Telegehirn

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Warum Deutschland immer noch sterben muss, damit wir leben können!

7 Kommentare

Die Attacke der Prügelbullen auf der Datenschutzdemo am letzten Samstag schlägt in den Reihen der Computernerds vom CCC und bei den sog. Piraten und weiteren Bürgerrechtlern hohe Wellen. Aber warum? Wer in Berlin desöfteren auf Demonstrationen geht, der weiß doch ganz genau, daß die 21., 22., und 23. Einsatzhunderschaft, und nicht nur die, den Knüppel und die Fäuste gerne fliegen lassen. Straffrei.

Der aktuelle Fall zeigt doch ganz genau die Handlungsweise der Polizei und der sie deckenden Justiz und Politiker. Es werden gezielt Falschmeldungen und Diffamierungen verbreitet. Wenn sich der Anwalt des Opfers fragt, warum denn die Prügelbullen kein Dienstverbot erhalten haben, sondern nur an anderer Stelle eine Verwendung gefunden haben, dann frage ich mich wo der Mann eigentlich lebt. In Berlin werden doch keine Bullen bestraft, die bei Demos knüppeln und prügeln. Wir sind doch in der Reichshautpstadt! Hier werden Antisemiten und Faschistenunterstützer von der Polizei gehätschelt und beschützt. Wobei ich es richtig putzig finde, wenn beim A-Team, das ich durchaus schätze, die Liberalen immer noch glauben, daß man gegen polizeiliche Willkür immer den Rechtsweg beschreiten sollte. Gegen die Willkür der örtlichen Vertreter des „Rechtsstaats“ hilft eben in den meisten Fällen nur gelebte Militanz. Damit meine ich jetzt nicht, daß Daniel den Willkürbullen ein paar Steine in die Hackfressen hätte werfen sollen. Obwohl das schon einen gewissen Charme hat, aber dafür fehlen eh die Eier und das politische Bewusstsein. Nein! Ihr hätte einfach das Verbot ignorieren sollen und euch dann von den Bullen im Notfall ein paar auf die Glocke geben lassen müssen. Damit hätte ihr wenigstens bewiesen, daß diese Freiheit eben doch die falsche Freiheit darstellt. Wo ihr im Dunkel der Willkür immer noch Recht erkennen wollt, tummeln sich seit dem Anfang der Zeit die finsteren Monster des staatlichen Terrors.

Überhaupt: Ich frage mich, wie, es sein kann, daß diese Kämpfer für die Menschenrechte so leicht zu beherrschen sind? Da kommt ein Uniformträger und verbietet euch Transparente und Plakate auf Hebräisch und Englisch und ihr knallt die Hacken zusammen? Wo bleibt denn eure Zivilcourage? Diese versagt offensichtlich schon in diesen Zeiten, die viele fälschlichherweise als „demokratisch“ erkennen wollen. Was ist erst, wenn hier mal wieder richtig an der autoritären Schraube gedreht wird? Für liberale Freiheitsversager kenne ich nur eine passende Medizin: Militanz.

Noch ein paar Worte zu der Prügelaktion vom Samstag: Es kommt genauso wie meine Freunde und Freundinnen und ich es geahnt haben. Es wird vertuscht, gemauschelt und relativiert. Wenn am Ende eine kleine Geldstrafe für die Prügelbullen heraus kommt, dann könnt ihr das als Erfolg verbuchen. schaut euch doch die Statistiken über Verfahren gegen Polizisten an. Die Opfer solcher Attacken werden häufiger verurteilt als die Täter, denn die Täter, wie auch in dem aktuellen Fall, zeigen das Opfer einfach wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und anderer Delikte an. Wem glauben die Gerichte in Deutschland wohl? Menschen, die für ihre Rechte auf die Straße gehen oder jenen, die sie beschneiden? Ihr seid noch so richtig naiv und das könnte mensch glatt niedlich finden. Ich wünsche euch jedenfalls einen tollen Weg zur Erkenntnis, daß in Doitschland Polizisten nicht dazu da sind systemkritische Demos (es sei denn, der rechte Rand geht auf die Straße, denn der geniesst hier den besonderen Schutz des Staates und seiner Organe) zu beschützen.

Am Rande sei noch bemerkt: Die Ursache für den ganzen Zirkus soll wohl die Erstürmung eines der Lauti gewesen sein. Angeblich soll von dort zu Straftaten aufgrufen worden sein. Dazu gibnt es zwei Versionen. In der einen soll das Lied „Bullenschweine“ von Slime gespielt worden sein, was die Cops gleich zum Anlass nahmen sich auch wie solche zu benehmen. Angeblich wäre das Lied verboten, aber Belege kann mensch dafür nicht finden. Spielt doch einfach bein nächsten Mal „Deutschland muss sterben, damit wir leben können“, denn diese Lied von Slime hat den Segen des Bundesverfassungsgerichts. Die andere Version ist noch lustiger: Angeblich hat jemand vom Lauti aus gesagt, daß wer das Rad von Ströbele bringt, würde einen Kasten Bier erhalten. Wie auch immer. Die Bullen brauchen eigentlich gar keine Gründe, um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. Ich erinnere hier nur einmal an die spaßigen Versuche der Cops die antinationale Parade am loslaufen zu hindern. Peinlich finde ich aber, daß ihr euren Lauti nicht besser beschützt habt, aber das schreibe ich ebenfalls eurer Naivität zu.

Die einzige Frage, die sich mir jetzt stellt ist, ob ihr weiter daran glaubt, daß dieses System, das schon lange unheilbar an der Schweinegrippe erkrankt ist, durch Reformen zu retten sei…

7 thoughts on “Warum Deutschland immer noch sterben muss, damit wir leben können!

  1. In letzter Zeit nehmen die Bullen bei Dir aber schon die Stellung eines Schwerpunktthemas ein. Man mag mutmaßen, dass dies Deinen Freunden und Euren Aktionen geschuldet ist, aber natürlich auch einfach dem Wegbewegen vom Compi und auf die Straße, sozusagen ins „wahre Leben“, über das man mitunter meint, es könne gar nicht wahr sein… An dieser Stelle soll aber auch vor einer allzu großen Idealisierung Deines Umfeldes im Widerstreit mit der Staatsmacht gewarnt werden.

    Es gibt auch Polizisten, die einfach nur ihren Job machen. Und der ist nun mal das Verfolgen von Straftaten. Selbst wenn diese Dir vielleicht nicht auffallen oder nicht zur Kenntnis gelangen… Natürlich wird dann auch ausdrücklich unter Verwendung von Willkür gerade gegen unliebsame Leute vorgegangen. Und es weiß fast jeder, selbst der naivste liberale Kollege, wie schnell Polizisten die Geduld verlieren, sobald ihnen jemand widerspricht. Diskutieren? Mit Polizei? Solange man einer Meinung ist! Noch nicht mal die Geduld, die Fassung, … Du würdest hier vielleicht sagen, sie lassen die Maske fallen. Sie müssen sich aber andererseits viel Bullshit anhören. Sehr viel. Das weiß man auch.

    Also versuche vielleicht, dennoch, für Polizisten im Allgemeinen ein Verständnis aufzubringen und Dich in sie hineinzuversetzen, für Prügelnde, die daran ihre Freude haben, natürlich nicht. Deine Freunde machen aber sicher auch mal Fehler. Und das mit „ein paar Steine in die Hackfressen werfen“ fällt zum Beispiel darunter. Mitunter werden ja auch Polizisten verletzt. Diverse Brandstiftungen durch Linksextreme sind auch so eine Sache, die sicher über das Artikulieren einer oppositionellen politischen Meinung hinausgeht… So entsteht durch Fehler beider Seiten ein Klima, das Willkür erst Vorschub leistet. Da ist Deeskalation angesagt, nicht mehr Eskalation. … Sonst fangen die irgendwann noch an „Euch“ zu tasern…

    Man könnte viel über das Thema Missbrauch von Amit und Autorität schreiben. Abstrahiert man vom Einzelschicksal weg, muss man schnell einsehen, dass Macht und Gewalt selber ein unlösbares Dilemma beinhalten. Nimmt man (im Gegensatz zur Anarchie) die Notwendigkeit einer Ordnungsmacht (bzw. auch Justiz) an, einer Instanz (z.B. Staat, kann aber auch eine andere sein), die ein Recht durchsetzt, Menschen oder eine Ordnung beschützt, landet man praktisch automatisch auf einer positivistischen und unkritischen Ebene: Da in diesem Fall einer zwingend das letzte Wort haben muss und nicht mehr alles ewig ausdiskutiert werden kann. Der, der immer das letzte Wort hat, kann dies missbrauchen und tut es mitunter. Ein weites Feld, man hat so wenig Zeit…

  2. Hmja, kaum noch lesenswert hier.
    Abbau festzustellen.
    MFG, WB

  3. @ NUB:

    Diese Schwerpunktgestaltung hat in der Tat etwas mit dem „wahren“ zu tun. Mal abgesehen davon, daß ich zeitlich sehr eingeschränkt bin und sowieso an anderer Stelle im Netz aktiv bin. In diesem Jahr hat die Repression ordentlich zugelangt. Unschuldige füllen die Knäste zwar noch nicht in Masse, aber wir haben bei Alexandra und Christoph gesehen, und wir werden es wohl auch bei den beiden am 1. Mai eingeknasteten jungen Leuten sehen: in Schland werden Menschen eben immer oder schon wieder aus rein politischen Gründen eingesperrt. Zum Glück scheint das Justizsystem in rudimentären Resten noch zu funktionieren und Alexandra wurde trotz Hetzkampagnen in den Medien freigesprochen.

    Es gibt auch Polizisten, die einfach nur ihren Job machen.

    Das ist ein denkbar schlechtes Argument oder vielmehr eine billige Rechtfertigung für Täter, denn es hat wohl auch Grepos gegeben, die an der Mauer einfach nur ihre Arbeit gemacht haben.

    Wer sich als Polizist keinen Bullshit anhören will, der soll eben kündigen.😉 Wo du schon die naivsten liberalen Kollegen ansprichst (Boche?): Wo war eigentlich die Empörung der Liberalen über die Inhaftierung von Alexandra? Lieber empört man sich über die Unterdrückung im Iran, gerade weil das ohne Gefahren und Konsequenzen getan werden kann und schweigt die heimische konsequent tot.

    Sicherlich kannst du mit Cops nicht diskutieren. Wie auch? Mit Robotniks geht das nicht, aber trotzdem gehen die nach Hause und decken zärtlich ihre Kinder zu. Die Banalität des Bösen eben. Du schneidest ja indirekt die Gewaltfrage an. Mensch mag es bedauern, aber es geht eben nicht ohne Gewalt. Verstehe mich nicht falsch: ich würde die soziale Frage auch lieber ohne Gewalt, Blut und Kotze lösen, aber dieses System hier und alle Systeme, die ausschliesslich durch die Herrschaft des Menschen über den Menschen funktionieren, basieren auf Gewalt.

    Hartz IV ist Gewalt pur. Nur um mal ein verständliches Beispiel zu bringen. Gewalt zur Selbstverteidigung ist leider oft notwendig. Besonders wenn diese Angriffe von jenen kommen, die eigentlich zu deinem Schutz da sein sollten. Du kannst natürlich auch passiv bleiben. Liegt ja auch oft an einem Selbst.

  4. @Telegehirn

    Bei einigen liberalen Kollegen sind Leute wie Alexandra R. einfach als Linksextremisten abgeheftet und da interessiert es dann praktisch nicht mehr, ob die weggesperrt werden, schuldig by design.

    Ich muss in diesem Zusammenhang zugeben, dass man so natürlich prima Diktaturen aller Art organisieren kann. Noch ein Schuss Denunziantentum hier und da, etwas Medienpropaganda dort und zack ist die demokratische Republik das Klo runtergespült.

    Letztlich liefert Gewalt, liefern Straftaten aber immer nur Vorlagen für mehr Repression, mehr Überwachung, mehr Inhaftierungen und die de facto Aufhebung von Freiheitsrechten. Bei Antiglobalisierungsdemos soll es schon vorgekommen sein, dass die Sicherheitskräfte Brandstiftung und Vandalismus zunächst unbachtet durchgehen ließen, Autonome machen ließen, um dann kurze Zeit später gegen alle Demonstranten einzuschreiten, wohlgemerkt auch gegen die friedlichen, und die Demos insgesamt abzubrechen.

    Das ist wie Schach. Wenn Du glaubst, Dein Zug war clever, dann stellst Du vielleicht später fest, dass der Gegenspieler genau den Zug von Dir erwartet hat!

    Noch kannst Du friedlich auf Deine Anliegen aufmerksam machen, noch ist v.a. das Internet nicht komplett unter Behördenaufsicht.

  5. „…aber dieses System hier und alle Systeme, die ausschliesslich durch die Herrschaft des Menschen über den Menschen funktionieren, basieren auf Gewalt.“

    Hmm, und was wäre dann deiner Meinung nach eine (echte) Alternative?

    MfG

  6. Genau, und da Polizeigewalt ein REIN deutsches Phänomen ist, muss Deutschland sterben. Die simple Argumentationsstruktur von euch Antideutschen amüsiert mich immer wieder.

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