Telegehirn

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Meine Totalverweigerung

Als ich in den 80er Jahren zur Schule ging, haben wir jene Jungs, die mit ihren Eltern nach Westdeutschland zogen leicht höhnisch verabschiedet, denn ihnen war die Einberufung zur Bundeswehr sicher, während wir im „sicheren“ West-Berlin“ blieben. Der Viermächtsstatus der Stadt hielt die Bundeswehr fern und zog regelmäßig junge Männer aus Westdeutschland an, die keine Lust auf Kriegsdienst mit oder ohne Waffe hatten. 1990 brachte dann einige schwerwiegende Veränderungen. Nicht nur gesellschaftlich, sondern vor allem auch persönlich. Ich war fast 16 und erlebte 1990 mit der „Halt’s Maul Deutschland. Es reicht„-Demo nicht nur meinen Einstieg oder wie meine Eltern es wohl betrachten, mein Absacken in die Szene der anarchistischen Bombenbauer_innen und Müßiggänger_innen, sondern ich war auch gezwungen mich mit dem Thema Bundeswehr und Zwangsdienst zu befassen.
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Heinz Buschkowsky und die Kita-Pflicht

Politiker in Deutschland neigen bei Problemen oft zu Aktionismus. Besonders wenn die Boulevardpresse mal wieder eine Sau durchs Dorf getrieben hat. Heinz Buschkowsky, der Bezirksbürgermeister von Neukölln, will eine allgemeine Kita-Pflicht für Kinder ab dem ersten Lebensjahr einführen. Als ich davon hörte, musst ich zusammen zucken, denn das erinnerte mich doch stark an die DDR. In der DDR wurde die Erziehung der Kinder total vom Staat gesteuert und gelenkt. Sicherlich meint Heinz Buschkowsky es nur gut, aber er schiesst weit über das Ziel hinaus. Schon jetzt gibt es nicht genügend Kita-Plätze und einen eklatanten Mangel an Erziehern. Wie das alles finanziert werden soll, steht doch vollkommen in den Sternen und bei einer derart notwendigen Expansion leidet die Qualität von KITAs. Solche undurchdachten Vorschläge sind Auswirkungen des um sich greifenden Sarrazinismus. Erst nichts tun, dann blind handeln. Wer wundert sich da noch, daß zwischen der politischen Elite und den Beherrschten ein riesige Lücke klafft?