke!

Schon bei der Vorkontrolle wirkten die Spezialbullen in den blauen Kampfanzügen ahnungs- und orientierungslos. Da wurden mal Halstücher beschlagnahmt, mal nicht, dann wurde wegen angeblicher Stahlkappen in den Schuhen ewig rumdiskutiert und minutenlang überlegt, ob der nun rein darf oder nicht, weil es eben doch nur gehärtetes Leder ist. Die Vorkontrollen wurden insgesamt so schleppend durchgeführt, daß wir schon eine Stunde Verspätung hatten. Als es endlich losgehen sollte und die Auflagen der Polizei brav vorgelesen wurden (Die Auflagen mussten ein zweites Mal verbreitet werden, da von einem Lauti noch Musik kam und die Cops das so nicht wollten.), bedienten sich die Führer der uniformierten Grunzgesetzschützer ganz billiger Taschenspielertricks, um die Parade zu verhindern. Es hätte sich ein sog. „schwarzer Block“ an der Spitze gebildet und das wäre ja mit Recht und Gesetz nicht vereinbar. Mit welchem Recht und mit welchem Gesetz? Klar! Mit dem Recht und dem Gesetz des Bullenstaates. Auch hätten sich Leute vermummt. Mit Sonnenbrillen und Kapuzenpullovern, wie es heisst. Das Tragen einer Sonnenbrille ist also schon eine Vermummung? Interessante Auslegung. Ich habe jedenfalls keine Vermummten gesehen. Diese existierten nur in der Phantasie der Cops.

Während eine bierselige und bratwurstvertilgende, stolze Volksgemeinschaft am Brandenburger Tor mit Thomas Gottschalk, Otto, Pur und anderen Arschgeschichtern 60 Jahre „Freiheit“ und Grundrechte versoffen, wurden diesen Scheingrundrechten ein Stück weiter die Maske der Falschheit von der Hackfresse gezogen. Danke „oberster Polizeiführer“! Wo war eigentlich Claudia Roth?😉 Das polizeiliche Schmierentheater ging dann munter weiter und als dann ein paar Hippies mit bunten Klamotten nach vorne geschickt wurden und endlich der Anteil schwarzgekleideter Menschen auf ein grundgesetzkonformes Maß reduziert war, hätte es eigentlich losgehen können. Es war schon fast 20 Uhr.

Die Saat der Springerhetze im Vorfeld war aufgegangen. Ich verrate hier ja kein Geheimnis: Keine_r der Teilnehmer_innen hatte Lust auf Riots. Was aber natürlich nicht heisst, daß mensch sich alles gefallen lassen muss, wenn man angegriffen wird. Die Parade wurde im Vorfeld von Bullen und Springerhetzpresse stets in einen Kontext zum 1. Mai gesetzt. Dabei wurde aus Dummheit (Schupelius) oder Absicht (Polizei) „übersehen“, daß am 1. Mai nur ganz wenige Aktive auch nur einen Furz gelassen haben und die Gewalt ging da in 99% der Fälle entweder von gewaltgeilen Cops oder von besoffenen BZ- und BILD-Lesern aus. Vor der antinationalen Parade waren sich alle einig, daß mensch das absolut friedlich durchziehen will, auch wenn die Polizei schon vorher nicht ausschliessen konnte oder wollte, daß sie mit der Gewalt beginnen würde.

Es hätte also losgehen können. Hätte. Doch die Bullen hatten sich eine weitere grundgesetzkonforme Schikane ausgedacht, um die Parade zu sabotieren. Es wurde angemerkt, daß die Teilnehmer_innen alle nicht entpannt genug wirken würden und man daher nicht loslatschen dürfe. Das ist natürlich keine Bullenwillkür und keine Ausformung des Bullenstaates. Das ist deutsche Realität. Eure angebliche „Freiheit“ ist wirklich für den Arsch. Erst als über den vorderen Lauti verkündet wurde, daß man dann ersatzweise einfach „nach Hause“ gehen könnte oder zum Beispiel zum „Bürgerfest“ kam Bewegung in die Sache. Ja, liebe Freunde, es geht halt offensichtlich nicht ohne (verbale) Militanz.

Dann durften wir kurz nach 20 Uhr mit zwei Stunden Verspätung und dem Segen der Bullen „entspannt“ loslatschen. Etwas genervt hat die ständige Technomucke und laaaaangweilig vorgetragende Texte. So konnte am Anfang vor dem ersten Lauti keine richtige Stimmung aufkommen. Der vordere Teil der Parade wurde faktisch zum Wanderkessel mit extrem aggressiven und provokativen Bullen an den Seiten. Besonders die extrem uncoolen Cops aus Hessen, die an der linken Flanke liefen, fielen durch ständige Provokationen und Schubsereien unangenehm auf. Alle paar Meter wurde mal eine kleine Pause eingelegt, weil die Cops wohl ihre gewerkschaftliche Kippenpause durchführen mussten. Eine richtige Stop and Go Parade.

Entlang der Route stand dann ganz provokativ der eine oder andere Wasserwerfer. Gerichtet auf eine friedliche Demo. Es sollte wohl unbedingt Gewaltbilder geben, doch niemand lies sich provozieren. Es gab zahlreiche grundlose Attacken gegen einzelne Teilnehmer_innen, die aber fast alle erfolgreich abgewehrt konnten.

Am Rosenthaler Platz kam dann der Showteil und selbst die Bullen staunten andächtig. Ein paar Meter weiter an der Ecke Brunnenstraße/Veteranenstraße auf der Höhe der Bullenwache stürzte sich dann ein staatlicher Sturmtrupp grundlos in die Demo und kesselte die Spitze der Parade ein. Dabei wurde ein Genosse neben mir ohne Sinn und Verstand von einem Randale-Chaoten-Cop zwei Mal ins Gesicht geschlagen. Auch wurden einige durch Reizgasattacken verletzt. Hier versagten leider auch wieder die Organisatoren, denn es wurden keine Durchsagen gemacht und so wussten die Leute hinten gar nicht, was vorne nun los ist. Der peinliche und wohl absolut grundgesetzkonforme Angriff der Chaoten in Uniform endete nach ca. einer Viertelstunde mit dem Rückzug der Bullen.

Dann ging es langsam weiter und in der Oderbergerstraße stockte es wieder, weil die Bullen die Straße versperrten. Nun wusste keiner mehr was los ist. Es gab keine Infos vom Lauti, ob es nun weiter geht oder die Demo aufgelöst ist. Wenigstens spielte man jetzt endlich mal vernünftige Mucke (Slime) und so nahm die Parade ein unvermutetes Ende, auch wenn die gewaltgeilen Cops sich noch eine Schikane ausgedacht hatten: Wir konnten in keine Richtung weggehen, da die Bullen alles dichtgemacht hatten und so kam es noch zu einigen lustigen verbalen Konfrontationen, bei denen die unwissenden Cops einen hilflosen Eindruck machten.

Alles in allem kann mensch ein positives Fazit ziehen. Wir haben uns nicht von den Bullen provozieren lassen und ein gerüttelt Maß an Selbstdisziplin an den Tag gelegt. Die Hetze der Springerpresse lief ebenfalls ins Leere. Dass es relativ friedlich blieb, lag nicht an den Bullen oder ihrem „Sicherheitskonzept“. Die Botschaft der Parade wurde von zahlreichen Medien transportiert.

In der bürgerlichen Presse wird natürlich mal wieder nicht so ganz die Wahrheit berichtet, aber trotzdem hier ein kleiner Überblick:

Morgenpost (mit Videos): 1000 Polizisten verhindern Krawalle in Berlins Mitte
BLÖD-Zeitung: 2000 Linksradikale demonstrieren gegen den Staat
Tagesspiegel: Friedlich gegen Deutschland
Indymedia: 2000 auf antinationaler Parade
TAZ: 750.000 dafür, 2.000 dagegen
TAZ: Unbegrenzte Freiheit zum Jubeln
BZ: Linksradikale starten später

3 thoughts on “Fazit zur antinationalen Parade

  1. Ich habe jedenfalls keine Vermummten gesehen. Diese existierten nur in der Phantasie der Cops.

    In den Nachrichten wurden sogar einige Demonstranten mit Skimasken gezeigt, einer, der auf dem Dach eines Hauses auf sich aufmerksam macht und eine Deutschlandfahne verbrennt. Oder war das eine andere Demo als Deine?

    Dabei wurde aus Dummheit (Schupelius) oder Absicht (Polizei) “übersehen”, daß am 1. Mai nur ganz wenige Aktive auch nur einen Furz gelassen haben und die Gewalt ging da in 99% der Fälle entweder von gewaltgeilen Cops oder von besoffenen BZ- und BILD-Lesern aus.

    (Wieder) in den Nachrichten waren Bilder ausgebrannter Fahrzeuge nach dem 1. Mai zu sehen, klar, könnte auch aus anderen Jahren oder aus Frankreich stammen… Entweder die Fernsehsender faken da ziemlich rum oder es gibt Vorgänge, die sich Deiner Kenntnis entziehen.

  2. Die Freunde auf dem Dach waren nicht Teilnehmer der Parade. Die waren von der Anti-Wahl Kampagne 2009 und wollten einerseits die Parade grüßen und andererseits ihre Message noch einmal transportieren. Ja, die waren maskiert, aber eben kein Teil der Parade. Wie auch? Vom Dach eines Hauses am Rosenthaler Platz.

    Die Polizei wollte ja, bevor die Parade losging, Vermummte ausgemacht haben. Deren Definition von Vermummung ist schon sehr konstruiert. Eine Sonnenbrille und ein Kapuzi galt denen schon als Vermummung.

    Kann schon sein, daß am 1. Mai Fahrzeuge gebrannt haben, aber wer hat die denn angezündet? Von den 289 am 1. Mai Festgenommenen sind nur 14 bisher politisch auffällig gewesen. Von den fast 500 „Verletzten“ Polizisten erlitten 400 nur Prellungen und nur knapp ein Dutzend musste vom Dienst abtreten. Aber wir hatten natürlich die schlimmsten Riots seit Jahren. Sagen die Medien. Wer es glaubt… Wer weiß denn, wie viele Agent Provocateur dabei waren?

    http://www.sueddeutsche.de/politik/98/467669/text/

    „Der 24-jährige mutmaßliche Steinewerfer ist Beamter in der Probezeit. Er ist nicht vorbestraft und hat einen festen Wohnsitz, deshalb ist er derzeit nicht inhaftiert. Er hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

    An seiner Dienststelle in Frankfurt am Main sagte ein Mitarbeiter, man glaube nicht, dass der Polizist als sogenannter Agent provocateur eingesetzt gewesen sei, um Autonome zu Straftaten anzustacheln. „Für solche Aufgaben gibt es andere Dienste in der Bundesrepublik“, sagte ein Beamter.“

    Was ich am 1. Mai gesehen habe, waren 98 % der Werfer entweder Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Otto Normal Deutsche in Bierlaune. Alle geil auf Action, weil ihr Leben so langweillig ist. Der Rest waren JungSpacken, die mal Revoluzzer spielen wollten und von ganz hinten warfen. Die meisten Leute aus der Szene haben schon lange die Schnauze voll von diesen Ritualen am 1. Mai und gehen am Görli lieber einen Trinken und lachen die Deppen am Kotti aus.

    Kann schon sein, daß die Medien da mal was weglassen oder was zu dichten. Lies mal die Berichte über die Parade. Wo steht da was über die sicherlich grundgesetzkonforme Spontan-„Auflage“ der Polizei, die an der Spitze zu viele Leute in schwarzen Sachen ausgemacht hatte und so die Parade nicht losziehen lassen wollte, bis genug bunte sich vorne einreihen. Nee. Da steht immer nur was Auflagen, die die Parade nicht eingehalten hätte. So mit Flaschen und so.
    Oder die sicherlich absolut vom GG gedeckte Spontan-„Auflage“, daß es erst losgeht, wenn alle etwas entspannter dreinschauen. Habe ich nichts von gelesen und auch nichts gesehen. OK, bei Springer fliegt man wahrscheinlich sofort, wenn man das thematisieren würde und im TV darf man darüber so wohl auch nicht berichten. Keine Ahnung warum. Wir sollen doch hier im freiesten Deutschland aller Zeiten leben?!? Da kann man mal sehen wie krass die Repression früher so war…

    Warum die Polizei die Demospitze an der Wache einkesselte und mal hier und da boxte und sprühte hat wohl auch noch kein Vertreter der ach so freien Presse in Schland recherchiert. Dabei waren die doch dabei und haben ordentlich draufgehalten mit den Kameras.

  3. Pingback: Warum Deutschland immer noch sterben muss, damit wir leben können! « Telegehirn

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