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Heinz Buschkowsky und der Volkswille

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Dieser Mann spricht Klartext!“ So kündigt das Zentralorgan für Hetze aus dem Hause Springer die neue nationale Kolumne von Heinz Buschkowsky an. Bisher durfte der Bezirksbürgermeister, der wie kaum ein anderer Neukölln und seine Menschen verunglimpft, nur für den Berlin-Teil der BLÖD schreiben. Alle 14 Tage darf Heinz jetzt Mittwochs auf Seite 2 seine „Wahrheit“ in den gierigen Schlund der vorurteilsbeladenen Leser_innenschaft werfen und die niederen Instinkte bedienen. Ein Handwerk, das der Sozialdemokrat meisterhaft beherrscht. Der Titel der ersten Kolumne: „Wer eine Uniform trägt, wird in Deutschland zum Freiwild.“

Jeder vierte Polizist wird mindestens einmal im Jahr während des Dienstes tätlich angegriffen.“ Schon der erste Satz der Kolumne hält einem Realitätscheck nicht stand, aber darum geht es Buschkowsky auch gar nicht. Wo DIE Wahrheit verkündet wird, da stören Fakten ungemein. In Berlin gibt es rund 16.000 Bedienstete im Polizeivollzug. 16.000 durch 4 ergibt 4.000 Fälle. Mindestens. Schauen wir uns die Polizeistatistik (2011) der angezeigten Fälle von Widerstand gegen Cops an und es ist ja bekannt, dass viele dieser Anzeigen von Cops konstruiert werden, um eigene Straftaten zu rechtfertigen:

Polizeistatistik Berlin 2011

Polizeistatistik Berlin 2011

In 2010 gab es also 2.529 Fälle und in 2011 nur noch 2.130 Fälle, was einer Abnahme von 15,8% entspricht. Lügt Buschkowsky hier bewusst oder hat der Mann einfach keine Ahnung? Es müssten doch mindestens 4.000 Fälle sein. Überspringen wir das weitere Geseire von Bouletten-Heinz und kommen zum wirklich üblen Teil der Kolumne:

„Die Amtsanwaltschaft Berlin stellte just ein Verfahren wegen Beleidigung einer Ordnungsamtsmitarbeiterin mit der Begründung ein, dass es den Bürgern gestattet sei, Polizeibeamte oder Ordnungsamtsmitarbeiter persönlich zu beschimpfen und durch Bezeichnungen als Rassisten oder Nazis herabzuwürdigen.“

Für Heinz Buschkowsky scheint es unvorstellbar, dass Menschen in Uniform rassistisch handeln können. Freud hätte seine helle Freude an einem solchen Fall der Projektion gehabt, da Heinzi ja selbst durch rassistische Positionen in seinem Machwerk „Neukölln ist überall“ negativ auffiel und sich erst gar nicht der fundierten Kritik stellte, sondern sie mit dem Verweis darauf, dass die Realität ja nicht rassistisch sein könnte, wegwischte. Mit Vorurteilen lebt es sich als Biodeutsche_r eben besser und genau jenen Biodeutschen spricht Heinz aus der braunen Seele, wenn er lautstark pöbelt: Durchgreifen!

Seine Kolumne schliesst mit der faktischen Forderung nach Wiedereinführung der Volksjustiz auf Grundlage des gesunden Volksempfindens:

„Wir brauchen keine vollmundigen Sprechblasen. Wir brauchen eine Rechtspflege, die rechtsstaatlich, aber auch konsequent die Interessen der Allgemeinheit vertritt. Im Namen des Volkes eben.“

Der Einschub „rechtsstaatlich“ wird von Heinzi als Feigenblatt benutzt, denn wenn die Justiz feststellt, dass Uniformträger_innen rassistisch handelten und er glaubt, dass festzustellen sei gegen die Interessen der Allgemeinheit, dann bedeutet das schlechthin, dass die Interessen der Allgemeinheit darin bestehen, dass Cops und Ordnungsamtmenschen rassistisch handeln dürfen und sollen. In der Tat lebt die Mitte der Gesellschaft im Jahr 23 nach der Wiedervereinigung immer offenener ihren Rassismus aus. Obendrein soll Kritik am rassistischen Handeln noch bestraft werden. Diese Forderung stellt Heinzi wohl auch aus Eigeninteresse, denn wahrscheinlich würde er seine Kritiker_innen gerne in den Knast schicken, weil sie sich erlauben ihn als das darstellen, was er ist: Eine biodeutsche Braunwurst.

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