Telegehirn

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Das ist Wahnsinn! Nein, das ist Deutschland!

11 Kommentare

Seit 20 Jahren warne ich vor einer Wiedererstarkung deutsch-nationaler Tendenzen in Deutschland. Dabei wies ich immer wieder auf eine gewisse Kontinuität im Verhalten und Denken vieler Menschen in Deutschland hin. Das was „wir“ Deutsche Ideologie nennen. Ein Großteil der Deutschen neige immer noch zu Antisemitismus, Rassismus und Chauvinismus. Dafür wurde ich oft genug geprügelt und mir wurde vergehalten, dass ich das alles doch übertreiben würde. Dass der Rassismus, nicht nur in Deutschland, aus der Mitte der Gesellschaft kommt, sollte spätestens nach der Causa Sarrazin für jeden deutlich geworden sein. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine sehr bezeichnende Studie veröffentlicht (PDF zum Download) und die Ergebnisse wären wohl noch extremer ausgefallen, aber die Studie wurde vor der Debatte um die rassistischen Theorien von Thilo Sarrazin erhoben. Im folgenden nun einige sehr beunruhigende Ergebnisse.

Grafik_ Juden_Studie

Im Westen scheint der Antisemitismus noch etwas tiefer verwurzelt zu sein als im Osten. Dagegen ist die generelle Xenophobie in Ostdeutschland weiter verbreitet. Fast die Hälfte fühlt sich „überfremdet“ und pflegt Vorurteile a la „die Ausländer kommen nach Deutschland, um sich in die soziale Hängematte zu legen.“ Wieviele Milliarden sind seit dem Mauerfall in die ehemalige „DDR“ geflossen und wieviel Geld wurde dabei für Reeducation verwendet?

Der ganze neue Patriotismus zu den Fussballweltmeisterschaften 2006 und 2010, der angeblich so harmlos, erfrischend anders und gar nicht Chauvinistisch sein soll, verstärkt und transportiert genau jenen Mist, den ich nicht sehen will. Über ein Drittel will „endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben.“ Jede/r Dritte befürwortet „hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland.“ Da liegt Guido Westerwelle ja voll auf dem Kurs vieler Volksgenossen. Und immerhin ein Viertel möchte wieder, daß Deutschland sich seinen Platz an der Sonne erobert.

Statistik Nationalismus

Fast jede/r Zehnte möchte, wenn es „im nationalen Interesse“ liegt, gerne wieder eine Diktatur. 13,2% möchten „einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.“  23,6% sind sogar der Ansicht, dass „was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft ingesamt verkörpert.

Volksgemeinschaft, starke Partei und Führer

Auch hier liegt der Osten immer ein Stück über dem Durchschnitt. Mindestens ein Viertel denkt immer noch in nationalsozialistischen Kategorien wie Volksgemeinschaft. 13,3% der Deutschen Versager sehen sich anderen Völkern gegenüber als überlegen an und ein weiteres Fünftel teilt diese Ansicht in einem gewissen Maß.

Statistik übersicht legendeDeutsche ÜbermenschenStatistik 7Autobahn oder Auschwitz? Danach wurde offensichtlich nicht gefragt. Leider. Auch dank Gerd Schröder steigerte sich der Antiamerikanismus in Deutschland seit 2003 noch einmal um rund 7%. Im Osten sank der Antiamerikanismus jedoch leicht, während er im Westen deutlich anstieg.

Statistik 8

Und es wird nicht besser. Ein Drittel sieht den „amerikanischen Imperialismus als die eigentliche Gefahr für den Weltfrieden.

Statistik 9 Es besteht wenig Grund zur Hoffnung und wenn sich in Deutschland mal wieder eine „Persönlichkeit“ findet, die sich selbst zum Führer berufen fühlt und von den tumben Massen angenommen wird und sich nicht wie Schill den ganzen Tag mit Koks zuknallt, dann marschiert dieses Deutschland mal wieder flugs Richtung Faschismus. Mindestens. Was kann nun jede/r Einzelne dagegen tun? Ausser sich eine MP in den Keller zu packen oder Geld fürs Exil zurücklegen? Gegen Dummheit, Ignoranz und Deutschtum hilft eigentlich nur Aufklärung, Agitation und notfalls ein paar in die Fresse und den Deutschnationalen möchte ich ein Zitat des großen Winston Churchill entgegenschleudern:

We will have no truce or parley with you, or the grisly gang who work your wicked will. You do your worst – and we will do our best.

11 thoughts on “Das ist Wahnsinn! Nein, das ist Deutschland!

  1. Pingback: „notfalls ein paar in die Fresse“ – Doitschlandstudie « K’s Kriegstheater

  2. Ist schon bedenklich. Wobei einige Befragte sicher zu ungebildet waren, die Wortbedeutungen in den Fragen im Kontext der Geschichte richtig zu deuten (z.B. „Führer“, „der Stärkere“, „nationales Interesse“). Aber das ändert nichts an der Tendenz, die erkennbar wird.

    Früher in der Schule meinte mal eine Mitschülerin, es sei eigentlich besser, Behinderte zu vergasen, die hätten sowieso nix vom Leben. Die hatte keinesfalls etwas mit Nazis am Hut (vielleicht später dann doch, wer weiß) und war damals nur ziemlich dumm. Aber die Einstellung in der Sache hatte sie ja trotzdem. Gewisse Einstellungen sind tatsächlich ein nicht zu unterschätzender Nährboden, selbst wenn das neonazistische Gedankengut darauf bisher noch nicht gedeihen konnte.

  3. Es gibt ja jetzt Diskussionen, ob und in wie weit diese Studie die Realität abbildet. Daran will ich mich gar nicht beteiligen, denn in jedem Fall ist eine Tendenz erkennbar.

    Es gibt wohl auch einen gewissen Zusammenhang zwischen (fehlender) Bildung und Vorurteilen. Viel wichtiger sind jedoch die Fragen nach den Gründen und wie die Situation verbessert werden kann.

    Ist es nicht an der Zeit, dass sich die aufgeklärten Kräfte in diesem Land sammeln? Es wird nämlich immer enger in Schland.
    Wie steht es um das Projekt der Aufklärung?

    Der Nährboden für totalitäre Tendenzen ist reichlich vorhanden. Wehe uns allen, es kommt einer, der diesen Acker mit Hass pflügt. Diese Saat könnte alles verschlingen, was bisher mühsam errungen wurde.

    Deutschland als nationales Konstrukt und die, von vielen Deutschen ersehnte Volksgemeinschaft ist und bleibt eine Bedrohung. Eine sehr reale.

    Diese so deutschen Tendenzen gehen durch alle Schichten und sind mitnichten eine Randerscheinung. Ob links oder rechts.

    Was kann nun getan werden?

  4. Telegehirn,

    wenn überhaupt kann nur jeder in seinem Umfeld etwas bewirken. Bildung ist insofern nicht zu unterschätzen, weil sie die Grundlage dafür liefert, wie wir die Welt sehen, wie wir einschätzen, wie die Welt funktioniert. Vielfach geht es beim Hass einfach darum, einen bequemen Sündenbock zu finden.

    Schuld an Wirtschaftskrisen sind dann nicht etwa die Bankster oder unsere lieben Politiker, sondern die Ausländer. Oder die „deutschen Sozialschmarotzer“. Oder die Omas und Opas, die die Krankenkassen leeren — man wird sich irgendwann vielleicht eine „humane Begleitung in den Tod“ überlegen, also wie man die „Unnützen“ töten kann. Die, die nur die Lebensmittel und Rohstoffe und das Geld verbrauchen; alles künftig nicht mehr so grenzenlos verfügbar. Wenn man in diesen gesellschaftlichen Strukturen ganz oben steht, kann es sogar nützlich sein, wenn sich die unten gegenseitig hassen und die Schuld geben. Teilen und herrschen. Das mal so zum Nachdenken…

    Deutschland ist im Grunde längst abgeschafft. Die wichtigen Dinge werden in der EU entschieden, die Grenzen sind nicht mehr wirklich vorhanden, die Mark ist durch den Euro ersetzt, die Entscheidungen werden überhaupt zunehmend global (G8,G20,UNO…) entschieden.

    Was da einige „Patrioten“ wollen, ist die Wiederbelebung eines Kadavers. Sie können ihn schwarz-rot-gold oder anders einkleiden und schminken. Aber der Kadaver wird sich nicht mehr rühren und nichts mehr tun können. Du hast es auch ganz rechts nicht mit einer Bewegung zu tun, die irgendwie geschlossen sein könnte anstatt zerstritten, aber Du hast es mit potenziell gefährlichen Individuen zu tun, die wie gesagt Sündenböcke brauchen. Ganz klare Sache. Eigentlich ein totalitäres Phänomen, das übergreifend existiert, doch im rechtsextremen Bereich häufiger mit Gewalt gegen Menschen verbunden ist. Doch etwas „Großes“ wird da nicht mehr kommen, „nur“ Konflikte bis hin zum Bürgerkrieg, während der Kadaver Deutschland zu Staub zerfällt. Was einige Leute anlässlich des Fußballs oder allein in ihrem Kopf meinen zelebrieren zu müssen, wird jedenfalls politisch keine Substanz mehr finden können. Jedenfalls nicht derzeit und nicht in absehbarer Zeit.

  5. Übrigens ist der folgende Absatz aus der Studie auch ein Teil der Motivation, die dahinter steht:

    Eine Gleichsetzung der „Extremismen“
    verbiete sich aus inhaltlichen Gründen. Wir schließen uns dieser Kritik an, da die sehr heterogenen gesellschaftlichen Gruppen, die gewöhnlich als „linksextrem“ bezeichnet werden – anders als beim Rechtsextremismus – nicht von einer radikalen Ungleichheitsvorstellung getragen werden,
    sondern von der Radikalisierung des Egalitätsgedankens. Da aber Egalitätsvorstellungen Kennzeichen der liberalen Demokratien seit der Französischen Revolution sind, zeigt sich das Problem des Extremismusbegriffs
    unter anderem sehr deutlich bei den als „linksextrem“ Bezeichneten: Diese verstehen „sich selbst fast durchgängig als demokratisch orientiert und akzeptieren zu 94 Prozent das Grundgesetz“ (Neugebauer 2000, S. 24 f.). [pdf S. 15]

    Selbstverständlich ist eine Gleichsetzung der Extremismen auf inhaltlicher Ebene falsch, doch wenn man mit „akzeptieren zu 94 Prozent das Grundgesetz“ kommt, muss ich doch etwas lachen.

  6. Gerade die Nummer mit dem Sündenbock nervt mich, aber so ist es für viele eben ganz leicht sich die Welt zu erklären. Einfache Lösungen für komplexe Probleme. Viele sind halt einfach gestrickt, wollen sich über Zusammenhänge keine Gedanken machen.

    Viele Politiker befeuern diese Denkweise geradezu. Macht halt das Herrschen einfacher. Da kommt aber auch eine abgrenzende und entsolidarisierende Grundstimmung ans Tageslicht, die unsere Gesellschaft wie ein schleichendes Gift erfasst hat.

    Das mit der EU ist aber auch so eine Sache. Recht bequem für unsere politische Klasse. Viele unangenehme Dinge werden in Brüssel entschieden und dann sagt man hier: können wir nichts gegen machen, aber wer sitzt denn in den Ministerräten? Ja, deutsche Politiker, die das doch alles abgesegnet haben. Ohne jegliche demokratische Kontrolle.

    Es gibt doch auch diese Sehnsucht nach der D-Mark und „der guten alten Zeit“, als angeblich noch alles in Ordnung war.

    Ob dieser Kadaver Deutschland wirklich endgültig tot ist? Oder wird er mal als Zombie wiederkehren? Meiner Ansicht nach fehlt da nur noch ein neuer Führer, der den Massen erklärt wie schlecht es ist, aber er und seine Partei/Ideologie könnten alles ändern und das Paradies auf Erden herstellen. Egal ob von links, rechts oder aus der Mitte. Das spielt alles kaum noch eine Rolle. Die SED-Erben propagieren den Fremdarbeiter als Sündenbock und von rechts kommt Antiamerikanismus. Und Westerwelle fährt auch auf der nationalistischen Schiene. Ob diese Zeiten wirklich vorbei sind? Vielleicht, aber ich bin da noch skeptisch. Der Nationalismus funktioniert in weiten Teilen in Deutschland immer noch.

    Ich akzeptiere das GG nun nicht wirklich. Ist mir nicht radikal genug und wird doch gar nicht richtig umgesetzt. Eine Gesellschaft, die sich staatlich verfasst kann gar nicht frei sein.

  7. Sup!

    Die Studie der Friedrich Ebertmänner ist natürlich als Reaktion auf das Sarrazin-Buch bzw. auf die sich anschliessende Debatte zu verstehen – dem Deutschen muss mal wieder klargemacht werden, dass er ein rechtes Schwein ist!

    Die Soziologen, die diese Auftragsarbeit erstellten, arbeiten nahe mit Kreisen, die sich um den sog. Neo-Rassismus und den sog. Kulturellen Rassismus kümmern, dazu kommt noch ein wenig „Vorurteilsforschung“ (Skizze zur Argumentationsweise: Dein Urteil=Vorurteil, mein Urteil=reflektiert und debattenfähig, Dein Urteil muss leider draußen bleiben – zudem ist man dort auch geil auf den Antizionismus bzw. Zionismus).
    Du müsstest die Szene doch eigentlich kennen.

    Die Fragen der Friedrich-Ebertmänner fragen größtenteils die Kenntnis der oder die Befähigung zur pol. Korrektheit ab, ein paar Beispiele:

    – „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden gross.“ => korrekt, fähige Leute, viele Banker und Naturwissenschaftler, Nobelpreisträger aber grundsätzlich Leute im Bereich der kognitiven Hochleistung sind Juden, in D hat man dazu noch die Vertretung des ZdJ mit dem netten Herrn Kramer

    – „Die Juden arbeiten mehr …“ => das ergibt sich aus der Fachkompetenz

    – „Wir sollten einen Führer haben, der D mit starker Hand und zum Wohle aller regiert.“ => Frau Merkel isses wohl nicht, Adenauer vllt, Churchill in WW2 war dementsprechend

    etc.

    Hier werden Konmnotationen abgefragt, die kennt ein „normaler Mensch“ nicht so gut, der lässt sich dann schon mal schnell als „rechtsradikal“ nachweisen. – Das klappt in jedem Land mit Politischer Korrektheit.

    Nicht dass die Deutschen nicht Scheisse sind, no prob! Aber die Deutschen sind anders Scheisse als hier herausgearbeitet.

    MFG
    Wb

  8. @Wb: Die Aussage lautet: „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“. Die Konnotation dieser Aussage muss der normale Mensch gar nicht kennen (dann könnte er sie übrigens Vermeiden, indem er sie mit der „politischen Korrektheit“ abgleicht), um die dahinter stehende Vorstellung zu teilen. Und die steckt in der Beurteilung „zu“, und nicht im wohlinformierten Wissen über einen realen „Einfluss“.

  9. @webbaer: Die Studie ist aus dem April. Da war noch nichts mit Thilo.

    „Nicht dass die Deutschen nicht Scheisse sind, no prob! Aber die Deutschen sind anders Scheisse als hier herausgearbeitet.“

    Hat was. Werde das in Zukunft gerne zitieren.

  10. Der Webbaer war bekanntlich konservativ-antideutsch. 😉
    In letzter Zeit nennt er sich aber liberal, hauptsächlich weil es kaum brauchbare konservative Referenzen gibt.

    Die Neorassismus-Leute und Vorurteilsforscher sind Dir vermutlich bekannt, die versuchen unsereins in den Griff zu bekommen. Eigentlich versuchen sie alle in den Griff zu bekommen, die von den Friedrich Ebertmännern gestellten Fragen klopfen demzufolge auch nur die Kenntnis der Sprachregelungen und Konnotationen ab. Nicht schön sowas!
    Vermutlich lauern im Hintergrund auch die AntiImps.😉

    Frau Dr. Sabine Schiffer hat z.B. in diesem Kommentarstrang eine wichtige Rolle gespielt:
    http://www.scienceblogs.de/historikertag/2010/10/ansichtssachen-fremd-und-selbstwahrnehmung-des-islam-in-bildmedien.php

    MFG
    Wb

  11. Telegehirn

    Ob dieser Kadaver Deutschland wirklich endgültig tot ist? Oder wird er mal als Zombie wiederkehren? Meiner Ansicht nach fehlt da nur noch ein neuer Führer, der den Massen erklärt wie schlecht es ist, aber er und seine Partei/Ideologie könnten alles ändern und das Paradies auf Erden herstellen. Egal ob von links, rechts oder aus der Mitte. Das spielt alles kaum noch eine Rolle. Die SED-Erben propagieren den Fremdarbeiter als Sündenbock und von rechts kommt Antiamerikanismus. Und Westerwelle fährt auch auf der nationalistischen Schiene. Ob diese Zeiten wirklich vorbei sind? Vielleicht, aber ich bin da noch skeptisch. Der Nationalismus funktioniert in weiten Teilen in Deutschland immer noch.

    „Den“ Nationalismus gibt es auch nicht wirklich, so wie es nicht „die“ Linken als homogene Masse gibt. Formal kann man die ganz reaktionären Kräfte inkl. irgendwelcher Opas, die noch vorvorgestern leben, alle unter Nazis abheften, doch sollte man schon eine gewisse Trennung erkennen, wer sich das Reich zurückwünscht und wer Angst hat, die Bundesrepublik Deutschland auf Dauer zu verlieren. Sei des durch islamische Einwanderung oder auch durch den Prozess der europäischen Einigung mit einer starken und zentralistischen EU. Es wäre nicht jedem gegenüber fair zu unterstellen, es ginge ihm um eine halluzinierte Überlegenheit der Deutschen oder um Rassen oder darum, einen neuen Führer zu wollen.

    Sicherlich ist eine gewisse Deutschtümelei und kleinbürgerliche Spießligkeit vielen dieser Leute zu Eigen, doch ist das Nichts, die multikulturelle Utopie, das Negieren kein tragfähiger Entwurf einer anderen Gesellschaft, die sich gerade als pluralistisch begreift, aber die nicht befähigt ist, den Rahmen dafür auch zu sichern und dafür zu sorgen, dass es eine freiheitliche Gesellschaft wird. Die mangelnde Liebe zur Freiheit und damit einhergehend zu den Menschenrechten kann man sicher an vielen Deutschen bemängeln, alle Auswüchse und alles Abdriften in Hassideologien ist insofern mehr Symptom, während das Syndrom im Bedürfnis liegt, zu einer Masse der Richtigen, der Sauberen u.s.w. zugehören in Abgrenzung vom jeweiligen Sündenbock. Mit Nationalismus ist das zu unvollständig beschrieben, Nationalismen gibt es viele. Und sein Land so bewahren zu wollen, wie es ist, ist isoliert betrachtet noch keine schändliche Haltung. Es kommt halt darauf an, was dieses Land ausmacht und was man da so bewahren oder sich zurückwünschen würde.

    Doch Zahlen lügen nicht. Und die demographische Entwicklung ist eindeutig. Du schaffst etwas ab, das sich selber schon abgeschafft hat. Und sollte es mal ähnliche Konflikte wie in Ex-Jugoslawien geben, dann wird auch dies kein rein deutsches Problem sein, kein Problem eines mal wieder Amok laufenden Deutschlands. Die Zeiten haben sich einfach geändert, ernst zu nehmende Konflikte sind heute völlig anders strukturiert als ein allein durch übertriebenen Nationalismus, Weltmachtstreben und Überlegenheitsgefühl bestimmtes Eskalieren von Aggressionen. Und schon gar nicht mit Deutschland als Speerspitze.

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