Telegehirn

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Liebe Kandidatin!

Deine Ankündigung für einen (sicheren) Listenplatz deiner Partei bei der Bundestagswahl 2013 kandidieren zu wollen, hat kaum einen Menschen überrascht. Als Motivation gibst du u.a. an, dass du Menschen vertreten möchtest, deren Stimmen nicht gehört werden. Damit vertrittst Du, liebe Kandidatin, den Grundsatz der repräsentativen Demokratie: Menschen geben alle vier Jahre im wahrsten Sinne des Wortes ihre Stimme ab, um sich dann vertreten zulassen und nicht mehr gehört zu werden. Dass dieser Ansatz meilenweit entfernt vom Ansatz der Emanzipation des Menschen von Herrschaft ist, sollte dir bewusst sein. Aber, liebe Kandidatin, das ist nicht der Grund, warum ich dir hier einige meiner kostbaren Zeilen widme, sondern es geht mir viel mehr um dein konkretes Verhalten mir gegenüber und ebenfalls etwas um deine mir merkwürdig erscheinenden Ansichten.

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Offener Brief an den Piraten und “parlamentarischen Anarchisten” Oliver Höfinghoff

Lieber Genosse Oliver Höfinghoff!

Hiermit nehme ich ganz offiziell und öffentlich deine Herausforderung zu einer Debatte an. Du bezeichnest dich selbst als Anarchist. Mit dem Adjektiv parlamentarisch. Das wirft viele Fragen auf und bisher warst du leider nicht in der Lage diese auch nur annähernd zu beantworten, was ich ja durchaus nachvollziehen kann, denn einen parlamentarischen Anarchismus gab es bisher nicht, weil der Anarchismus den Parlamentarismus ablehnt, da dieser sich anmaßt für andere Menschen zu sprechen und für diese zu entscheiden. Die anarchistische Förderation Berlin hat diesen Umstand anlässlich einer Wahlboykottkampagne sehr treffend visualisiert:

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Das ist Wahnsinn! Nein, das ist Deutschland!

Seit 20 Jahren warne ich vor einer Wiedererstarkung deutsch-nationaler Tendenzen in Deutschland. Dabei wies ich immer wieder auf eine gewisse Kontinuität im Verhalten und Denken vieler Menschen in Deutschland hin. Das was “wir” Deutsche Ideologie nennen. Ein Großteil der Deutschen neige immer noch zu Antisemitismus, Rassismus und Chauvinismus. Dafür wurde ich oft genug geprügelt und mir wurde vergehalten, dass ich das alles doch übertreiben würde. Dass der Rassismus, nicht nur in Deutschland, aus der Mitte der Gesellschaft kommt, sollte spätestens nach der Causa Sarrazin für jeden deutlich geworden sein. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine sehr bezeichnende Studie veröffentlicht (PDF zum Download) und die Ergebnisse wären wohl noch extremer ausgefallen, aber die Studie wurde vor der Debatte um die rassistischen Theorien von Thilo Sarrazin erhoben. Im folgenden nun einige sehr beunruhigende Ergebnisse.

Grafik_ Juden_Studie

Im Westen scheint der Antisemitismus noch etwas tiefer verwurzelt zu sein als im Osten. Dagegen ist die generelle Xenophobie in Ostdeutschland weiter verbreitet. Fast die Hälfte fühlt sich “überfremdet” und pflegt Vorurteile a la “die Ausländer kommen nach Deutschland, um sich in die soziale Hängematte zu legen.” Wieviele Milliarden sind seit dem Mauerfall in die ehemalige “DDR” geflossen und wieviel Geld wurde dabei für Reeducation verwendet?

Der ganze neue Patriotismus zu den Fussballweltmeisterschaften 2006 und 2010, der angeblich so harmlos, erfrischend anders und gar nicht Chauvinistisch sein soll, verstärkt und transportiert genau jenen Mist, den ich nicht sehen will. Über ein Drittel will “endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben.” Jede/r Dritte befürwortet “hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland.” Da liegt Guido Westerwelle ja voll auf dem Kurs vieler Volksgenossen. Und immerhin ein Viertel möchte wieder, daß Deutschland sich seinen Platz an der Sonne erobert.

Statistik Nationalismus

Fast jede/r Zehnte möchte, wenn es “im nationalen Interesse” liegt, gerne wieder eine Diktatur. 13,2% möchten “einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.”  23,6% sind sogar der Ansicht, dass “was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft ingesamt verkörpert.

Volksgemeinschaft, starke Partei und Führer

Auch hier liegt der Osten immer ein Stück über dem Durchschnitt. Mindestens ein Viertel denkt immer noch in nationalsozialistischen Kategorien wie Volksgemeinschaft. 13,3% der Deutschen Versager sehen sich anderen Völkern gegenüber als überlegen an und ein weiteres Fünftel teilt diese Ansicht in einem gewissen Maß.

Statistik übersicht legendeDeutsche ÜbermenschenStatistik 7Autobahn oder Auschwitz? Danach wurde offensichtlich nicht gefragt. Leider. Auch dank Gerd Schröder steigerte sich der Antiamerikanismus in Deutschland seit 2003 noch einmal um rund 7%. Im Osten sank der Antiamerikanismus jedoch leicht, während er im Westen deutlich anstieg.

Statistik 8

Und es wird nicht besser. Ein Drittel sieht den “amerikanischen Imperialismus als die eigentliche Gefahr für den Weltfrieden.

Statistik 9 Es besteht wenig Grund zur Hoffnung und wenn sich in Deutschland mal wieder eine “Persönlichkeit” findet, die sich selbst zum Führer berufen fühlt und von den tumben Massen angenommen wird und sich nicht wie Schill den ganzen Tag mit Koks zuknallt, dann marschiert dieses Deutschland mal wieder flugs Richtung Faschismus. Mindestens. Was kann nun jede/r Einzelne dagegen tun? Ausser sich eine MP in den Keller zu packen oder Geld fürs Exil zurücklegen? Gegen Dummheit, Ignoranz und Deutschtum hilft eigentlich nur Aufklärung, Agitation und notfalls ein paar in die Fresse und den Deutschnationalen möchte ich ein Zitat des großen Winston Churchill entgegenschleudern:

We will have no truce or parley with you, or the grisly gang who work your wicked will. You do your worst – and we will do our best.


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Erika Steinbach verteidigt Beleidigung von Wladyslaw Bartoszewski

In der ZDF-Sendung “Maybritt Illner” erneuerte die BdV-Vorsitzende Erika Steinbach ihre “Kritik” an Wladyslaw Bartoszewski, dem Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung und Überlebenden von Auschwitz. Nur versäumte es Erika Steinbach ihre Kritik oder sagen wir lieber Beleidigung an dem ehrenwerten Wladyslaw Bartoszewski zu konkretisieren oder zu begründen. Da kommen von Madame Steinbach nur inhaltsleere Phrasen und Pseudoargumente wie “persönliche Erfahrungen“. Ja, welche denn? Ist Erika Steinbach etwa sexuell belästigt worden? Wohl kaum, aber solch kryptische Formulierungen lassen eben vieles offen. So weigerte sich Erika Steinbach bei Mybritt Illner ihre Beleidigung, daß Wladyslaw Bartoszewski einen “schlechten Charakter” habe zurück zu nehmen.

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Erika Steinbach beleidigt Auschwitz-Überlebenden

Erika Steinbach kann es einfach nicht lassen und der Jubel des rechten Gesindels ist ihr dabei sicher. Erika Steinbach, als Tochter eines deutschen Besatzungsoldaten in besetzten Polen geboren und daher bestens geeignet für die Rolle als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, hat den Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, schwer beleidigt. Im ARD-Morgenmagazin legte sie derbe nach. Der Auschwitz-Überlebende Wladyslaw Bartoszewski habe “einen schlechten Charakter“, wobei mensch dann schon die Frage stellen muss, welchen Charakter den Erika Steinbach hat. Mutmaßlich gar keinen. Der ARD-Moderator Werner Sonne versuchte Erika Steinbach eine goldene Brücke zu bauen, damit sie zurück rudern kann, aber sie führte stets nur “persönliche Erfahrungen” ins Feld und geizte mit einer Begründung für ihre schwere Beleidigung. Erika Steinbach unternimmt alles, um die deutsch-polnischen Beziehungen zu belasten. Der nun von ihr schwer angegriffene Wladyslaw Bartoszewski hatte Steinbachs Äußerungen zu der Frage der polnischen Mobilmachung 1939 nicht kommentiert und vor diesem Hintergrund ist es mehr als unverständlich, daß sie Wladyslaw Bartoszewski derart scharf attackiert. Erika Steinbach kann es einfach nicht lassen.


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Heinz Buschkowsky und die Kita-Pflicht

Politiker in Deutschland neigen bei Problemen oft zu Aktionismus. Besonders wenn die Boulevardpresse mal wieder eine Sau durchs Dorf getrieben hat. Heinz Buschkowsky, der Bezirksbürgermeister von Neukölln, will eine allgemeine Kita-Pflicht für Kinder ab dem ersten Lebensjahr einführen. Als ich davon hörte, musst ich zusammen zucken, denn das erinnerte mich doch stark an die DDR. In der DDR wurde die Erziehung der Kinder total vom Staat gesteuert und gelenkt. Sicherlich meint Heinz Buschkowsky es nur gut, aber er schiesst weit über das Ziel hinaus. Schon jetzt gibt es nicht genügend Kita-Plätze und einen eklatanten Mangel an Erziehern. Wie das alles finanziert werden soll, steht doch vollkommen in den Sternen und bei einer derart notwendigen Expansion leidet die Qualität von KITAs. Solche undurchdachten Vorschläge sind Auswirkungen des um sich greifenden Sarrazinismus. Erst nichts tun, dann blind handeln. Wer wundert sich da noch, daß zwischen der politischen Elite und den Beherrschten ein riesige Lücke klafft?


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30. Januar 1933 – Gestern, heute und morgen

Heute ist der 75 Jahrestag der sogenannten “Machtergreifung” der Nationalsozialisten. Dabei ergriffen die Nazis die Macht ja gar nicht, denn sie wurde ihnen auf einem silbernen Tablett serviert. Einerseits von den Wählern und Wählerinnen, die in Massen die Nazis wählten und ihnen vor dem 30. Januar 1933 in diverse Landesregierungen verhalfen und andererseits von fast allen bürgerlichen Kräften der Weimarer Republik. Insbesondere die Konservativen um und hinter dem Reichpräsidenten Paul von Hindenburg waren damals begierige Steigbügelhalter der NSdAP. Nicht nur Konservative begünstigten den Aufstieg der NSdAP, sondern auch alle anderen politischen Parteien und Gruppierungen, die sich als „bürgerlich“ und „demokratisch“ verstanden waren nicht gerade herausragende Antifaschisten. Die Zerstrittenheit und Zersplitterung der Parteienlandschaft war ein weiterer Grund weshalb sich die braune Flut so ungehindert ausbreiten konnte.

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